Andre Egli neuer Trainer: Aufbruchsstimmung bei Waldhof Mannheim
zuletzt aktualisiert: 04.12.2001 - 15:37Mannheim/Frankfurt (rpo). Mit dem Schweizer Motivationskünstler Andre Egli auf der Bank und einem forcierten Förderungskonzept in der Hinterhand plant Zweitligist Waldhof Mannheim eine erfolgreichere Zukunft.
"Wir wollen irgendwann zurück in die erste Liga und sind uns sicher, dass wir das mit der neuen Organisation auch schaffen werden", erklärte Präsident Wilfried Gaul am Dienstag bei der Vorstellung des 76-maligen Schweizer Nationalspielers Egli als neuen Waldhof-Coach.
Der frühere Bundesliga-Profi von Borussia Dortmund (31 Spiele/6 Tore), der einen Vertrag bis 2003 unterschrieb, wird am Samstag im badischen Derby beim Karlsruher SC seinen Einstand feiern. "Waldhof ist eine große Herausforderung für mich. Der Aufstieg in dieser Saison ist aber kein Thema", dämpfte Egli überzogene Erwartungen. Der 43-Jährige arbeitete zuletzt als Trainer des Schweizer Erstligisten FC Luzern und tritt in Mannheim die Nachfolge des Mitte November entlassenen Uwe Rapolder an.
Der in der vergangenen Wochen mit sieben Punkten aus drei Spielen erfolgreiche Interimscoach Walter Pradt soll neben seiner Tätigkeit als Co-Trainer durch ein Scouting-System die Nachwuchsförderung der auf Platz 13 rangierenden Kurpfälzer forcieren. Der 52-Jährige wird in diesem Bereich als Technischer Koordinator tätig sein, um Waldhofs früheren Ruf als Talentschmiede wieder aufzupolieren. Immerhin lernten spätere Nationalspieler wie Christian Wörns, Jürgen Kohler, Karlheinz sowie Bernd Förster oder Uwe Rahn und Maurizio Gaudino das Fußball-Effeff in Mannheim.
Den Umdenkungsprozess machte die sportliche, aber vor allem wirtschaftliche Situation unumgänglich. Die Waldhöfer haben Altlasten in Höhe von rund 18,1 Millionen Mark, die Unterdeckung für die laufende Runde beträgt bereits 3,6 Millionen Mark. Spektakuläre Neueinkäufe sind nicht möglich, die Stars von morgen müssen aus dem eigenen Stall kommen.
"Mit dem neuen Konzept wollen wir ein Stück Zukunft des Vereins sichern", betonte Geschäftsführer Dieter Dollmann. Durch ein breit angelegtes Scouting sollen von Pradt Talente entdeckt und ausgebildet werden, bevor der Traditionsklub sportlich sowie in der Folge wirtschaftlich von ihnen profitieren will.
Auf hoffnungsvolle Youngster freut sich auch Egli. Der Familienvater (vier Kinder), der nach der WM 1994 seine internationale Karriere beendete, gilt in der Branche als geradliniger Charakterkopf. "Er ist eher ein Arbeiter als ein Künstler. Aber aufrichtig und ehrgeizig", lobte Deutschlands "U19"-Nationalcoach Uli Stielike (früher Xamax Neuchatel) seinen Kollegen.
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