Regionalliga Süd: Steigt noch ein Dorf-Verein auf?
zuletzt aktualisiert: 28.02.2008 - 13:32Düsseldorf (RPO). Der 2. Bundesliga droht nach Hoffenheim und Wehen der nächste Dorf-Verein: Der SV Sandhausen, Aufsteiger aus einer 14.000 Einwohner-Gemeinde in der Kurpfalz, könnte in der Regionalliga Süd den Durchmarsch in den Profi-Fußball perfekt machen.
Völlig überraschend führt Sandhausen vor dem Start in die Restrunde an diesem Wochenende mit 37 Punkten die Tabelle an. Schon sechs Zähler trennen den heimstarken Neuling (zehn Spiele, neun Siege) vor dem 20. Spieltag von einem Nicht-Aufstiegsplatz.
"Unser Hauptziel bleibt die Qualifikation für die zukünftige 3. Liga", sagt zwar Trainer Gerd Dais (44) und dämpft ein wenig die Euphorie. Doch in Sandhausen wird längst mit Hochdruck am Lizenzantrag für die 2. Liga gearbeitet.
Problem: Das Hardtwaldstadion fasst gerade einmal 10.000 Zuschauer und bietet lediglich 600 Sitzplätze. Gut möglich also, dass der Verein, dem Beispiel Wehen folgend, für den Fall der Fälle zumindest vorübergehend in ein anderes Stadion umziehen müsste.
Gleich zum Auftakt des letzten Endspurts in der Regionalliga Süd in ihrer jetzigen Form gastiert Spitzenreiter Sandhausen beim direkten Konkurrenten VfR Aalen (Samstag, 14 Uhr) mit Trainer und Ex-Profi Edgar Schmitt ("Euro-Eddy"), der den aktuellen Vier-Punkte-Rückstand auf den Neuling verkürzen will.
Beide Aufstiegsaspiranten haben sich im Winter noch einmal verstärkt. So wechselte Andreas Mayer vom Zweitligisten 1899 Hoffenheim nach Aalen.
Sandhausen angelte sich unter anderem Ex-Profi Roberto Pinto, der schon in Bielefeld, Stuttgart und Berlin unter Vertrag stand. Über einen Durchmarsch des SVS würde sich sicherlich auch Hansi Flick, Assistent von Bundestrainer Joachim Löw, freuen. Er war einst für Sandhausen am Ball.
Während in der Regionalliga Nord unter anderem nicht weniger als neun ehemalige Erstligisten um die begehrten Aufstiegs- und Drittliga-Tickets kämpfen, haben in der Süd-Staffel auch die weiteren Aufstiegsaspiranten zumindest keine großen Namen.
Neben Sandhausen und Aalen werden dem FC Ingolstadt sowie Jahn Regensburg und dem FSV Frankfurt, zwei weiteren Neulingen, die besten Chancen auf den großen Wurf eingeräumt. Die letztjährigen Zweitliga-Absteiger Wacker Burghausen und SpVgg Unterhaching befinden sich nach einer schwächeren Hinserie allenfalls in Lauerstellung.
Neuer Hoffnungsträger in Ingolstadt ist Ex-Bayern-Profi und Champions League-Gewinner Thorsten Fink. Der 40-Jährige beerbte den am Neujahrstag entlassenen Jürgen Press. Zuvor hatte er als Co-Trainer von Giovanni Trapattoni bei Red Bull Salzburg gearbeitet.
Bei seinem Debüt empfängt die Fink-Elf am Freitag (19.30 Uhr) den aktuellen Tabellenzweiten VfB Stuttgart II. Aufhorchen ließ während der Winterpause auch der FSV Frankfurt, der mit Lawrence Aidoo und Thomas Sobotzik gleich zwei bundesliga-erfahrene Neuzugänge unter Vertrag nahm.
Hochspannung verspricht nicht nur der Aufstiegskampf. Die Qualifikation zur eingleisigen 3. Liga, für die mindestens Platz zehn erforderlich ist, hat bis auf das abgeschlagene Schlusslicht FSV Ludwigshafen-Oggersheim noch kein Klub abgeschrieben. Was bei einem drohenden Absturz in die 4. Liga auf dem Spiel steht, zeigt das Beispiel der SpVgg Unterhaching, die seit dem Rücktritt von Werner Lorant von Ralph Hasenhüttl trainiert wird. "Wir müssen mindestens in die 3. Liga. Alles andere gefährdet die Existenz des Vereins", sagt Hasenhüttl.
Ähnliches gilt wohl auch für den ehemaligen Zweitligisten Sportfreunde Siegen. Aktuell würde es für die Sportfreunde als Tabellenelfter ganz knapp nicht reichen. Deshalb setzte der Club noch einmal alle Hebel in Bewegung und zog in der Winterpause gleich fünf Neuzugänge an Land, darunter Dennis Bührer (SC Freiburg) und Marcel Throm (1899 Hoffenheim). "Wir werden einen einstelligen Tabellenplatz erreichen", erklärt Trainer Marc Fascher.
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