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Bayer Leverkusen
Der Klassenunterschied

Einzelkritik: Note 6 für Pechvogel Hilbert
Einzelkritik: Note 6 für Pechvogel Hilbert FOTO: afp, agz
München. Der FC Bayern München zeigte beim 3:0-Erfolg im Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen eindrucksvoll seine Stärke. Von Stefanie Sandmeier

Leverkusens Auswärts-Trikots mussten in München den Härtetest bestehen. Die weißen Hosen und Oberteile einiger Bayer 04-Profis waren am Ende ziemlich braun vom vielen Bodenkontakt, den insbesondere die Abwehrspieler in der Allianz Arena bekamen. Und sie spiegelten wider, was sich zuvor über 90 Minuten auf dem Rasen abgespielt hatte.

Die Gäste kämpften, grätschten und wehrten sich nach Kräften, am Ende aber jubelten überlegene Bayern, die ihre Aufgabe spielerisch lösten und sich gegen bis dahin ungeschlagenen Leverkusener nicht dreckig machen mussten. Ihr 3:0 (1:0)-Erfolg sagte letztlich vieles aus über die Kräfteverhältnisse in der Liga und die Stärke der Münchner, denen Bayers Trainer Roger Schmidt im Nachgang attestierte, "die beste Mannschaft der Welt" zu sein. Der FC Bayern zeigte sich so konsequent gut, dass es bei der Einordnung dieser Partie keine zwei Meinungen gab. "An einem guten Tag kann man Bayern immer mal wehtun. Nur war heute leider kein guter Tag", sagte Sportdirektor Rudi Völler. "Wenn man nur mit 90 Prozent auftritt, ist man gegen dieses Team chancenlos. Das muss man akzeptieren", sagte Christoph Kramer. "Uns haben ein bisschen die Körner gefehlt."

Das intensive Champions-League-Qualifikationsspiel gegen Lazio Rom drei Tage zuvor hatte bei der Werkself Spuren hinterlassen, die nach der Pause an Kraft und Elan verlor. "Das war eine schwere Woche für uns, weil es gegen Rom um viel ging", erklärte Schmidt, ohne aber nach einer Ausrede suchen zu wollen.

Dass Bayer 04 in München durchaus seine Chancen suchen wollte, machte Schmidt deutlich, indem er seine junge Truppe mutig nach vorne spielen ließ. Was die Leverkusener in den ersten 20 Minuten boten, war zeitweise gut anzusehen. Bayer 04 attackierte früh, machte die Räume somit eng und verhinderte, dass die Bayern ins Spielen kamen. Solche Phasen meinte Pep Guardiola, als er sich als "Fan von Roger Schmidt und dessen Fußball" outete. Wenn die Bayern aber ernst machen, demonstrieren sie eindrucksvoll, welche Welt in der Bundesliga zwischen ihnen und dem Rest liegen können. Es gab keine Schwachstelle im Team - obwohl Guardiola mit einer improvisierten Abwehr spielte, in deren Zentrale aber Alaba und der Spanier Xabi Alonso mit gefährlichen langen Pässen glänzten. Über die Außenbahnen spielten Arjen Robben und Douglas Costa ihre Gegenspieler phasenweise schwindelig - vor allem zum Leidwesen von Bayer-Verteidiger Roberto Hilbert, der an allen drei Gegentoren beteiligt war und einen schlimmen Abend erlebte.

Das 1:0 der Bayern stand sinnbildlich für deren Überlegenheit: Costa überrennt Hilbert und bedient nach einem Sturmlauf im Strafraum Thomas Müller, der in seinem 200. Ligaspiel gleich doppelt (und zum insgesamt sechsten Mal) traf. Das 2:0 fiel durch einen Elfmeter, der zumindest diskussionswürdig war. Arturo Vidal hob doch sehr theatralisch ab.

Müller hätte womöglich auch den Strafstoß zum 3:0 (nach Handspiel von Hilbert) verwandelt, er ließ jedoch Arjen Robben den Vortritt. Auf der Strecke blieb dabei Vidal, der gegen seinen Ex-Klub gerne schießen wollte und deshalb ausgiebig das Gespräch mit den Kollegen suchte. Er musste allerdings feststellen, dass die Hierarchien in München (noch) andere sind. Bei den Elfmetern sind Müller und Robben eindeutig die Platzhirsche beim Rekordmeister.

Quelle: RP
 
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