Fortuna nutzt das Spiel in Bremen als Familienausflug: Abschied mit Stil
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 04.06.2005 - 08:20Düsseldorf (RP). Nur noch eine spannende Frage ist übrig geblieben vor Fortunas letztem sportlichen Auftritt der Saison. Kann sich der Fußball-Regionalligist wirklich noch einmal zu einer Energieleistung aufraffen, obwohl es nun um nichts mehr geht als die Ehre? Trainer Uwe Weidemann hofft es zumindest: „Ich kann natürlich nicht in die Köpfe der Spieler hinein schauen, aber ich will das Spiel auf keinen Fall herschenken.“ Das Spiel - es führt die Düsseldorfer am Samstag (14 Uhr, Nebenplatz 11 des Weserstadions) zu den Amateuren des SV Werder Bremen.
Und die müssen unbedingt punkten, wenn sie nicht in der kommenden Saison in der Oberliga Nord kicken wollen. Diesen Druck hat Fortuna mit einer Rückrunde beseitigt, wie sie es seit dem denkwürdigen Durchmarsch aus der Oberliga im Jahr 1994 nicht mehr gegeben hatte. Der zweite Platz der zwar inoffiziellen, dafür aber umso interessanteren Rückrundentabelle kann es noch werden, was Weidemann aber eher gelassen kommentiert: „Das ist für mich kein Ziel, das mein Herz klopfen lässt. Viel wichtiger ist, dass die Jungs sich mit dieser Rückrunde aus dem Sumpf gezogen haben.“
Deshalb nimmt der Coach, der seinen Vertrag gerade um zwei Jahre verlängert hat, auch all seine „Jungs“ mit nach Bremen. Auch Marcel Ndjeng, von dem er wegen dessen Nacht-und-Nebel-Politik um den Wechsel zum SC Paderborn menschlich so enttäuscht ist, dass er nicht mehr mit ihm arbeiten möchte. Selbst wenn der Flügelflitzer es sich noch einmal anders überlegen sollte, falls die Ostwestfalen nicht aufsteigen. Auch Gustav Policella nimmt er mit, obwohl der verletzt ist und obendrein Fortunas neues Vertragsangebot als Witz bezeichnet hat. Keine Frage: Stil ist für den 41-Jährigen ganz wichtig, egal, ob sein Gegenüber das genau so sieht. Ob er auch einen attraktiven Tanzstil pflegt, kann der Coach am Abend beweisen - dann hat Tote-Hosen-Manager Jochen Hülder den Fortuna-Tross zunächst zum Essen in den Malkasten und anschließend zum Tanzen und Abfeiern in seinen Club „3001“ im Hafen eingeladen.
Nur logisch, dass auch jene Verletzte den Familienausflug an die Weser mitmachen, die weiterhin zum Kader gehören werden. Kapitän Dirk Böcker etwa, den eine Oberschenkelzerrung zum Pausieren zwingt, oder dessen Stellvertreter Marcel Podszus, der sich am Donnerstag im Training eine Bauchmuskelzerrung zuzog. Rührender Nebeneffekt für Axel Bellinghausen: In seinem letzten Spiel für Fortuna, deren C-Jugend er schon angehört hatte, wird der 22-Jährige voraussichtlich die Kapitänsbinde tragen.
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