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General-Manager Thomas Berthold stellt klar:: "Trainer steht nicht zur Diskussion"

VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 21.10.2004 - 14:13

Düsseldorf (rpo). "Es gibt den Punkt nicht, an dem ich mich selbst in Frage stelle", sagte am Donnerstagmittag Fortuna-Coach Massimo Morales. "Auch nach zehn Niederlagen in Folge würde ich nicht freiwillig gehen. Ich kämpfe solange, bis ich wirklich gar keine Chance mehr habe." Aus Sicht von Morales und auch General-Manager Thomas Berthold hat die Partie am Samstag gegen Arminia Bielefelds Amateur-Elf deshalb auch keineswegs Endspielcharkter für den obersten Übungsleiter.

Morales verteidigt seinen Führungsstil.  Foto: RPO
Morales verteidigt seinen Führungsstil. Foto: RPO

"Der Trainer steht auch nach einer Heimniederlage überhaupt  nicht zur Diskussion", sagte Berthold. "Das Thema ist völlig abwegig. Die sportliche Situation ist nicht befriedigend, aber das Team hat Potenzial, das werden wir noch erleben. Es ist traurig, was in der Stadt passiert. Sowas ist nur in Düsseldorf möglich." Berthold meinte, er wünsche sich  Verhältnisse wie zum Beispiel in Dresden und Oberhausen. "Die stehen in der Zweiten Liga auch im Keller, und da wird trotzdem in aller Ruhe weitergearbeitet und nicht wochenlang diskutiert, ob der Trainer zu hart oder zu weich ist."

Zu der geplanten Aktion von Fortuna-Fans, die am Samstag nicht ins Stadion gehen wollen und vor den Toren gegen die Vereinspolitik protestieren wollen, sagte Berthold: "Was die Fans in ihrer Freizeit machen ist mir egal. Ich lasse mir die Arbeit aber nicht kaputtreden, schließlich haben wir den Verein entschuldet, sind aufgestiegen und haben gegen Union Berlin einen Zuschauerrekord erreicht. Nun wird die ganze seriöse Arbeit nach nur ein paar Niederlagen in Frage gestellt."

Morales beschreibt die sportliche Situation keineswegs als so dramatisch, wie sie in der Öffentlichkeit dargestellt werde. "Die Saison ist noch lang, es sind noch mehr als 20 Spiele Zeit zur Korrektur. Dramatisch würde ich es nennen, wenn wir da auch am vorletzten Spieltag noch stehen würden." In seiner Mannschaft hat er seit dem Abgang von Marcel Podszus und Thomas Hoersen eine verbesserte Stimmung ausgemacht. "Die Mannschaft hat einige Wochen lang nicht konzentriert trainiert, weil die Störungsfaktoren dabei waren. Sie haben die Harmonie gestört. Am Dienstag waren wir alle zusammen essen, wir hatten viel Spaß, haben viel gelacht." Für Hoersen und Podszus seien die Türen zur ersten Mannschaft auch in höchster personeller Not zu.

Morales nuztzte die Pressekonferenz, um zum ersten Mal seinen seit Wochen in der Öffentlichkeit kritisierten Führungsstil zu verteidigen. "Ich habe noch nie einen meiner Spieler persönlich beleidigt", behauptete er. "Auf dem  Platz fallen schon einmal starke Worte, aber da ist es ja wohl normal, es beschimpfen sich ja selbst die Spielerinnen beim Damen-Fußball."

Seinen Umgang mit den Kickern nannte er "eher zu sanft". In der vergangenen Spielzeit sei er viel härter gewesen. "In diesem Jahr bin ich ruhiger, weil ich sensiblere Spieler im Team habe. Es ist also genau das Gegenteil von dem der Fall, was man mir vorwirft." Morales glaubt, dass das ganze Theater und die Unruhe eher die Mannschaft als ihn belaste. "Sie leidet unter dem Druck." Ein Sieg gegen Bielefeld würde sie etwas befreien von dem Druck. "Dann können wir auch wieder etwas in Ruhe arbeiten; der Erfolg stellt sich dann von ganz alleine ein."

Gegen Bielefeld stellt sich die Mannschaft laut Morales fast von selbst auf, weil mit Policella, Ndjeng (beide Sperre nach Platzverweis), Hust,  Lorenzón und Lösch eine halbe Mannschaft ausfällt. "Gerne hätte ich Bellinghausen wieder im Mittelfeld", so Morales, der aber noch nicht weiß, ob er Fregene oder Bürk einen Einsatz von Beginn an zutrauen soll. So wird der schnelle Außen möglicherweise doch nochmal in der Defensive auflaufen müssen.


 
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