Pokalniederlage in Wuppertal: Fortuna ein bisschen abgestürzt
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 23.11.2005 - 11:46Düsseldorf (RP). Düsseldorfer Pokalträume enden mit Vorliebe im Wuppertaler Zoostadion. In der vergangenen Saison schieden Fortunas Regionalliga-Fußballer gegen den WSV Borussia aus dem Arag-Niederrheinpokal aus, und gestern ereilte sie das gleiche Schicksal. 62 Tage nach der letzten Pflichtspiel-Niederlage (beim 0:1 in Lübeck) verlor die Mannschaft von Trainer Uwe Weidemann das Verbands-Viertelfinale mit 0:3.
Unverdient war’s nach mäßiger Vorstellung der Gäste nicht, dafür aber umso ärgerlicher: In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals hätte unter Umständen eine fette Einnahme gewinkt. In ungewohnter Rolle fand sich Denis Wolf wieder. Der etatmäßige Flügelspieler, der seine Stärken gemeinhin in der Offensive hat, rückte für den angeschlagenen Hamza Cakir in die Vierer-Abwehrkette. Frank Scharpenberg, den alle in der Startelf erwartet hatten, musste wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen, denn auf Wolfs Platz spielte Engin Kizilasan - Belohnung für die guten Trainingsleistungen der vergangenen Wochen, die „Kizi“ am Dienstag freilich nicht bestätigte.
An diesen Umstellungen lag es dennoch sicher nicht, dass Fortuna in der Defensive einige Schwierigkeiten hatte. Zwar gehörte den Düsseldorfern die erste klare Chance, als Marcel Podszus in der achten Minute allein auf Torhüter Christian Maly zulief, diesen jedoch anschoss. In den folgenden Minuten erarbeitete der WSV sich aber ein Übergewicht, und ein ums andere Mal sah die Deckung der Düsseldorfer nicht gut aus. Der Wuppertaler Führungstreffer kam somit nicht überraschend: Dirk Heinzmann setzte aus 14 Metern völlig ungedeckt zu einem Fallrückzieher an, der Patrick Deuß offenbar gänzlich überraschte.
Sieben Minuten vor der Pause ergab sich für Deuß aber die glänzende Gelegenheit, seinen Schnitzer wieder wett zu machen - und er nutzte sie. Nach einem Foul von Erdal Eraslan an Heinzmann hatte Schiedsrichter Marc Seemann auf Elfmeter entschieden, doch „Pat“ meisterte den Schuss des Ex-Düsseldorfers Gustav Policella souverän. In der 70.Minute fiel das 2:0 dann aber doch, als wiederum die gesamte Fortuna-Abwehr schlief, diesmal nach einem schnell ausgeführten Freistoß.
Der kurz zuvor eingewechselte Michael Lejan traf aus unmöglichem Winkel, auch weil Deuß unglücklich weit vor dem Tor stand. Das 3:0 schaffte kurz vor Schluss André Wiwerink. Es passte in negativer Hinsicht eben fast alles zusammen an einem eiskalten Abend im Zoostadion, denn selbst die zuletzt überragende Innenverteidigung mit Erdal Eraslan und Oliver Barth kam mehrfach ins Wackeln. Wärmer wird’s am Freitag im Punktspiel bei Spitzenreiter Holstein Kiel ganz sicher auch nicht - hoffentlich aber wieder stabiler in der Abwehr.
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