Die Düsseldorfer haben keine guten Erinnerungen an Paderborn: 2002: Fans riefen "Absteiger, Absteiger"
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 12.10.2004 - 13:20Düsseldorf (rpo). Wenn Fortuna am Samstag beim SC Paderborn antritt, werden bei den Fans keine guten Erinnerungen wach. Zwar haben die Düsseldorfer im Hermann-Löns-Stadion keines ihrer zwei Punktspiele verloren, doch vor allem der letzte der beiden Auftritte war sehr trist. In der Regionalliga-West-Saison 1999/2000 hatte es einen 1:0-Erfolg beim damaligen Absteiger gegeben. Und zwei Jahre später trennten sich die Schützlinge von Trainer Tim Kamp beim direkten Wiederaufsteiger mit 1:1.
Dieses enttäuschende Unentschieden beim Tabellen-Vorletzten kam einem sportlichen Offenbarungseid gleich. Nur 300 Fans aus Düsseldorf hatten sich trotz herrlichem Frühlingswetter auf den Weg nach Paderborn gemacht und waren nach den 90 Minuten erneut restlos bedient. „Absteiger, Absteiger“, hallte es den Düsseldorfer Spielern entgegen, als sie sich nach dem Schlusspfiff in der Kurve von ihrem Anhang verabschieden wollten.
Sang- und klanglos
Unter diesen Umständen hatten sich aber ohnehin nur noch die wenigsten im schwarzen Totenkopf-Trikot dort hin begeben. Fortuna war Tabellen-16. und hatte drei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, stieg dann sang- und klanglos ab. Paderborn als Vorletzter hatte nach der Partie gegen Düsseldorf sogar fünf Zähler Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze, konnte sich mit sechs Siegen und einem Remis aus den verbleibenden zehn Partien aber noch retten.
Trainer Kamp zeigte vollstes Verständnis für die Zuschauer: „Ich kann diese Reaktionen verstehen, denn die Fans leiden schon seit vielen Jahren mit Fortuna, und es war wieder einmal keine Besserung zu sehen.“ Zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen hatten die Düsseldorfer bei einer Mannschaft gastiert, die in der Tabelle noch hinter ihnen rangiert. Beide Male konnten sie nicht gewinnen, und was fast noch schlimmer ist: Beide Male gelang es ihnen nicht, sich spielerisch oder gar kämpferisch von ihren unbedarften Gegnern abzuheben.
Fortuna am Boden
Fortuna war am Boden, wirtschaftlich und nach dem Paderborn-Spiel auch sportlich. Und deutlicher als in den Partien des 21. bis 24. Spieltages hatten die Kicker nicht demonstrieren können, dass sie genau dort hingehören. Ein dickes Minus beim 1:1 in Paderborn, ein Doppel-Minus beim 2:3 in Köln, dazu noch zwei im Sinn die unsäglichen Vorstellungen beim 1:3 in Dresden und beim 0:3 gegen Leverkusen im Dezember.
Das ganze Problem war, dass die Mannschaft keine Wettkampfhärte hatte. Kamp erklärte: „Uns fehlt die Siegermentalität.” Kölner wie Paderborner waren spielerisch erbarmungswürdig, aber sie kämpften, hatten Mumm. Die Düsseldorfer nicht. Erneut verdarben sich die Gäste den möglichen Erfolg nach einer glücklichen Führung (die paderborner hatten ein Super-Eigentor erzielt") durch einen schweren individuellen Fehler. Diesmal waren es sogar gleich zwei hintereinander, die sich Björn Weikl in der 38. Minute leistete: Erst leitete er mit einem Fehlpass einen Angriff der Gastgeber ein, der nur durch ein Foul gestoppt werden konnte, dann ging er beim fälligen Freistoß auch noch vom Platz: Ihm war eine Kontaktlinse herausgefallen. „In so einer Szene kann es doch nur heißen: Ein Auge zu und weiter!“ schnaubte Tim Kamp hinterher. „Das war eine unglaubliche Dummheit.“
Time to say goodbye
Ein wenig offensiver hatte sich Kamp seine Formation vorgestellt: „Aber Robert Niestroj, David Breda und Michael Hopp, die in die Spitze stoßen sollten, waren leider total daneben.“ Aus den Lautsprechern klang damals „Time to say goodbye“ von Andrea Bocelli. Hoffentlich
Fortunas Aufstellung am 10. März 2002: Bitzer - Rossow, Zedi, Sesterhenn, Weikl (64. Jörres), Hopp, Breda (64. Kondev), Niestroj (46. Weidemann), Ebi-Taubmann, Mollenhauer, Shittu.
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