Vier Verletzte bei Ausschreitungen in der Nacht: Ausschreitungen am Rande des Länderspiels gegen England
zuletzt aktualisiert: 01.09.2001 - 22:44Frankfurt/München (rpo). Vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen England war die Stimmung auf den Münchner Straßen aufgeheizt. Nachdem bereits in der Nacht 35 Randalierer festgenommen wurden, demolierten am Samstagmittag 30 bis 40 Hooligans eine Gaststätte.
Rund 30 bis 40 englische und deutsche Hooligans gerieten in der Traditions-Wirtschaft Augustiner aneinander und demolierten Einrichtung, Geschirr und Fensterscheiben. Als die Polizei anrückte, flüchteten die Täter durch die Fenster und verteilten sich in der Münchener Innenstadt. "Die Stimmung in der Stadt wird deutlicher aggressiver", sagte ein Polizeisprecher.
Zuvor waren bei einer Auseinandersetzung am frühen Morgen ein Engländer und ein Deutscher durch die Fensterscheibe eines Feinkostladens gefallen, wobei sich einer der beiden leichte Verletzungen zuzog. Neben dem Duo wurden drei Engländer wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt verhaftet. Zudem wurden sechs angetrunkene Fans von der Insel vorsichtshalber in Gewahrsam genommen.
Probleme hatte es auch Freitagnacht in Frankfurt/Main gegeben, als rund 450 deutsche Fans auf 150 durchreisende englische Schlachtenbummler trafen. Dabei nahm die Polizei im Rotlichtviertel am Hauptbahnhof 35 Randalierer fest, nachdem Fensterscheiben zertrümmert sowie Autos und Straßenschilder demoliert wurden. "Einige der deutschen Fans gehören der harten Szene an und sind gut organisiert. Sie suchen die Konfrontation", sagte der Frankfurter Polizeisprecher Manfred Feist.
Insgesamt wurden in München rund 1.000 gewaltbereite deutsche Hooligans erwartet. 800 Beamte bereiteten sich auf deren Empfang vor, weitere 300 Sicherheitskräfte waren am Bahnhof und Flughafen eingesetzt. Etwa 6.000 der 60.000 Zuschauer im Münchner Olympiastadion kommen aus England. Trotz Sicherheitsmaßnahmen der englischen Polizei wurden noch 4.000 Briten ohne Eintrittskarten erwartet.
Gelassen gab sich der Münchner Polizeisprecher Andreas Ruch: "Gewaltbereite Fans erwarten wir aus allen Richtungen Deutschlands. Wir stehen in Kontakt mit den Grenzbeamten. Wir sind auf alles vorbereitet."
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