Wettskandal: Verdächtige Hoyzer-Anrufe bei Fortuna-Spiel
zuletzt aktualisiert: 04.11.2005 - 11:18Berlin (rpo). Am sechsten Tag ist der Strafprozess des Wett- und Manipulationsskandals im deutschen Fußball auch für das Umfeld von Fortuna Düsseldorf interessant geworden. Die Anwälte des als Drahtzieher der Affäre geltenden Ante Sapina nahmen Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer am Donnerstag ins Kreuzverhör.
Hoyzer hatte dabei wiederholt, nie auf von ihm geleitete Spiele gewettet zu haben. Die Sapina-Anwälte konfrontierten Hoyzer nun mit der Tatsache, dass er vor dem von ihm geleiteten Regionalliga-Spiel VfL Wolfsburg Amateure gegen Fortuna Düsseldorf (1:1) am 11. August 2004 auffallend viele Telefonate mit engen Freunden geführt haben soll. Einer der Freunde, ein Angestellter des Landeskriminalamtes (LKA) in Hamburg, soll kurz vor Spielbeginn noch ein Konto bei einem privaten Wettanbieter eröffnet haben, um 1.000 Euro auf das Spiel zu setzen. Der Einsatz soll jedoch nicht angenommen worden sein, da er zu hoch dotiert gewesen war.
Zudem soll ein Zeuge ausgesagt haben, dass Hoyzers Freund während des Tippvorgangs geäußert haben soll, dass er zusätzlich für einen Dritten tippen würde. Die Frage der Anwälte, ob er die dritte Person gewesen sei, verneinte Hoyzer. Auch vor dem von Hoyzer geleiteten Skandalspiel im DFB-Pokal zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger SV (4:2) am 21. August 2004 soll der Freund aus Hamburg eine relativ hohe Summe, nämlich 70 Euro, auf Paderborn gesetzt haben. "Ich weiß nicht, ob bei den vielen Telefonaten über die Spiele gesprochen wurde. Man kann es nicht beweisen, aber viel deutet darauf hin", sagte Sapina-Anwalt Stefan Conen, der die Handy-Kontakte von Hoyzer in den letzten Monaten ausführlich studiert hatte.
Die Sapina-Anwälte wollten zudem von Hoyzer wissen, ob er den Kontakt zu dem LKA-Mann genutzt habe, um im Polizei-Computer nachzuforschen, ob polizeiliche Ermittlungen gegen ihn laufen würden. Hoyzer konnte keine konkreten Angaben machen: "Daran kann ich mich nicht erinnern."
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