"Irgendwann kommt der Tag X": Selbst als Chelsea fragte, blieb Koch Fortuna treu
VON MORITZ TILLMANN - zuletzt aktualisiert: 26.07.2004 - 14:25Düsseldorf (rpo). Er war der, der mit seinen Händen die Aufstiege '94 und '95 sicherte und sich gleichzeitig in die Herzen der Fortuna-Fans spielte. Aber nicht nur Georg Kochs grandiose Reflexe und Paraden beeindruckten die Anhänger der Fortuna, auch seine Verbundenheit und Treue machen den 32-Jährigen auch heute noch zu einer der beliebtesten Spieler der Fortuna überhaupt.
"Es kann zwar immer alles sehr schnell gehen, aber es sieht danach aus, als würde bis zum Sommer nichts passieren." Koch hatte in der Winterpause der Sasion 96/97 Anfragen aus Everton und Chelsea, aber entschied sich voerst für seine geliebte Fortuna, obwohl diese am 17. Spieltag nach einem entäuschenden 1:2 in Hamburg auf den 15.Platz abrutschte.
Vielleicht hätte er damals doch wechseln sollen, denn die Rückrunde mit dem Auswärtspiel in Köln begann und endete für Koch äußerst bitter. Nach einem schweren Patzer in der 45. Minute, den Toni Polster souverän zum 1:0 der Kölner markierte, prallte Koch in der 78. Minute mit Ralf Hauptmann zusammen. Bruch der Mittelhand, des Nasen- und Jochbeines, lautete damals die niederschmetternde Diagnose. Traurig war dieser Rückschlag besonders, weil Spielerbeobachter im Auftrag des AC Mailand und den Glasgow Rangers auf der Tribüne des Müngersdorferstadions saßen.
Auch Kochs Krisensitzung weckte Fortuna nicht auf
Erst am 27.Spieltag kam der selbstbewußte Torwart zurück in den Kasten der Fortuna und konnte in den letzten vier Spielen den Abstieg der Fortuna nicht verhindern. Besonders nach der bitteren 0:5 Niederlage am 29. Spieltag gegen den späteren Meister Bayern München, konnte Koch seine Mannschaftskollegen nicht mehr wachrütteln.
Eine vierstündige von Koch zusammengerufene Krisensitzung ("Ein hartes Gespräch unter Männern, das wir schon früher hätten führen müssen") brachte auch in den folgenden Spielen nicht die erhofften Erfolge. Für die Fortuna Fans war nun das eingetreten, was man wohl einem Alptraum gleichkam. Die Mannschaft stieg nicht nur ohne Perspektive in die Zweite Liag ab, sondern auch ihr Torwart-Idol sollte den Verein verlassen.
Traurig war dann besonders, wie Koch ging. "Die wollen doch in erster Linie mit mir ein gutes Geschäft machen", sagte der gebürtige Bergisch-Gladbacher damals und fügte hinzu: "Irgendwann kommt der Tag X. Dann wird abergerechnet. Wenn alle ihr eigenes Süppchen kochen wollen, dann sollen sie es ohne mich tun." Verbittert konnte sich der Keeper zwischen Glasgow, Mailand, Köln, Kaiserslautern, Bielefeld und Eindhoven entscheiden und das tat er auch. Zwar wäre er für ein Zweitligavertrag nicht zu halten gewesen, aber bitter war es schon, wie die damalige Fortunaführung den Held der Fans fallen ließ.
Irgendwann wieder bei Fortuna
Trotzdem hatte Koch auch in den kommenden Jahren seine Fortuna nie vergessen und deutete immer wieder an, irgendwann zurück zu kommen. "Vorstellen kann ich mir alles! Ich habe einmal gesagt: Ich werde zur Fortuna zurückkkehren. Und das werde ich, egal, in welcher Funktion", sagte der jetzige MSV-Torhüter bei seinem Fortuna-Benefizspiel mit dem 1. FC Kaiserslautern im August 2001. Die Fortuna-Fans haben das nicht vergessen und immerhin ist ihr Liebling dem Verein ja schon geografisch näher gekommen.
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