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U20-Auswahl
DFB und Regionalliga entscheiden heute über "China-Plan"

DFB und Regionalliga entscheiden über "China-Plan"
Chinas U20-Auswahl soll in der kommenden Saison in der Regionalliga Südwest spielen. FOTO: dpa, jhk moa hpl
Frankfurt/Main . Am Dienstag wird über die Eingliederung der chinesischen U20-Auswahl in die Regionalliga Südwest entschieden. Trotz lauter Kritik wird der Plan wohl in die Tat umgesetzt.

Kritik der Klubs, Unverständnis der Fußball-Romantiker: Der "China-Plan" des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat in den zurückliegenden Wochen für heftige Debatten gesorgt. Wenn am Dienstag die Vertreter des DFB und der Regionalliga Südwest im Leonardo Hotel Heidelberg-Walldorf zusammenkommen, wird an der bahnbrechenden Entscheidung allerdings kaum ein Weg vorbeiführen.

Ab der kommenden Saison, so die Idee des DFB, soll die chinesische Olympia-Auswahl als 20. Mannschaft außer Konkurrenz in der Provinz mitspielen, um so die Kooperation zwischen dem DFB und China mit Leben zu füllen. "Fast alle Klubs erkennen das als eine Riesenchance", sagte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius zuletzt dem kicker. Das Projekt würde demnach auch nicht platzen, "wenn einzelne Vereine abspringen" - weil es jedem Verein selbst überlassen ist, ob er sich auf den Plan einlässt oder nicht.

Allen voran Traditionsklub Waldhof Mannheim wehrte sich energisch gegen den Plan, wonach der chinesische Nachwuchs in der 19er-Liga die Lücke für den jeweils spielfreien Verein füllen und gegen jeden Klub im Saisonverlauf zweimal antreten soll. Die U20 wird dabei nicht in der Tabelle geführt, jeder Verein soll für die beiden Partien zwischen 15.000 und 20.000 Euro erhalten.

Unter der Überschrift "SV Waldhof sagt 'Nein' zum Spiel gegen Chinas U20" hieß es auf der Facebook-Seite der Mannheimer: "Waldhof Mannheim hat einer Teilnahme an den beiden Partien gegen die Asiaten nicht zugestimmt und wird nach interner Absprache auch an keinem Spiel teilnehmen."

Auch der abgestiegene FK Pirmasens reagierte entsetzt auf die geplante Eingliederung. "Ich habe dafür keine Worte mehr, im Verein herrscht komplette Fassungslosigkeit", sagte Geschäftsstellenleiter Christoph Radtke Zeit online. "Sechs Mannschaften steigen ab, und nun holt der DFB die chinesische Nationalmannschaft. Wir müssen das wohl hinnehmen, aber für mich ist das purer Kapitalismus."

Doch von der Geldgier, die dem DFB vonseiten einiger Fans unter anderem in einem offenen Brief in der Vorwoche unterstellt worden war, will Curtius nichts hören. "Der DFB verdient nichts an Chinas U20", sagte er - und sprach damit freilich nur einen Teil der Wahrheit aus.

Denn durch die Kooperation mit den Chinesen bieten sich dem deutschen Fußball große (finanzielle) Möglichkeiten. Geschäftsführer Christian Seifert von der Deutschen Fußball Liga (DFL) bezeichnete China zuletzt als "hochinteressantes Land, wenn es um Märkte und Absatzchancen geht." Vor allem bei der TV-Vermarktung ist das Reich der Mitte lukrativ und spült Geld in die DFL-Kassen - von dem auch der DFB wieder profitiert.

Die Kritik beispielsweise aus Mannheim kann DFB-Präsident Grindel indes nicht verstehen. Bei einem Spiel zwischen Jugendteams aus China und Deutschland sagte er in der Vorwoche in Berlin, dass der Regionalliga-Plan "nicht unabgestimmt in Angriff genommen" worden sei: "Alle 19 Regionalliga-Klubs haben im Vorfeld zugestimmt."

(sid)
 
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