Schiedsrichter verweigert Düsseldorfern zwei Treffer: Fortuna nur 0:0 gegen Hertha
zuletzt aktualisiert: 05.03.2005 - 17:15Düsseldorf (rpo). Fortuna hat den dringend benötigten Durchbruch auch im Heimspiel gegen Herthas Amateure nicht geschafft, kam gegen die Berliner nicht über ein enttäuschendes 0:0 hinaus. Dabei erzielten die Gastgeber vor 4100 Besuchern zwei Treffer, die der Schiedsrichter wegen angeblichem Abseits nicht gab. Fortuna ist nun bereits seit fünf Spielen ungeschlagen, hat aber in diesem Jahr noch nicht gewonnen.
Die Zuschauer sahen ein bis zum Schluss spannendes Spiel und waren fünf Minuten vor Schluss auf den Barrikaden: Schiedsrichter Bornhorst erkannte einen Kopfballtreffer von Gustav Policella nach einer weiten Bellinghausen-Flanke wegen angeblichem Abseits nicht an. Policella hatte den Ball nur ganz kurz angetippt und ihn so über den herausstürzenden Keeper Semghoun gehoben. Wenige Minuten vorher hatten sich die Besucher auch schon einmal zu früh gefreut, als Bornhorst einem Tor des eingewechselten Engin Kizilaslan die Anerkennung versagte.
Fortuna-Trainer Uwe Weidemann schwor Stein und Bein: "Policella stand nie und nimmer im Abseits." Und Marcel Podszus berichtete: "Selbst die Hertha-Spieler haben zugegeben, dass das kein Abseits war." Weidemann wollte das aber nicht als Entschuldigung gelten lassen. Er beklagte nach der Partie: "Wir haben zu lange mit viel zu wenig Leidenschaft gespielt. Wir wollen, tun und machen, aber uns lähmt eine Blockade, es fehlt uns der Treffer, der für Befreiung sorgt. Einige Jungs haben einfach Angst zu versagen." Der Trainer haderte mit dem fehlenden Glück. "Wenn ein so'n Ding einfach mal kurz hinter die Linie kullert statt knapp vorbeizugehen, dann läuft das Spiel ganz anders", so der Trainer.
Fortuna hatte zwar den besseren Start gehabt, nahm sich im Laufe der ersten Halbzeit aber immer mehr zurück, weil die Herthaner zeigten, dass sie mit ihren schnellen Kontern und sicheren Kombinationen brandgefährlich waren. Mit Wiederbeginn war deutlich zu sehen, was ihnen Weidemann in der Kabine gesagt hatte. Aber die starken Berliner befreiten sich immer wieder geschickt aus der Unklammerung und starteten gefährliche Gegenangriffe. Erstaunlich wie sicher die zuletzt personell so gebeutelte Fortuna-Abwehr um Dirk Böcker stand. Weidemann sagte nur: "Mile? Respekt!"
Der Trainer versuchte dann in der Schlussphase noch einmal alles, brachte Joker Engin Kizilaslan für den enttäuschenden Frank Mayer, dem gar nichts gelungen war. Der erneut starke Marcel Podszus rückte von Rechtsaußen in die Mitte und zeigte, dass er auch da von großem Wert sein kann. Denn in der letzten viertel Stunde gab es noch vier große Chancen für die Düsseldorfer. Aber es war wie immer in diesem Jahr: "Wir betreiben risiegen Aufwand, machen aber einfach das Tor nicht."
STATISTIK ZUM SPIEL:
Fortuna: Patrick Deuß - Gerrit Bürk, Mile Bozic, Dirk Böcker - Lukas Marzok (69. Mariano Pasini), Markus Lösch, Marcel Ndjeng, Axel Bellinghausen - Gustav Policella, Frank Mayer (69. Engin Kizilaslan), Marcel Podsus. Auf der Bank: Carsten Nulle, Thomas Hoersen, Sanshiro Matsumoto, Julius Steegmann, Mariano Pasini, Murat Gümüstas, Engin Kizilaslan.
Hertha (A): Nourreddine Semghoun - Denis Cagara, Pascal Bieler, Oliver Schröder, Andreas Schmidt, Sofian Chahed, Veijeany Samba, Sven Kretschmer (71. Dejagah), Ante Covic (75. Ebert), Kevin Boateng, Alexander Ludwig (86. Wallschläger). Auf der Bank: Nico Pelletz, Stephan Schmidt, Stefan Schumann, Ashkan Dejagah, Amadeus Wallschläger, Robert Müler, Patrick Ebert. Trainer: Karsten Heine.
Zuschauer: 4100
Schiedsrichter: Bornhorst (Damme).
Gelb: Böcker / Samba, Kretschmer, Ebert
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