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Pat Deuß im Interview: "Nach einem Sieg mache ich die Humba!"

VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 15.11.2005 - 14:26

Düsseldorf (rpo). Fortuna-Keeper Patrick Deuß hat auch in Chemnitz seinen Kasten sauber gehalten. Nach dem 4:0-Sieg seiner Düsseldorfer ist er mittlerweile seit 505 Minuten ohne Gegentor. So lange wie noch nie in seiner Laufbahn. Dennoch sagt er: „Diese Minutenzählerei macht mich verrückt. Die bringt doch nichts.“ RP Online sprach mit dem 26-Jährigen.

Pat Deuß ist die ... Foto: rpo, Falk Janning
Pat Deuß ist die ... Foto: rpo, Falk Janning

RP Online: Guten Tag, Herr Deuß! Haben Sie in Ihrer Laufbahn schon einmal so lange keinen Gegentreffer kassiert? Nach dem Chemnitz-Spiel sind es schon 505 Minuten. Wie lange soll das noch so weitergehen?

Patrick Deuß: „Diese Minutenzählerei macht mich verrückt. Die bringt doch nichts. Ich werde einen Teufel tun und mich daran beteiligen.“

RPO: Aber Sie sind doch Mathematiker ...

Deuß: „Mathematik und Fußball sind für mich zwei grundverschiedene Dinge. Klar, ich freue mich, dass wir solange kein Tor kassiert haben. Aber das mache ich ja nicht alleine, Fußball ist schließlich ein Mannschaftssport. In Remscheid habe ich auch mal einige Spiele lang kein Gegentor kassiert, aber die Serie war nicht so lang wie diese. Genau weiß ich das aber nicht.“

... Säule in der Abwehr. Foto: rpo, Falk Janning

RPO: Aber wenn Sie sich ein Ergebnis aussuchen könnten, dann würden Sie doch sicher das Zu-null-Ergebnis nehmen, oder?

Deuß: „Kommt ganz drauf an. Wenn ich zwischen 2:1 und 0:0 wählen müsste, dann würde ich natürlich das 2:1 nehmen, weil es dafür drei Punkte gibt. Dann würde ich zwar ein Tor kassieren, aber meine Mannschaft kommt weiter wenn sie gewinnt. Und nur darauf kommt es an.“

RPO: Haben Sie in Chemnitz mit Frank Mayer gesprochen, der Ihnen einen einschenken wollte?

Deuß: "Klar! Fränkie war am Abend vor dem Spiel im Mannschafts-Hotel."

Probleme hatte er auf der Fuchswiese in Südsachsen allerdings mit den Abschlägen vom Boden. Foto: rpo, Falk Janning

RPO: Und nach dem Spiel, gab es da noch einen Kontakt?

Deuß: "Ja, er hat mich gefragt, was er hätte anders machen müssen, als er mit dem Ball am Fuß allein auf mein Tor zugelaufen ist."

RPO: Haben Sie ihm einen Tipp gegeben?

Deuß: „Ja, das sage ich aber jetzt nicht, weil die anderen Stürmer der Liga dann wissen, wie sie mich bezwingen können.“

RPO: Und der Mayer im Rückspiel?

Deuß (lacht): ...

RPO: Was war in Chemnitz mit Ihren Abschlägen vom Boden los? Die kamen gar nicht an oder landeten im Aus.

Deuß: „Die Abschläge waren durchweg eine Katastrophe, das gebe ich zu. Ein Ding darf schon einmal daneben gehen, aber in Chemnitz bin ich überhaupt nicht unter den Ball gekommen.“

RPO: Lag es am Rasen?

Deuß: „Nein, quatsch, am Rasen lag es bestimmt nicht. Ich weiß auch nicht, warum die Abschläge fast alle schief gegangen sind. Ich habe mir vorgenommen, beim Training in dieser Woche daran zu arbeiten. Das Problem ist: Ich versuche sie immer möglichst flach zu bringen, damit sie für unsere Stürmer besser kommen und sie für die gegnerische Abwehr gefährlicher sind. Diese Dinger sind wirklich schwer."

RPO: Wie sieht es mit Ihrer Verletzung aus ? Noch ein Verletzter wäre für die Mannschaft ja eine Katastrophe. Ist Ihr Einsatz am Samstag gegen Jena gefährdet?

Deuß: „Auf keinen Fall. Es geht schon wieder besser. Bei einem Abschlag habe ich plötzlich Schmerzen im Knie gespürt, das ist irgend etwas am Innenband oder an der Kapsel. Nach Spielende in Chemnitz ging erst einmal gar nichts mehr, das hat so weh getan, dass ich auch nicht mehr zu den Fans gegen konnte. Dafür möchte ich mich hiermit entschuldigen. Am Montagnachmittag konnte ich aber das lockere Lauftraining schon wieder schmerzfrei mitmachen und heute war ich auch schon wieder beim kompletten Programm dabei."

RPO: Wenn Sie fehlen, dann entsteht ja nicht nur im Tor eine Lücke. Sie sind ja seit dem Berlin-Spiel auch der Mann für die gemeinsame Humba von Mannschaft und Fans.

Deuß: "Ja, richtig. Humba-Mickey hatte mich in Berlin gefragt, ob ich das nicht übernehmen möchte. Ich habe spontan zugesagt. Ich verspreche: Wenn wir am Samstag gegen Jena gewinnen, dann werde ich auch wieder die Humba machen."

RPO: Freuen Sie sich auf das Paul-Janes-Stadion?

Deuß: "Mir ist eigentlich egal, wo wir spielen. Die Arena hat durch ihre Größe auch etwas, das uns stimuliert. Das Paul-Janes-Stadion hat andere Vorzüge, da sitzen die Fans näher dran, und wenn 8000 Leute kommen, ist die Stimmung wirklich toll. Ich wünsche mir für Samstag ein ausverkauftes Haus."

RPO: Zur Tabellensituation: Gehört Fortuna zur oberen oder unteren Tabellenhälfte?

Deuß: „Wir sammeln immer noch Punkte gegen den Abstieg. Uns allen ist bewusst, dass wir eine solche Rückrunde wie in der vergangenen Saison - mit diesem unglaublichen Kraftakt und der langen Siegesserie - nicht ein zweites Mal hinkriegen. Wir wollen auf keinen Fall in der Winterpause wieder unten stehen. Erst wenn wir 45, 46 Punkte haben können wir anfangen, uns Gedanken zu machen, ob mehr drin ist. Bis dahin blicken wir nach unten. Lasst uns auf dem Teppich bleiben!“


 
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