| 14.37 Uhr

Bayer Leverkusen
Lenos Glaube und Pohjanpalos Beitrag

Leno verschätzt sich beim Herauslaufen und verschuldet Gegentor
Leno verschätzt sich beim Herauslaufen und verschuldet Gegentor FOTO: dpa, mjh
Leverkusen. Bernd Leno ist von Bayer 04 überzeugt - und verlängert seinen Vertrag bis 2020. Der Torwart hofft, dass Leverkusen eine noch größere Adresse im Fußball wird als es ohnehin schon ist. Schlechte Nachrichten gibt es indes von Karim Bellarabi. Von Dorian Audersch und Stefanie Sandmeier

An die Szene, die zum 0:1 gegen den Hamburger SV führte, mag sich Bernd Leno nicht gerne erinnern: In der 58. Minute senste er rund 25 Meter vor seinem Tor am heranstürmenden Bobby Wood vorbei, der nach einem Steilpass an ihm vorbeisprintete und ins verwaiste Tor traf. "Es war eine knifflige Szene" meinte Leno hinterher. "Ich bin ein sehr hohes Risiko eingegangen und dachte im ersten Moment, dass er noch an den Ball kommt - deswegen habe ich zur Grätsche angesetzt." Dass es dann doch anders kam, analysierte Bayers Torwart durchaus selbstkritisch: "Ich habe mich ein bisschen verschätzt und wollte keine Rote Karte riskieren."

Es hätte ein Fehler mit Folgen sein können, wenn nicht Joker Joel Pohjanpalo in den Schlussminuten die Partie mit drei Treffern gedreht hätte. Dass Bayer noch gewinnen könnte, hatte Leno ohnehin im Gefühl. "Wir hatten vorher schon einige Chancen - und nach dem 1:1 war klar, dass wir gewinnen müssen." Dann habe "Danger", wie Pohjanpalo von seinen Kollegen getauft wurde, seinen Teil dazu beigetragen, dass Lenos Glaube an diese Wende wahr wurde.

Bei einer Niederlage wäre Bayer 04 früh in Regionen abgerutscht, die ganz und gar nicht den eigenen Ansprüchen entsprechen - auch nicht denen von Bernd Leno. Der 24-jährige Nationalspieler ist zweifellos ehrgeizig. In der vergangenen Spielzeit liebäugelte er lange mit einem Wechsel nach England. Auch der überaus ambitionierte Aufsteiger RB Leipzig war an Leno interessiert. Letztendlich ließ er die Ausstiegsklausel seines bis 2018 datierten Vertrages aber Ende April verstreichen und blieb in Leverkusen. Nun folgte die Verlängerung bis 2020, die vor der Partie gegen Hamburg bekanntgegeben wurde. Er ist nach Karim Bellarabi und Wendell der dritte Leistungsträger, der vorzeitig verlängert.

"Ich habe dem Verein immer ehrlich signalisiert, dass ich mir über meine Zukunft gedanken mache und dass ich vielleicht auch im Ausland spielen will", sagt Leno. "Aber der Verein hat mich überzeugt, die Mannschaft zusammen zu halten." Der Kader sei nun breiter und besser als in der vergangenen Spielzeit. Das sei am Ende auch ausschlaggebend gewesen: "Ich bin hier Nationalspieler geworden, wir spielen Champions League - ich glaube, dass ist nicht unbedingt die schlechteste Entwicklung." Er habe zudem die Hoffnung, dass Bayer Leverkusen eine "noch größere Adresse" im Fußball werde als es ohnehin schon sei.

Hattrick durch Joker Pohjanpalo FOTO: afp

Dafür ist aber ein gelungener Auftakt in die Champions League Pflicht. Am Mittwoch tönt das erste Mal in dieser Spielzeit die markante Hymne der Königsklasse durch die BayArena. Die Werkself empfängt ZSKA Moskau zum Auftakt der Gruppenphase (20.45 Uhr).

Definitiv nicht dabei ist Karim Bellarabi, der sich in seinem ersten Sprint gegen den HSV einen Muskelbündelriss mit Sehnenbeteiligung im rechten Adduktorenbereich zuzog und damit in diesem Jahr wohl kein Spiel mehr bestreitet - ausgerechnet jetzt, da bis zum 1. Oktober sechs Spiele in Champions League und Bundesliga anstehen. "Das trifft uns hart", erklärte Roger Schmidt. "Früher waren es Kreuzbandrisse, jetzt hat man den Eindruck, dass sich die Spieler vermehrt Sehnen- und Muskelverletzungen zuziehen."

Bellarabis Aus nach zehn Sekunden brachte zwei Rekorde für die Werkself - den der frühsten Verletzung und den des am frühesten eingewechselten Spielers: Julian Brandt. Allerdings sind das "Bestmarken", auf die Bayer 04 wohl getrost verzichten kann. Sport Seite

Quelle: RP
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