| 08.29 Uhr

Bayer Leverkusen
Leno geht in Lotte k.o.

Lenos Mega-Serie nach 116 Spielen gerissen
Lenos Mega-Serie nach 116 Spielen gerissen FOTO: dpa, gki hak
Lotte. Im Mannschaftsbus waren die Sehnerven wieder hergestellt. Bernd Leno teilte auf der Rückfahrt nach dem 3:0-Erfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Fußball-Regionalligist Sportfreunde Lotte per Bild auf seiner Facebook-Präsenz mit, dass es ihm wieder gut gehe und er das neue Saisonheft von Bayer Leverkusen durchstöbere. Drei Stunden zuvor hatte der Torhüter kurzzeitig den Durchblick verloren. Vier Minuten vor dem Abpfiff schoss Lottes Angreifer Alexander Langlitz dem U 21-Nationaltorhüter den Ball aus kurzer Distanz mit dem Vollspann ins Gesicht. Von Patrick Scherer

Dass der ganz offensichtlich benommene Leno trotz der ungefährdeten 3:0-Führung seinen Platz zwischen den Pfosten nicht räumen wollte, hatte einen Grund: Seit dem 9. Dezember 2012 beim Bundesligaspiel in Hannover (2:3) stand Leno ununterbrochen 10 676 Minuten im Tor der Werkself - wettbewerbsübergreifend 116 Pflichtspiele in Folge über 90 oder 120 Minuten in Bundesliga, DFB-Pokal, Europa oder Champions League. Diese Serie riss beim 117. Einsatz in Lotte und Ersatzmann Dario Kresic kam über ein Jahr nach seinem Wechsel aus Mainz nach Leverkusen zu seinem Pflichtspieldebüt für die Werkself. Christoph Kramer, der im WM-Finale durch einen Ellbogencheck gegen den Kopf ausgeknockt wurde, erkannte fachkundig schon nach wenigen Sekunden, dass Leno wohl nicht weitermachen könne und machte das Zeichen zur Auswechslung Richtung Leverkusener Bank.

Kurz nach der Partie zerstreute bereits Kollege Roberto Hilbert Sorgen, dass der 23-Jährige längerfristig ausfallen könnte: "Bernd war ausgeknockt, hat eine blutige dicke Nase. Aber er kann schon wieder bis drei zählen", sagte der Verteidiger. Leno schlenderte derweil mit Tamponade in der Nase und einem Lächeln auf den Lippen in die Kabine der Westfalen, um sich mit dem ungewollten Übeltäter auszusöhnen.

Auch Trainer Roger Schmidt beschwichtigte: "Ihm geht es ganz gut. Er muss nicht ins Krankenhaus." Dass Leno in 86 Minuten nicht besonders hübschem Pokalkampf kaum gefordert wurde, lag vor allem an den nicht vorhandenen Offensivqualitäten der Gastgeber, die es nicht verstanden, die Leichtsinnigkeiten der Leverkusener in gefährliche Torgelegenheiten umzumünzen. "Der Platz war sehr stumpf, wir haben einige Fehler gemacht, aber insgesamt souverän gewonnen", sagte Schmidt, der die gute mentale Verfassung seiner Mannschaft in den Vordergrund rückte und sich froh darüber zeigte, dass in einer vor allem in der ersten Hälfte teils ruppig geführten Partie kein Spieler zu längerfristigem Schaden kam - auch nicht Bernd Leno. Der dürfte somit auch im 118. Pflichtspiel in Folge am kommenden Samstag beim Bundesliga-Auftakt gegen die TSG Hoffenheim zwischen den Pfosten der BayArena stehen.

Quelle: RP
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