Antirassistisches Fußballturnier auf St. Pauli: Eine gute Mischung aus Fußball und Politik
VON JENNIFER TÖPPERWEIN - zuletzt aktualisiert: 19.05.2005 - 09:44Düsseldorf (rpo). "Dort wird das Erlebnis Fußball ganz anders angegangen, als man es in Zeiten des Kommerz gewöhnt ist", schwärmt David Kurr von den "Lost Boyz Flingern" (LBF) vom zweiten europaweiten antirassistischen Fußballturnier am Pfingstwochenende auf St. Pauli. Neben seinem Fanclub wurde auch "Azzuro Düsseldorf" von dem Veranstalter (Fanladen St. Pauli) eingeladen.
Im vergangenem Jahr habe LBF nur ein Spiel gewonnen. Dieses Mal war die Düsseldorfer Vertretung in Hamburg mit den jüngeren Azzuros sportlich stärker. Sie landeten auf dem zehnten Platz, LBF auf Platz 32. "Aber das ist für uns nur Nebensache", betont Kurr, "uns gefällt die Veranstaltung, weil es eben nicht nur um Fußball oder nur um Politik geht. Die richtige Mischung wurde gefunden."
Dies bewies auch das Programm. Neben dem Turnier wurde ebenfalls der Besuch bei einem Spiel der Regionalligamannschaft St. Pauli angeboten. Hinzu kamen zahlreiche Lesungen und Vorträge über "fußball, punkrock und ich", "Nationalismus und Fußball" und "Frauen und Fußball". Auch das Feiern wurde mit einem Konzert von den "Stage Bottles", "20 years of Hate" und "Tennents Colombo" nicht vergessen. Eine Hafenrundfahrt mit historischem und politischem Hintergrund am vergangenen Montag rundete das Wochenende ab.
"So ein ausgewogenes Programm schätzen auch die insgesamt 40 Teams aus ganz Europa", erklärt Kurr, "neben Mannschaften aus England oder Norwegen war sogar eine aus Israel vertreten." Dies ermöglichte einen internationalen Austausch von Erfahrungen, zeigte Zusammenhalt und hätte gleichzeitig den weltweiten Kampf gegen rechts gestärkt.
Die Teilnehmer konnten sich weiterhin über eine professionelle Organisation freuen. Für Privatunterkünfte und kostenlose Zeltplätze wurde gesorgt. Selbst St. Pauli stellte seine Räumlichkeiten zur Verfügung. "Der Verein ist dort sehr kooperativ", hebt Kurr hervor, klagt aber gleichzeitig: "Das ist etwas, das bei Fortuna leider noch zu kurz kommt. Zwar steht bei uns in der Stadionordnung, Rassismus gehöre nicht ins Stadion, aber es fehlen immer noch klare Bekenntnisse und entsprechende Angebote neben dem Fußball."
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