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Antisemitischer Zwischenfall in Berliner Kreisklasse
Spieler als "Judenschweine" beleidigt und mit Eckfahne attackiert

Chronologie: Gewalt auf deutschen Fußballplätzen
Chronologie: Gewalt auf deutschen Fußballplätzen FOTO: rponline
Berlin. Bei einem Fußballspiel in der Berliner Kreisklasse ist es am Sonntag zu einem schweren antisemitischen Übergriff gekommen. Wie der jüdisch geprägte Sportverein TuS Makkabi Berlin am Montagabend mitteilte, wurden Spieler der dritten Herrenmannschaft während eines Heimspiels gegen den Verein Meteor 06 tätlich angegriffen und beleidigt.

Der Berliner Fußball-Verband (BFV) bestätigte die Übergriffe am Dienstag auf Anfrage. BFV-Sprecher Kevin Langner sprach von einem "wirklich schlimmen" Vorfall. "Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, damit sich solch ein Fall nicht wiederholt", sagte Langner.

Wie TuS Makkabi auf der Vereins-Website mitteilte, wurden die Makkabi-Spieler schon während der ersten Halbzeit als "Judenschweine" und "dreckige Juden" beschimpft. Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit habe ein Spieler von Meteor 06 einen Gegenspieler mit einem Fußtritt angegriffen.

Bei einem folgenden Tumult habe der Angreifer zudem versucht, Makkabi-Anhänger und -Spieler mit einer Eckfahne zu attackieren. Der Schiedsrichter brach das Spiel ab, die alarmierte Polizei nahm Personalien und Zeugenaussagen auf. TuS Makkabi forderte eine "konsequente Verfolgung und Ahndung dieser Übergriffe".

Der von Berliner Juden gegründete, für alle Kulturen offene Sportverein war insbesondere bei Fußballbegegnungen immer wieder Ziel antisemitischer Anfeindungen. Langner sagte, der BFV habe in der Vergangenheit seine Strafen für diskriminierendes Verhalten bewusst verschärft. "Bis zu einem Urteilsspruch des Sportgerichts wurden der betreffende Spieler und die Mannschaft vom Spielbetrieb ausgeschlossen", sagte Langner.

Das Berliner Institut des American Jewish Committee (AJC) verurteilte die Übergriffe ebenfalls. Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute for German-Jewish Relations, erklärte: "Es darf nicht sein, dass dieser Vorfall als 'eine normale' Prügelei zweier Fußballvereine trivialisiert wird." Judenhass dürfe nicht verharmlost werden.

(AFP)
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