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Bayer Leverkusen
Bitte nicht noch einmal!

Bayer trainiert im Camp Nou
Bayer trainiert im Camp Nou FOTO: afp, JL/raf
Barcelona. Vor dreieinhalb Jahren ging Bayer 04 mit Bernd Leno in Katalonien unter. Vor dem erneuten Auftritt heute im Stadion Camp Nou sagt der Torhüter, dass ihn diese Niederlage als Person weitergebracht habe. Von Stefanie Sandmeier

Für einen kurzen Moment denkt Bernd Leno nach. Schon allein aufgrund des Ergebnisses war dieses 1:7 von Bayer Leverkusen im März 2012 gegen Barcelona ein Desaster. Ob es für den Torhüter der Werkself auch seine bisher bitterste Niederlage war? Mit dem gebührenden Abstand huscht Leno bei dieser Frage sogar ein leichtes Lächeln übers Gesicht. "Ja, wahrscheinlich war sie das. Wir sind als Mannschaft ziemlich untergegangen", entgegnet der 23-Jährige, der auch sagt: "Sieben Gegentore zu kassieren, war zwar schlimm, aber für die persönliche Entwicklung auch verdammt lehrreich."

Leno war damals 20 Jahre alt und spielte für Leverkusen seine erste Saison. Knapp dreieinhalb Jahre später zählt der Keeper zu den erfahrenen Profis in der jungen Mannschaft von Roger Schmidt. Zwischenzeitlich sind 140 Bundesligaspiele zusammengekommen und 25 Einsätze in der Champions League.

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Der Torhüter spricht von einer schlimmen Erfahrung, die das gesamte Team machen musste. Als einer von fünf Spielern neben Stefan Kießling, Kapitän Lars Bender, Torschütze Karim Bellarabi und dem derzeit verletzten Ömer Toprak, die damals zum Kader gehörten, trat der Torhüter gestern die erneute Reise nach Katalonien an. Heute, sagt Leno, "bin ich drei Jahre reifer" - und blickt positiv auf das Champions-League-Gruppenspiel gegen die Katalanen.

"Wir haben eine andere Mannschaft und spielen inzwischen einen völlig anderen Fußball", erklärt der Keeper, der überzeugt ist, dass Bayer 04 heute im Camp Nou ein Fiasko wie 2012 nicht wieder passiert. Das 1:7 von damals war der Anfang vom Ende der Ära Robin Dutt in Leverkusen. Nach vier weiteren Niederlagen in der Liga trennte sich der Verein von seinem Trainer. "Unser Spiel war komplett passiv, wir hatten riesige Abstände zum Gegner, kamen kaum an den Ball", erinnert sich Leno. Eine aktivere Spielweise soll diesmal für mehr Ballbesitz und Präsenz sorgen.

Der Mann, der die Leverkusener damals so demütigte, weil er allein fünf der sieben Treffer erzielte, ist heute nicht dabei. Lionel Messi zog sich am Wochenende einen Innenbandriss im linken Knie zu und wird voraussichtlich sieben bis acht Wochen fehlen. Erleichterung löste diese Nachricht nicht aus. Ob der Argentinier dabei ist oder nicht, spiele eher eine untergeordnete Rolle, sagte Christoph Kramer. "Das ist natürlich kein Nachteil für uns. Aber wenn es elf Spieler in einem Team gibt, die zu den Top 50 der Welt gehören, wird es nicht viel einfacher." Dass sich Bayer 04 in der Außenseiterrolle befindet, das ist auch Rudi Völler klar. Aber er erwartet nach den beiden Siegen in der Liga einen guten Auftritt. "Wir werden unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen", sagte der Sportdirektor.

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Bayer gegen Barca, das ist auch das Wiedersehen von Bernd Leno und Marc-André ter Stegen. Den Torhütern, die seit frühester Jugend Konkurrenten sind und denen ein eher unterkühltes Verhältnis nachgesagt wird. Für beide wird es auch darum gehen, sich für die Nationalmannschaft zu empfehlen. Ter Stegen war bereits im A-Kader dabei, hat derzeit aber keinen leichten Stand in Barcelona. Der frühere Mönchengladbacher steht wie die gesamte Defensive in der Kritik, kassierte er doch in sieben Partien bereits 16 Tore - so viele, wie in der gesamten vorigen Spielzeit in den 21 Spielen auf dem Weg zum Triumph im nationalen Pokal und in der Champions League. Leno - wenn auch nicht fehlerfrei - überzeugt mit Konstanz. Auch deshalb wünscht er sich, für die nächsten Länderspiele erstmals Berücksichtigung zu finden. Torwart-Trainer Andreas Köpke ist heute im Stadion.

Quelle: RP
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