Am 18. März 1981 bestritt Fortuna das letzte Europacup-Spiel: Fortunas glanzvolle Zeiten
VON GERNOT SPECK - zuletzt aktualisiert: 16.03.2006 - 11:11Düsseldorf (RP). Am Samstag reist Fußball-Regionalligist Fortuna Düsseldorf nach Ostfriesland. Die Partie bei Kickers Emden im Embdena Stadion steht auf dem Programm. Doch während die Norddeutschen vor einem Vierteljahrhundert noch in der Verbandsliga antraten, bestritt Fortuna auf den Tag genau vor 25 Jahren als damals amtierender DFB-Pokalsieger das bis heute 29. und bislang letzte Europacupspiel ihrer Geschichte.
Im Emder Oval dürfen sich maximal 7200 Fans tummeln, an diesem geschichtsträchtigen 18.März 1981 dagegen schrien 80000 beim Viertelfinale des einstigen Europapokals der Pokalsieger im Estadio da Luz ihren Klub Benfica Lissabon zu einem 1:0-Sieg. Damit schied Fortuna aus. Der Trainer auf Seiten der Düsseldorfer hieß 1981 Heinz Höher. Er erinnert sich auch nach 25 Jahren noch gut an die Begegnung: „Portugals ehemalige Fußballgröße Eusebio stand am Spielfeldrand und hat Benfica nach vorne gepeitscht.“
Im Hexenkessel des riesigen Stadions, das eher ans römische Kolosseum denn einen Fußballplatz erinnerte, versuchten die Akteure um Klaus Allofs und seinen Bruder Thomas, trotz des ohrenbetäubenden Lärms der Kulisse cool zu bleiben. Bis zur Pause des Duells ließ sich keiner der elf Düsseldorfer auf dem Rasen einschüchtern, auch nicht Verteidiger Heiner Baltes, der seinem dunkelhäutigen Gegenspieler Reinaldo den wenig charmanten Spitznamen „Kokosnuss“ verpasst haben soll.
„Das war eine gute Mannschaft, sie war ja nicht umsonst zweimal hintereinander DFB-Pokalsieger geworden“, sagt Höher. Unentschieden stand es in Lissabon zur Pause, 0:0 auch nach einer Stunde. Ein einziges Tor musste her. Doch Fortunas Offensive hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Als Torwart Jörg Daniel 60 Sekunden vor dem Ende einen Abwurf vermasselte, stand es plötzlich 1:0 für Benfica. Dabei blieb es. Fortuna war ausgeschieden. Der Traum vom Siegeszug durch Europa ausgeträumt.
Heinz Höher blickt zurück: „Beim 2:2 im Hinspiel hatten wir es versäumt, richtig vorzulegen.“ Das Europapokal-Finale (Dynamo Tiflis gegen Carl Zeiss Jena 2:1/9000 Zuschauer) ausgetragen im Rheinstadion, geriet ohne den Fortuna zum finanziellen Fiasko. Fortan ward Fortuna Düsseldorf nie mehr auf europäischen Fußballbühnen gesehen. Mit Ausnahme von ein paar mickrigen Auftritten in der Intertotorunde, dem wenig attraktiven Vorläufer des auch nicht sonderlich begehrten UI-Cups, in Fußball-Metropolen wie dem rumänischen Ploiesti.
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