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Gewalt gegen Unparteiische
Kreis Essen entsendet keine Schiedsrichter mehr

Gewalt im Amateurfußball: Kreis Essen entsendet keine Schiedsrichter mehr
Der Fußballkreis Essen zeigt drei Mannschaften die Rote Karte. FOTO: dpa, dpa
Essen. Nach mehreren Spielabbrüchen wegen Gewalt auf dem Platz und Bedrohungen von Schiedsrichtern schickt der Fußballkreis Essen zu drei mehrfach auffällig gewordenen Mannschaften keine Unparteiischen mehr.

Zu den Spielen von Barisspor I, Juspo Altenessen II und zur A-Jugend der SpVgg Steele 03/09 wird der Fußballkreis bis auf Weiteres keine Schiedsrichter mehr entsenden. "Vor einem Jahr hatten wir zwei, drei große Vorfälle, unter anderem mit einem Kieferbruch bei einem Schiedsrichter. Danach war eigentlich ein Jahr lang Ruhe. Im November gab es nun allerdings vier große Spielabbrüche, bei denen sich niemand in der Lage sah, den Schiedsrichter gegen Angriffe zu verteidigen. Da ist es unsere Aufgabe, wenigstens das schwächste Glied der Kette zu schützen", betont der Kreisvorsitzende Thorsten Flügel im Gespräch mit unserer Redaktion.

Allerdings wird diese Maßnahme auch für die Gegner zum Problem. Sie müssen Schiedsrichter stellen. Sollten weder sie noch die betroffenen Mannschaften das schaffen, gilt das Spiel für beide als verloren. Daher sieht sich Flügel derzeit auch viel Kritik ausgesetzt. "Ich habe in den sozialen Netzwerken noch nie so viel auf die Mütze bekommen", sagt Flügel. Der Fußballkreis habe aber keine andere Handhabe, einen Ausschluss von Mannschaften sehe die Satzung in diesem Fall nicht vor.

Es gibt jedoch Anzeichen, dass sich die Situation auf anderem Wege lösen könnte. Die Steeler A-Jugend-Mannschaft hat bereits angekündigt, am Wochenende nicht anzutreten, die Funktionäre des Fußballkreises hoffen, dass Juspo Altenessen und Barisspor sich diesem Beispiel anschließen. Eine nachhaltige Lösung für das Gewaltproblem auf Amateurfußballplätzen wäre aber auch das freilich nicht.

(ak/sid)
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