Beim 3:3 in Kiel: Fortuna jubelte zu früh
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 26.11.2005 - 09:35Düsseldorf (RP). Ein kapitaler Fehler von Torhüter Patrick Deuß hat Fortunas Aufholjagd in der Fußball-Regionalliga ein wenig gestoppt. Die Düsseldorfer hatten das Gastspiel bei Spitzenreiter Holstein Kiel schon so gut wie gewonnen, als der Keeper einen Distanzschuss nach vorn abklatschen ließ. Der eingewechselte Ryan Coiner ließ sich die Chance nicht entgehen und schob zum 3:3 ein.
Vor dem Anpfiff wäre jeder im Düsseldorfer Tross mit diesem Ergebnis zufrieden gewesen - so aber trauerten alle der vergebenen Chance nach, vielleicht sogar doch noch einmal das Unmögliche zu schaffen: Nach dem völlig verkorksten Saisonstart in den Aufstiegskampf einzugreifen. Die Serie von sieben Pflichtspielen in Folge ohne Niederlage kann sich dennoch sehen lassen.
Schneechaos auf den Autobahnen, bis zu 35 Kilometer Stau bei Osnabrück - die Anreise der Düsseldorfer Fans an die Ostsee hatte am Freitag einige arge Tücken. Zu Beginn der Partie war der Gästeblock so gut wie leer, und die letzten Düsseldorfer Busse kamen erst kurz vor dem Schlusspfiff am Holstein-Stadion an.
Zum Glück präsentierten sich Fortunas Spieler auch ohne Unterstützung von der ersten Minute an hellwach. Die Mannschaft von Trainer Uwe Weidemann war gegenüber der schwachen Pokalpartie in Wuppertal am Dienstag nicht wiederzuerkennen, stand kompakt in der eigenen Hälfte und nutzte immer wieder geschickt die Freiräume zum Kontern.
Andreas Lambertz war es in erster Linie, der das Spiel engagiert ankurbelte und überraschende Ideen in die Offensive brachte. Indirekt war „Lumpi“ auch am Führungstreffer beteiligt. Nach Vorarbeit von Marcel Podszus hatte ihn die Kieler Abwehr erst in letzter Sekunde und auf Kosten eines Eckballs am Einschuss gehindert. Dieser Eckstoß von Tim Kruse kam so gefährlich in die Mitte, dass ihn der Kieler Björn Lindemann, hart bedrängt von Oliver Barth, nur noch per Kopf ins eigene Netz befördern konnte.
Und obwohl der Tabellenführer wenig später ausglich, verlor Fortuna nicht ihre Ordnung. Über Konter blieb die Elf stets gefährlich und verdiente sichso in der Nachspielzeit die Führung. Jörg Albertz, der aus dem Spielgeschehen heraus kaum auffiel, schlug einen Freistoß präzise auf den Kopf von Marcus Feinbier, der den Ball zum 1:2 in die lange Ecke beförderte.
Feinbier war es auch, der mit einem langen Pass den überragenden Lambertz zum 1:3 auf die Reise schickte. Die Entscheidung war das gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Kieler jedoch noch nicht, zumal Lambertz vier Minuten vor dem Ende die Ampelkarte sah. Schiedsrichter Thorsten Schriever ging eine Auswechslung offenbar zu langsam vonstatten. Und so kam es, wie es kommen musste: Wegen Coiners Treffer wurde Fortunas Fight nur mit einem Punkt belohnt.
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