"Sport Bild": 20 Millionen Mark Handgeld an Deisler: Alle Seiten dementieren heftig
zuletzt aktualisiert: 10.10.2001 - 16:36München (rpo). Die "Sport Bild" berichtet, dass der Wechsel von Sebastian Deisler zum deutschen Meister Bayern München perfekt ist. Alle Beteiligten wollen davon allerdings nichts wissen und haben umgehend dementiert. "Heute ist nicht der 1. April, so einen Schwachsinn kommentiere ich nicht", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß.
Wie das Blatt in seiner Mittwoch-Ausgabe berichtete, spielt der 21- Jährige ab nächsten Sommer in München. "Verabredet wurde es im April dieses Jahres und besiegelt mit einem Scheck der Bayern über 20 Millionen Mark Handgeld (10 225 837 Euro)", hieß es. Diese Summe soll laut der Illustrierten am 17. Juli auf das Konto Deislers bei der Deutschen Bank in Konstanz eingegangen sein.
Die beteiligten Vereine und Deisler-Berater Jörg Neubauer dementierten diese Aussagen. "Es gibt ein Bankgeheimnis, das ist frei erfunden", sagte Hertha-Pressesprecher Hans-Georg Felder. Er verwies zudem auf einen gültigen Arbeitsvertrag Deislers bei den Berlinern. Spielerberater Neubauer bezeichnete die Zahlung des Handgelds als "eine Falschmeldung", bestätigte aber, dass man mit den Bayern im Kontakt stehe. Den Marktwert von Deisler schätzt Neubauer derzeit auf rund 75 Millionen Mark.
Ausstiegsklausel über 18 Millionen Mark
Deisler war schon bei seinem Wechsel 1999 von Mönchengladbach nach Berlin auch von den Bayern umworben worden und ist seitdem ein Wunschkandidat von Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld. Die Wechselgerüchte um das größte deutsche Fußballtalent sind seitdem ein Dauerbrenner. Zusammen mit dem Leverkusener Michael Ballack soll er einmal bei den Münchnern im Mittelfeld das Zepter schwingen, wenn Spielmacher und Kapitän Stefan Effenberg nicht mehr zum Team gehört. Abstand nehmen die Bayern dagegen von einer Verpflichtung des Liberos der Nationalmannschaft, Jens Nowotny (Leverkusen), der noch einen Vertrag für seinen Verein bis 2005 hat und bei einer mutmaßlichen Ablösesumme von 50 Millionen Mark zu teuer ist.
Bei einem Wechsel von Deisler, der auch in Berlin das zentrale Element in der Zukunftsplanung darstellt, müssten die Bayern nicht so tief in die Tasche greifen. Für den hoffnungsvollen Mittelfeldspieler, der auch in der Nationalmannschaft bei Rudi Völler schon einen Stammplatz hat, haben die Berliner nach dem Erreichen eines UEFA-Pokalplatzes von der Optionsklausel Gebrauch gemacht. Diese Option bindet ihn bis 2004 an Hertha BSC, trotzdem könnte er zum Ende der Bundesliga-Saison im Sommer des kommenden Jahres den Verein verlassen: Deisler und sein Manager haben sich mit einer Ausstiegsklausel für eine festgeschriebene Ablösesumme von etwa 18 Millionen Mark die Hintertür für einen Wechsel offen gelassen. Bei einem Jahresgehalt von geschätzten acht Millionen Mark, die Hertha BSC zahlt, kann München jedenfalls locker mithalten.
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