Sorgen vor dem Spiel in Kiel: Fortuna fehlen Alternativen
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 25.11.2005 - 08:32Düsseldorf (RP).Dass die fast schon unheimliche Siegesserie seiner Mannschaft irgendwann reißen musste, war Fortunas Trainer Uwe Weidemann immer klar. Ernüchternd war bei der 0:3-Pokalniederlage in Wuppertal allerdings der Nachweis, dass der Fußball-Regionalligist zwar einen recht gut sitzenden ersten Anzug besitzt - der zweite jedoch schon ein wenig kneift. Nicht gerade beruhigend vor dem schweren Auswärtsspiel heute Abend (19.30 Uhr) bei Spitzenreiter Holstein Kiel.
Beispiel Engin Kizilaslan: Der 23-Jährige hatte sich durch gute Trainingsleistungen und engagierte Kurzauftritte für einen Einsatz von Anfang an empfohlen - enttäuschte dann beim WSV aber auf der ganzen Linie. Weidemann wollte den jungen Türken zwar nicht öffentlich in die Pfanne hauen, äußerte auf Nachfrage aber vielsagend: „Ich habe neue Erkenntnisse gewonnen.“
Beispiel Denis Wolf: Auf dem rechten Offensivflügel hatte der Ex-Hannoveraner zwar meist weniger Akzente gesetzt als sein Konkurrent Ahmet Cebe, im allgemeinen Leistungshoch aber mithalten können. Als Ersatz für Hamza Cakir rechts in der Abwehrkette taugte Wolf indes nicht - ein Problem, da Cakir auch heute in Kiel ausfällt.
Beispiel Ermin Melunovic: In Heimspielen zeigt der Serbe durchaus Qualitäten als Strafraumwühler, aber ein Konterspieler ist er ganz und gar nicht. Erwischen also Marcus Feinbier und Marcel Podszus mal auf fremdem Platz einen schwächeren Tag (wie beim Wuppertaler SV), kann Melunovic bislang keine Entlastung bringen.
Besonders die Besetzung der Abwehrkette dürfte Weidemann heute Kopfzerbrechen bereiten. In Wuppertal wollte er die zuvor so starke Innenverteidigung mit Erdal Eraslan und Oliver Barth nicht aufbrechen, griff deshalb zur Variante mit Denis Wolf. Kaum vorstellbar, dass er dieses Experiment gegen den gefährlichen Holstein-Angriff um den Ex-Hamburger André Breitenreiter wiederholen wird.
„Das ist eine sehr kompakte, bärenstarke Truppe“, sagt der Düsseldorfer Trainer über den Spitzenreiter. „Wenn jemand 3:0 bei der besten Heimmannschaft der Liga gewinnt, spricht das für sich.“ Mit diesem Ergebnis, beim VfB Lübeck erzielt, waren die Kieler am Samstag auf Platz eins geklettert. „Wenn Holstein einmal in Führung liegt, wird es ganz schwer für den Gegner“, ergänzt Weidemann. Konzentration von der ersten Minute an ist also gefordert - kein leichter Job, zumal in Wuppertal Anzeichen von fehlender mentaler Frische erkennbar waren.
Da täten neue Ideen, etwa durch Henri Heeren oder Jörg Albertz, gut. Aber ob die beiden dafür schon fit genug sind?
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