"Ein weiteres Opfer aus Liebe zu diesem Klub": Aktien statt Gehälter für Lazio-Profis
zuletzt aktualisiert: 06.04.2004 - 12:34Rom (rpo). Der vom Konkurs bedrohte italienische Erstligist Lazio Rom bekomt Hilfe von seinen kickenden Angestellten. Die hoch bezahlten Profis verzichteten auf Monatsgehälter in Höhe von zwölf Millionen Euro. Dafür gibt's im Rahmen einer Kapitalaufstockung Lazio-Aktien.
"Wir haben ein weiteres Opfer aus Liebe zu diesem Klub gebracht. Wir alle haben uns zu diesem Schritt entschlossen", erklärte Lazio-Kapitän Sinisa Mihaijlovic in der Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport. Dem Sanierungsplan schloss sich auch Trainer Roberto Mancini an, der fünf Monatsgehälter in Aktien des Klubs umwandelte.
Die finanzielle Lage des börsennotierten Klubs wird immer düsterer. Um die Gefahr des Bankrotts abzuwenden, kann der Verein nur noch auf die finanzielle Unterstützung seiner Tifosi hoffen. Der römische Bauunternehmer Stefano Ricucci, der zu den Hauptaktionären von Lazio zählt, rief am Wochenende die Fans auf, in die Tasche zu greifen und die Kapitalaufstockung zu unterzeichnen, die Lazio eine Finanzspritze im Wert von 120 Millionen Euro bescheren würde.
Lazio war 1998 als erster italienischer Fußballklub an die Mailänder Börse gegangen. Wegen der finanziellen Schwierigkeiten sind die Lazio-Aktien seit Tagen vom Handel ausgesetzt. Ex-Lazio-Chef Sergio Cragnotti, ehemaliger Präsident des insolventen Nahrungsmittelkonzerns Cirio, ist wegen des betrügerischen Bankrotts seines Unternehmens seit anderthalb Monaten in Rom in Untersuchungshaft.
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