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Bender wartet auf Diagnose
Bayer 04 bangt um seinen Abwehrchef

Bayer 04 Leverkusen bangt um Abwehrchef Sven Bender
Sven Bender wird in Augsburg vom Platz geführt. FOTO: dpa, puc gfh
Augsburg. Sven Bender wurde beim 1:1 der Werkself in Augsburg mit Verdacht auf Rippenbruch ausgewechselt. Heute soll eine weitere Untersuchung Klarheit verschaffen. Ein längerer Ausfall würde Coach Heiko Herrlich zu Umstellungen zwingen. Von Sebastian Bergmann

Ein Nasenbeinbruch sei noch lange kein Beinbruch, hatte Rudi Völler im Trainingslager der Werkself Ende Juli in Österreich gescherzt. Der Sommer-Zugang aus Dortmund, Sven Bender, hatte sich zuvor im Testspiel gegen den Zweitligisten SV Sandhausen die Nase gebrochen - zum wiederholten Mal in seiner Karriere. Ein Grund, deswegen zu pausieren, war das für "Iron-Manni" natürlich nicht. Den Spitznamen hatten ihm die Anhänger des BVB wegen der Leidensfähigkeit ihres Abwehrspielers verpasst. Bender absolvierte das komplette Trainingslager und hat nach anfänglichen Problemen unter dem Bayer-Kreuz zuletzt zunehmend in die ihm zugedachte Rolle des Abwehrchefs gefunden. Jetzt droht der 28-jährige Zwilling von Kapitän Lars Bender jedoch für längere Zeit auszufallen.

Eine halbe Stunde war zwischen dem FC Augsburg und Bayer 04 am Samstag gespielt, als Ja-Cheol Koo Sven Bender kurz hinter der Mittellinie unsanft von den Beinen holte. Dabei traf der Südkoreaner den Sommerzugang unglücklich mit dem Knie an den Rippen. Der um wenige Minuten jüngere Bender-Bruder bliebt mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen - und Panagiotis Retsos musste ihn ersetzen. "Ich habe sehr starke Schmerzen", sagte der zähe Profi. Heute sollen weitere Untersuchungen Aufschluss darüber geben, ob sich der Verdacht auf Rippenbruch bestätigt.

"Sven ist eine wichtige Stütze in unserem Spiel und sehr wichtig für den Spielaufbau", sagte Torwart Bernd Leno. Zu dem Zeitpunkt wusste der Schlussmann von Bayer 04 noch nicht, wie schwerwiegend sich sein Abwehrchef eventuell verletzt haben könnte. Sollte sich der erste Verdacht bestätigen, ist Trainer Heiko Herrlich gefordert, geeigneten Ersatz für den gebürtigen Rosenheimer zu finden. Eine mehrwöchige Ausfallzeit ist nicht auszuschließen.

Erster Kandidat wäre wohl Panagiotis Retsos. Der Grieche durfte schon beim Remis in Augsburg für Bender ran, fühlt sich zudem trotz seiner defensiven Vielseitigkeit auf der Position des Innenverteidigers am wohlsten. Weitere Kandidaten sind Tin Jedvaj und André Ramalho. Spielpraxis besitzt jedoch keiner der beiden.

Erstgenannter befindet sich nach seinem Haarriss im Schienbein wieder im Mannschaftstraining, hat in dieser Saison allerdings noch kein Spiel absolviert. Rückkehrer Ramalho machte sich zwar am Samstag in Augsburg mit seinen Teamkollegen warm, stand jedoch wie in beinahe allen Partien zuvor nicht im Kader. Lediglich beim 2:2 am 2. Spieltag gegen die TSG Hoffenheim kam der ehemalige Mainzer für rund 13 Minuten zum Einsatz. Auch Lars Bender könnte im Notfall wohl die Rolle seines Bruders in der Innenverteidigung übernehmen. Der Statistik zufolge lief Lars Bender allerdings zuletzt im Mai 2015 als zentraler Verteidiger auf - zum ersten und bis heute letzten Mal im Trikot der Werkself. Herrlich wird sich angesichts der Umstände wohl kaum über die kommende Länderspielpause beklagen. Immerhin bleibt Sven Bender so etwas mehr Zeit, sich auszukurieren.

Ebenfalls nicht fit kehrte zudem Jonathan Tah aus Augsburg zurück. Der Abwehrspieler erlitt gegen den FCA eine Rückenprellung und sagte ebenso wie Benjamin Henrichs (Infekt der oberen Luftwege) die Reise mit der U 19 nach Aserbaidschan und Israel ab.

Quelle: RP
 
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