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Neue ZDF-Moderatorin
Anna Kraft: Karriere im Sprinttempo

Das ist TV-Moderatorin Anna Kraft
Das ist TV-Moderatorin Anna Kraft FOTO: TV Digital, Gunnar Niklaus
Leverkusen. Die ehemalige Leverkusener Leichtathletin Anna Kraft moderiert ab Sonntag die Sportreportage im ZDF. Von Sebastian Fuhrmann

Hier kennt sie jeder. Die Fritz-Jacobi-Anlage in Leverkusen hat schon viele Gesichter gesehen. Viele kommen, viele gehen. Das Gelände mit seinen Hallen und Plätzen ist der Trainingsstützpunkt von Bayer Leverkusen. "Leichtathletik war alles für mich", sagt Anna Kraft. Vor einer der Trainingshallen steht ein älterer Herr im Trainingsanzug. "Anna, geht's dir gut?", fragt er. "Mir geht's super. Es ist so schön, dich wiederzusehen", sagt sie. Sechs Jahre ist es her, dass Kraft zum letzten Mal hier war. In ihre alte Heimat kommt sie nur noch zu Besuch.

Die 29-Jährige hat Karriere gemacht. Die hat sie weit getragen. Geografisch nach München und täglich bis vor die Fernsehkameras der großen deutschen Sender wie Sky und Sat.1; zuletzt moderierte sie bei Sport 1 die Sendung "Bundesliga aktuell". Ab Sonntag moderiert Kraft die Sportreportage im ZDF und arbeitet künftig auch an der Bundesligaberichterstattung im aktuellen Sportstudio mit. "Ich habe mein Hobby zu meinem Beruf gemacht, das ist ein echtes Privileg", sagt sie. Die junge Frau ist an ihrem Ziel angekommen, ihr Weg begann in der der Leichtathletik-Halle in Leverkusen, mit der 200-Meter Laufbahn, den Sprintstrecken und den Tribünen. "Es riecht direkt wie zu Hause", sagt Kraft. "Sport, das ist mein Leben."

Anna Kraft ist ein Kind des Rheinlands und war in ihrer Jugend eine erfolgreiche Leichtathletin. Für Bayer Leverkusen lief sie im Staffelwettbewerb, 2005 gewann sie die Deutsche Meisterschaft. "Ich habe hier jeden Tag drei bis vier Stunden verbracht", sagt Kraft. Geboren wurde sie in Haan, und bis zur zehnten Klasse ging sie auch dort zur Schule. Trainiert wurde später zehn Mal die Woche. "Ich hatte den Traum, einmal bei den Olympischen Spielen mitzulaufen", sagt Kraft. Um ihn zu verwirklichen, wechselte die ambitionierte Sportlerin nach der zehnten Klasse die Schule. Sie verließ Haan Richtung Opladen. Am Landrat-Lucas-Gymnasium machte sie das Abitur. Die Schule ist eine der Elite-Schulen des Sports. Viele berühmte Sportler wurden dort ausgebildet, unter anderem der deutsche NBA-Basketballer Detlef Schrempf und einige Jahre später Fußball-Nationaltorhüter Rene Adler.

Schule und Sport waren Krafts Säulen

Schule und Sport. Das waren die beiden Säulen in Krafts Jugend. "Nur Sport, das wäre nicht in Frage gekommen, mein Vater war Lehrer", erklärt Kraft. Wenn ihre Altersgenossen zweimal die Woche ausgingen, schuftete die Leichtathletin in der Halle. "Ich bin schon sehr ehrgeizig. Aber ich habe nichts vermisst, auch wenn ich Zugeständnisse machen musste."

Mit dem großen Ziel klappte es trotzdem nicht, 2009 war Schluss mit der Leichtathletik. "Ich musste mir eingestehen, dass es für die große Karriere nicht reichte", bekennt sie. Zumindest auf der Tartan-Laufbahn nicht.

Es war der Beginn ihrer zweiten Karriere, der als Moderatorin. "Das war nicht geplant, es hat sich aber so entwickelt." Kraft hatte sich an der Deutschen Sporthochschule Köln eingeschrieben. Sie studierte Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medien. Nach dem Abschluss ging sie zum Radio. Seit 2013 war sie Redakteurin und anschließend Moderatorin bei Sport 1; so eine Karriere schaffen nur wenige. "Ein Erfolgsrezept dafür gibt es nicht. Der Glaube daran, dass man es schaffen kann, ist vielleicht das Wichtigste. Man muss bereit sein, alles zu geben. Ohne Fleiß geht nichts, das ist genau wie im Sport." Ihr Hobby habe sie geprägt, sagt die 29-Jährige rückblickend. "Ich glaube, die Disziplin von damals habe ich irgendwie übertragen. Das hat vielleicht bei meinem beruflichen Werdegang geholfen."

Der führt sie nun nach Mainz und damit wieder ein Stück näher an die Heimat. Ihre Eltern leben noch immer in der Kleinstadt Haan. Dort ist die Familie fest verwurzelt. Ihr Vater spielte früher bei Fortuna Düsseldorf Fußball. Wenn die 29-Jährige zu Besuch ist, geht sie mit Bruder und Vater zu den Spielen. Irgendwann möchte sie dann dauerhaft zurück ins Rheinland, sagt sie. "Meine Heimat."

Quelle: RP
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