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0:5 in Osnabrück: Platzverweise brechen Fortuna das Genick

VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 03.12.2005 - 15:36

Osnabrück (rpo). Ernüchterung bei Fortuna Düsseldorf: Am 20. Spieltag der Regionalliga Nord unterlagen die Schützlinge von Trainer Uwe Weidemann beim VfL Osnabrück mit 0:5 (0:2). Zu allem Überfluss sahen Erdal Eraslan und Ahmed Cebe jeweils die Gelb-Rote Karte. Für die Düsseldorfer ging damit eine Serie von acht Partien ohne Niederlage zu Ende.

Ahmed Cebe im Zweikampf mit Osnabrücks Joe Enochs. Später sah Cebe die Ampelkarte.  Foto: rpo, Falk Janning
Ahmed Cebe im Zweikampf mit Osnabrücks Joe Enochs. Später sah Cebe die Ampelkarte. Foto: rpo, Falk Janning

Die Düsseldorfer unterlagen verdient, wurden aber weit über Wert geschlagen. Trotz der hohen Niederlage zeigten die Gäste nämlich lange eine sehr gute Leistung und waren dem heimstarken VfL phasenweise mindestens ebenbürtig. Fortuna spielte gut mit und war in der ersten Halbzeit 30 Minuten lang sogar die bessere Mannschaft. Die Weidemänner brachen erst in der Schlussphase ein, als sie nur noch zu neunt auf dem Platz standen und das dritte Gegentor kassierten. Welchen Kredit sich die Mannschaft durch die Erfolge der vergangenen Wochen erspielt hat, das zeigten die mitgereisten 1.000 Fans nach dem Schlusspfiff: Sie feierten ihre Mannschaft trotz des Debakels.

Weidemann hatte die Elf gegenüber dem großartigen Auftritt in Kiel auf drei Positionen verändern müssen und hatte für die verletzten Kruse und Podzsus sowie den gesperrten Lambertz von Beginn an auf Scharpenberg, Cakir und Wolf gesetzt. Podszus-Ersatz Wolf machte seine Sache gut - abgesehen von der Chancenverwertung. Zwei, drei Tore hätte der junge Stürmer erzielen müssen, wirkte aber vor dem gegnerischen Kasten wie das Kaninchen vor der Schlange.

Die größte Einschussmöglichkeit hatte der 22-Jährige Sekunden nach Wiederbeginn, als ihm der Ball freistehend vor Osnabrück-Keeper Berbig vor die Füße fiel und er sich in aller Ruhe die Ecke aussuchen konnte. Wolf zielte aber auf die Mitte, traf nur den Torwart und vergab die Chance zum 1:2-Anschlusstreffer. Schon im ersten Durchgang hatte Wolf einen Treffer auf dem Fuß. Auch Feinbier vergab aus aussichtsreicher Position.

Auch die allererste Chance des Spiels hatte Fortuna: Feinbier scheiterte nach wenigen Sekunden aus zehn Metern an Berbig. Auf der anderen Seite fielen die Tore allzu leicht: Im direkten Gegenzug - nach nur einer Minute Spielzeit - lag der Ball hinter Pat Deuß im Kasten. Andreas Schäfer hatte  sich auf der linken Seite durchgesetzt, seine Flanke verwandelte Reichenberger aus sechs Metern ohne Probleme. Fortuna erholte sich schnell von dem Schock und hielt dagegen. Ein Schock war nach 22 Minuten aber die Ampelkarte gegen Erdal Eraslan, der im Mittelfeld mit gestrecktem Bein zu Werke gegangen war.

Der agile Osnabrücker Angreifer Addy Waku Menga versetzte den Düsseldorfer Hoffnungen einen weiteren Dämpfer, als er sich 50 Meter vor dem Fortuna-Tor das Leder schnappte und den Ball nach einem Spurt eiskalt zum 2:0 versenkte.

Auch für den endgültigen Knock-out war Menga zuständig, der nach 70 Minuten das 3:0 erzielte. Vorausgegangen war ein kapitaler Fehler von Frank Scharpenberg und Hamza Cakir, die Reichenberger und Nouri auf der rechten Abwehrseite gewähren ließen, weil sie der Ansicht waren, dass der Ball die Auslinie bereits überschritten hatte. Menga nutzte die Unachtsamkeit der protestierenden Düsseldorfer: Er drosch den Ball von der Torauslinie aus auf das Tor und hatte Glück, dass der Ball den Weg zwischen Pfosten und Torwart Deuß ins Tor fand.

Da standen die Düsseldorfer nur noch zu Neunt auf dem Platz, weil der Schiedsrichter Ahmed Cebe mit einer Ampelkarte vorzeitig zum Duschen geschickt hatte.


STATISTIK ZUM SPIEL

Osnabrück: Tino Berbig - Dave de Jong, Björn Joppe, Wolfgang Schütte, Michael Kügler (74. Wedau), Joe Enochs (K), Thomas Reichenberger, Alexander Nouri (83. Bernhardt), Andreas Schäfer, Addy Menga (83. Heider), Florian Heidenreich.

Fortuna: Pat Deuß - Oliver Barth, Hamza Cakir, Dirk Böcker, Henri Heeren, Frank Scharpenberg, Jörg Albertz (83. Kizilaslan), Denis Wolf (75. Nedeljkovic), Ahmet Cebe, Erdal Eraslan,  Marcus Feinbier. Auf der Bank: Dennis Prostka, Ben Abelski, Engin Kizilaslan, Julius Steegmann, Ermin Melunovic, Hassan Nounouh, Sinsa Nedeljkovic.

Zuschauer: 6500.

Tore: 1:0 Reichenberger (2.), 2:0 Menga (33.), 3:0 Menga (70.), 4:0 Wedau (77.), 5:0 Heider (87.).

Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne).

Gelb: Schütte, Kügler - Barth.

Gelb-Rot: Eraslan (39. wiederholtes Foulspiel), Cebe (55. wiederholtes Foulspiel).


STIMMEN ZUM SPIEL

Pele Wollitz: "Düsseldorf hatte in der ersten Halbzeit 15 Minuten mehr vom Spiel. Berbig hat in dieser Phase gut gehalten. Nach dem 3:0 ist uns eine große Last von den Schultern gefallen."

Uwe Weidemann: "So kurios es nach einem solchen Ergebnis klingen mag: Beide Mannschaft haben in der ersten Halbzeit ein gutes Soiel gemacht. Der Unterschied war, dass der VfL seine Chancen genutzt hat und wir nicht. Ich glaube nicht, dass viele andere Mannschaften schon so viele Chancen hier hatten wie wir heute. Ich habe lieber einmal eine richtige Klatsche als fünfmal ein 0:1."


 
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