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Bayer Leverkusen
Bayer 04 bläst zum Angriff auf Gladbach

Mainz - Leverkusen: Einzelkritik
Mainz - Leverkusen: Einzelkritik FOTO: afp, ej
Mainz. Kampfansagen haben Hochkonjunktur in Leverkusen. Die direkte Champions-League-Qualifikation ist das neue Ziel. Von Patrick Scherer

Sie haben es wieder getan: Wie nach dem Aus in der Champions League zeigte die Werkself auch nach dem K.O. im DFB-Pokal eine starke Reaktion in der Bundesliga. Die Niederlage im Elfmeterschießen am Mittwoch gegen Bayern hatte offenkundig erneut keine nachhaltig negative Wirkung hinterlassen. Mit hoher Konzentration und einer beeindruckenden Mannschaftsleistung fuhr Bayer 04 beim FSV Mainz 05 einen am Ende paradoxerweise doch noch gefährdeten 3:2-Sieg ein.

Bereits nach dem Viertelfinal-Aus in der Königsklasse gegen Atlético Madrid hatte sich das Team von Trainer Roger Schmidt in der Fußball-Bundesliga mit einem 1:0 beim FC Schalke 04 direkt wieder zurückgemeldet. Eben jene Schalker hat Leverkusen nun durch den sechsten Ligasieg in Serie auf zehn Punkte distanziert. Bei noch sechs ausstehenden Partien und zudem einem um 15 Tore besseren Torverhältnis scheint Platz vier und damit schon einmal die Qualifikationsspiele zur Champions League gesichert. Deshalb setzt sich die Werkself nun auch höhere Ziele: die direkte Qualifikation für die Königsklasse. Platz drei, auf dem derzeit Borussia Mönchengladbach mit zwei Punkten mehr auf dem Konto steht, soll angegriffen werden.

"Natürlich wäre es besser, sich direkt zu qualifizieren", sagt Schmidt. "Wir haben noch sechs Spiele, müssen jetzt stabil bleiben und unsere Heimspiele gewinnen. Dann kommt das Spiel in Gladbach, da haben wir die Chance, im direkten Vergleich Boden gut zu machen. Es scheint, als würde es ein sehr heißer Kampf um den dritten Platz werden." Am 9. Mai könnte es im Borussia-Park zum Endspiel um Platz drei kommen. "Gefühlt gewinnt Gladbach auch immer. Wir haben das sechste Mal gewonnen, sind aber trotzdem nicht näher herangekommen. Wir müssen also anscheinend einen sehr langen Atem haben", betont Schmidt. Gladbach ist derzeit ähnlich formstark, gewann im Kalenderjahr 2015 bereits acht der elf Ligaspiele, verlor nur einmal. Die Fohlen schieden ebenfalls aus den nationalen und internationalen Pokalwettbewerben aus, können sich auch auf die Liga konzentrieren.

In Mainz zeigte Leverkusen wieder seine ganze Qualität: Defensiv stabil und vorne nach Ballgewinnen brandgefährlich. Heung-Min Son brachte Bayer 04 nach schöner Vorarbeit von Hakan Calhanoglu in Führung (15.). Der Vorlagengeber traf per genialem Freistoß zum 3:0 (73.). Stefan Kießling nutzte zwischenzeitlich eine Unachtsamkeit von Mainz-Torhüter Loris Karius eiskalt zum 2:0 (60.). Dass der FSV durch zwei diskutable aber vertretbare Elfmeterentscheidungen (78./90.+1) - von Ömer Toprak und Tin Jedvaj verursacht - noch einmal herankam, war aus Leverkusener Sicht unnötig, aus Mainzer Sicht schmeichelhaft. "Wir haben viel Selbstvertrauen und eine unglaubliche Stabilität in der Defensive. Wir wurden nur durch zwei Elfmeter bezwungen. Das gibt natürlich viel Selbstvertrauen, wenn man weiß, dass man einen Vorsprung verteidigen kann und nach vorne immer was geht", sagte Bayer-04-Kapitän Simon Rolfes und schob direkt eine Kampfansage hinterher: "Es war wichtig, direkt nach dem Pokal-Aus wieder in die Spur zu kommen. Gladbach hat auch wieder gewonnen. Wir müssen sie weiter unter Druck setzen. Wir schauen nach vorne, wir wollen die Gladbacher überholen." Auch Geschäftsführer Michael Schade geht nicht davon aus, dass sich Bayer 04 nach unten orientieren muss: "Man kann seit heute sagen, der vierte Platz ist relativ gefestigt. Damit ist unser Minimalziel in greifbarer Nähe. Aber wir wollen noch den dritten Platz angreifen - zumindest alles dafür versuchen."

Zwei Rekorde durften die Leverkusener nach der Partie in Mainz auch feiern: Stefan Kießling überholte mit seinem 133. Ligator Sportdirektor Rudi Völler (132) in der Ewigen Torjägerliste. Und Bernd Leno ist nun der Bayer-04-Torhüter mit der längsten Serie ohne Gegentor. Mit 527 Minuten überholte er Urgestein Rüdiger Vollborn, der den bis dahin gültigen Rekord mit 484 Minuten in der Saison 1986/87 aufgestellt hatte.

Quelle: RP
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