Vor 10 Jahren: 2:0-Sieg gegen Schalke
zuletzt aktualisiert: 24.02.2006 - 16:32Düsseldorf (rpo). Ob es ein gutes oder schlechtes Omen für das Spiel am Samstag gegen den Hamburger SV II ist, weiß man erst nach den 90 Minuten. Genau zehn Jahre und ein Tag vor dem Regionalligaspiel in der LTU arena ging Fortunas heutiger Trainer Uwe Weidemann mit seinen Schalkern an gleicher Stelle (im damals altehrwürdigen Rheinstadion) mit 0:2 bei den Düsseldorfern baden.
Pancev und Seeliger schossen die Treffer für die Rot-Weißen, die sich mit dem Dreier vom letzten auf den vorletzten Platz verbesserten. Das Ergebnis wurde dem Spielverlauf vor der enttäuschenden Kulisse von lediglich 23.000 Zuschauern gerecht, und das stürzte den Schalker Libero Olaf Thon in tiefe Grübeleen. "Wenn den Düsseldorfern ihre bescheidenden Mittel reichen, uns zu schlagen, dann müssen wir uns ernste Gedanken machen", sagte er. Und der Weltmeister von 1990 ging durchaus mit gutem Beispiel voran. "Zunächst sollten wir uns mal wieder nach unten orientieren", schlug er vor.
Auch Mike Büskens war nicht zum Scherzen zumute. Bei seinem ersten Auftritt an alter Wirkungsstätte musste er mit gebrochenem Nasenbein ausscheiden. Schalke-Coach Jörg Berger beklagte die Tatsache, "dass wir eigentlich lange die bessere Mannschaft gewesen sind", und handelte sich dafür den eigentümlichen Trost seines Amtsbruders ein. "Nicht immer gewinnt der Bessere" sagte Ristic.
Immerhin durfte er für sich in Anspruch nehmen, dass seine Mannschaft im Abwehrverhalten Vorteile gegen die phasenweise etwas unsortiert wirkenden Gelsenkirchener hatte. Nachdem der im Vergleich zur Hinrunde deutlich stärkere Stürmer Darko Pancev die Düsseldorfer mit einem sehenswerten Treffer frühzeitig in Führung gebracht hatte, spielte die Fortuna das Lieblingsspiel ihres Trainers. Sie igelte sich in der Defensive ein, verstellte damit den pomadig in die Breite kombinierenden Schalkern die Räume, blieb diszipliniert und wartete geduldig auf die Gelegenheit, den entscheidenden Stoß zu führen.
Im Anschluss an einen Fehlpass von Schalke-Kapitän Andreas Müller sorgte Thomas Seeliger für die Entscheidung - nach einem zauberhaften Konter über Karlo Werner, Harald Katemann, Andrzej Buncol und Frank Mill. Seeliger feierte den Treffer an der Eckfahne mit der hingebungsvollen Sägebewegung, die Nationalspueler Stefan Kuntz bekannt gemacht hatte.
Die massierte Düsseldorfer Innenverteidigung beging kaum einen Fehler, Harald Katemann und Karlo Werner beherrschten das Gelsenkirchener Sturmduo Martin Max und Youri Mulder weitgehend. Und als Libero bot Jörg Bach die beste Leistung, seit er für die Fortuna seinem gut bezahlten Beruf nachgeht. Der Ausputzer stopfte die wenigen Abwehrlücken mit gewohnt gnadenloser Zweikampfhärte.
Statistik zum Spiel
Fortuna Düsseldorf - Schalke 04 2:0 (24.02.1996, Bundesliga 1995/1996, 20. Spieltag)
Fortuna Düsseldorf: Georg Koch - Ulf Mehlhorn, Karl Werner, Frank Mill (80. Raffael Tonello), André Winkhold, Vlatko Glavas, Jörg Bach (76. Jörn Schwinkendorf), Andrzej Buncol (85. Stefan Minkwitz), Thomas Seeliger, Harald Katemann, Darko Pancev. Trainer: Aleksandar Ristic.
Schalke 04: Jens Lehmann - Radoslav Latal (58. Uwe Weidemann), Yves Eigenrauch, Andreas Müller (64. Thomas Dooley), Thomas Linke, Ingo Anderbrügge, Jiri Nemec, Youri Mulder, Olaf Thon, Martin Max, Michael Büskens (74. Marco Kurz). Trainer: Jörg Berger.
Zuschauer: 23.000.
Schiedsrichter: Georg Dardenne.
Tore: 1:0 (8.) Darko Pancev, 2:0 (63.) Thomas Seeliger.
Gelbe Karten: Jörg Bach, André Winkhold - Martin Max, Andreas Müller.
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