Feinbier überzeugt bei Fortunas 2:0 in RWO: "Feini" lässt Taten sprechen
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 10.04.2006 - 10:19Düsseldorf (RP). Die Szene am Spielfeldrand ist bezeichnend für die Stimmung im Fortuna-Kader. Seit Minuten schon warten Giuseppe Canale und Ermin Melunovic auf ihre Einwechslung, aber irgendwie klappt es nie. Erst fliegt der Ball einfach nicht ins Aus, dann sieht Schiedsrichter Mike Pickel wie so oft in dieser Regionalliga-Fußballpartie bei Rot-Weiß Oberhausen nicht hin. Doch statt sich zu ärgern, lachen die beiden sich kaputt, und Trainer Uwe Weidemann gleich mit.
Schließlich kommen sie doch noch rein, die Düsseldorfer schaukeln den 2:0-Sieg locker über die Runden, singen und tanzen dann noch lange vor der Fankurve. Es war kein Fußballfest im Niederrhein-Stadion, aber es war im doppelten Sinne eine Demonstration. Zum einen der spielerischen und taktischen Überlegenheit, zum anderen des Team-Charakters. Trotz einer schlechteren Phase in der ersten Spielhälfte merkte man der Weidemann-Truppe jederzeit an, dass sie den ganz schwachen Eindruck des Bremen-Spiels vergessen machen wollte.
Die abstiegsbedrohten Gastgeber erarbeiteten sich wegen der anfänglichen Abstimmungsprobleme auf Fortunas linker Seite ein paar kleinere Chancen, hatten aber keine Antwort mehr, als die Düsseldorfer einen Gang höher schalteten. Der souveräne Sieg hatte auch einen Namen - Marcus Feinbier. Der 36-Jährige war Antreiber, Ballverteiler und Vollstrecker in einer Person, spielte nahezu fehlerlos. Kurios, dass er ausgerechnet für seinen zählbaren Erfolg etwas Glück benötigte: Beim 0:1 traf er den Ball nicht voll, so dass er absurd langsam über die Torlinie hoppelte.
Dafür hätte „Feini” sicher einen zweiten Treffer gemacht, wenn ihn nicht Jörg Scherbe elfmeterreif gelegt hätte. Wohin Pickel in dieser Szene sah es blieb sein Geheimnis. Klar, dass der Trainer für die Leistung seines Routiniers ein stolzes Lächeln übrig hatte. „Große Worte kann vor einem Spiel jeder machen, aber man muss es auf dem Platz auch zeigen”, sagte Weidemann. „So wie Marcus. Er spricht viel, gibt viele Anweisungen, aber er zeigt auch die entsprechende Leistung. Er will jedes Spiel gewinnen, das ist seine Natur.”
Und er reißt dabei eine ganze Mannschaft mit wie in der zweiten Hälfte von Oberhausen.
Erwähnenswert sind allerdings auch die starken Vorstellungen von Kapitän Dirk Böcker und Marcel Podszus, der an beiden Treffern beteiligt war. RWO-Trainer Harry Pleß meinte resigniert: „Wenn du gegen diesen Sturm einen Fehler machst, wird er gleich bestraft.” In diesem Fall mit Saisontor Nummer zwölf (Feinbier) und 13 (Podszus). Starke Zahlen.
STIMMEN ZUM SPIEL (gesammelt von Gernot Speck)
Marcel Podszus nach seinem 13. Saisontor: „Mit meinen 20 Saisontoren könnte es klappen. Aber ich lasse mich nicht unter Druck setzen. Wenn es doch noch gelingt, dann gebe ich den Jungs, die die Podszus-20-Tore-Fahne gemacht haben, einen aus.” .
Vorstandssprecher Peter Frymuth: „Unterm Strich geht der Sieg in Ordnung. Wir wollen weiterhin 100 Prozent geben, um in der Tabelle nach oben zu klettern.” Kapitän Dirk Böcker. „Ein schweres Spiel, das Ergebnis zählt. In der zweiten Halbzeit hat das Team sich den Sieg verdient.”
Mittelfeldakteur Ahmet Cebe: „Eigentlich war es ein schweres Spiel. In der ersten Hälfte haben wir nur phasenweise gut gespielt, in der zweiten sicherer gestanden - trotz des Gegenwindes. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden.”
Defensivspieler Henri Heeren: „Trotz meiner Schmerzen geht es mir ganz gut. Wenn ich spielen kann, dann spiele ich. Die erste Hälfte haben wir ein bisschen verschlafen.Aber aufgrund der zweiten haben wir den Sieg verdient.”
Youngster Denis Wolf: „In den zweiten 45 Minuten haben wir gut gekontert. Klar habe ich ein Tor vorbereitet, aber dazu bin ich ja da.”
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