Schalke 04 - Borussia Dortmund 2:1 (2:0): Amoroso blieb nur die Nebenrolle
zuletzt aktualisiert: 18.07.2001 - 14:26Lüdenscheid (rpo). Marcio Amoroso musste sich beim gestrigen Lipa-Pokal-Halbfinale gegen Schalke 04 mit einer Nebenrolle zufrieden geben. Der 50-Millionen-Einkauf von Borussia Dortmund wurde vom Schalker-Stürmer Victor Agali in den Schatten gestellt.
"Alles läuft super. Ich bin in einer tollen Mannschaft und spiele mit Superstürmern", sagte der Nigerianer von Vizemeister Schalke 04 mit breitem Grinsen, nachdem er beim 2:1 (2:0)-Sieg und dem damit verbundenen Einzug ins Endspiel.
Nicht nur der teuerste Spieler der Bundesliga-Geschichte stand beim 117. Revierderby im Schatten des 22-Jährigen. Auch den prominenten Kollegen im eigenen Team lief der Doppel-Torschütze den Rang ab. Emile Mpenza und Ebbe Sand, in der vergangenen Saison mit insgesamt 35 Toren der Traumsturm der Eliteklasse, müssen bei den Königsblauen 18 Tage vor dem Ligastart bei Rekordmesiter Bayern München ernsthaft um ihre Stammplätze bangen.
"Victor ist weiter als alle anderen", lobte Trainer Huub Stevens die Zehn-Millionen-Mark-Verpflichtung von Hansa Rostock: "Er hat mit Nigeria durchgespielt und hatte keinen Urlaub. Wir müssen nur aufpassen, dass er nicht ausbrennt und im Oktober nicht mehr kann." Im ersten Prestigeduell der Saison sprühte der schlaksige Angreifer jedenfalls vor Spielfreude und war nicht nur wegen seiner beiden Tore (2. und 12.) der auffälligste Akteur.
Die Kampfansage an die Kollegen Sand und Mpenza formulierte der 22-Jährige zwar freundlich, aber unmissverständlich. "Ich kann mich mit Ebbe und Emile messen", sagte der Nigerianer und fügte an: "Es soll der spielen, der der Mannschaft am meisten helfen kann." Kein Zweifel: Derzeit meint Agali damit sich selbst. Sieben Tore in vier Vorbereitungsspielen sprechen eine deutliche Sprache.
Auf seinen ersten Treffer im BVB-Trikot muss dagegen der Brasilianer Amoroso noch warten. Bei seinem Debüt vor 15.300 Zuschauern in Lüdenscheid zeigte der 27-Jährige vielversprechende Ansätze, zwang Schalkes Torhüter Oliver Reck mit einem sehenswerten 20-m-Freistoß zu einer Glanzparade, doch noch blieb er vieles schuldig.
"Er hat ein paar Dinger drauf, die sind außergewöhnlich. Aber er braucht noch seinen Rhythmus und seine Anspielstationen", urteilte Dortmunds Manager Michael Meier. Und Trainer Matthias Sammer formulierte betont vorsichtig: "Er muss sich noch integrieren. Wir müssen sehen, dass wir ihn stabil bekommen."
Doch vor allem der Passgeber fehlte dem Brasilianer. Sammer gönnte Jungstar Tomas Rosicky eine Pause und musste feststellen, dass ohne den 20-Jährigen im Dortmunder Mittelfeld wenig zusammenlief. "Wir haben gesehen, wie wertvoll er ist", meinte Meier und hatte dabei vor allem die letzten 20 Minuten vor Augen. Denn nach seiner Einwechslung riss der Tscheche das Spiel an sich, bereitete den Anschlusstreffer durch Fredi Bobic vor (76.) und brachte die Schalker in der Schlussphase noch einmal gehörig ins Schwitzen.
Während Superstar Amoroso nach seinem Debüt schweigend in den Mannschaftsbus kletterte, gewann Bobic der dritten Pleite in den vergangenen vier Revierderbys Positives ab: "Wir haben 20 Minuten gepennt und sind für unser Schläfchen bestraft worden. Danach waren wir die bessere Mannschaft. Wir holen uns das in der Bundesliga zurück."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







