| 14.20 Uhr

Bayer Leverkusen
Bloß nicht negativ denken

Fotos: Das ist Roger Schmidt
Fotos: Das ist Roger Schmidt FOTO: afp, pbe/iw
Leverkusen. Vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund blendet Leverkusens Trainer Roger Schmidt die negativen Erfahrungen aus. Von dem Spiel in Monaco könne man viel Positives mitnehmen. "Wir nähern uns unserer Top-Form", sagt er. Von Dorian Audersch und Stefanie Sandmeier

Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund – man muss kein Fußballexperte sein, um sich an das letzte Duell der beiden Bundesligisten zu erinnern. Das hat allerdings nicht allein sportliche Gründe: Als im Februar die Werkself den BVB empfang, sorgte Roger Schmidt für einen veritablen Skandal, der seinen Stammplatz in der Kuriositätenliste der Bundesliga sicher hat: Er regte sich über einen strittig ausgeführten Freistoß vor dem 1:0 der Dortmunder zunächst derart auf, dass er von Schiedsrichter Felix Zwayer des Feldes verwiesen wurde. Als er sich aber der Anweisung verweigerte, wäre die Begegnung beinahe abgebrochen worden. Die Folge waren fünf Spiele Sperre (zwei auf Bewährung) und eine Geldstrafe.

Das ist aber bei Weitem nicht das einzig bemerkenswerte Detail in diesem prestigeträchtigen Duell:

Insgesamt 17 Heimsiege gegen den BVB stehen in der Leverkusener Statistik - ein Vereinsrekord. Allerdings liegt der letzte Erfolg schon neun Jahre zurück. Stefan Kießling und Simon Rolfes sorgten am 19. Mai 2007 zum Saisonfinale für ein nur noch statistisch bedeutungsvolles 2:1. Seither ging die Werkself nur noch in einer Partie in Führung: beim 2:2 am 16. April 2014 durch Lars Bender und den heutigen Dortmunder Gonzalo Castro. Von den vergangenen 18 Duellen gewannen die Westfalen neun, Bayer lediglich drei.

Dass sich diese Bilanz heute aufpolieren lässt, scheint angesichts des bisherigen Saisonverlaufs beider Teams zumindest fraglich. Dortmund zeigt sich trotz eines großen Kaderumbaus seit Wochen in bestechender Form – vor allem in der Offensive. 16 Tore in fünf Bundesliga-Partien sprechen für sich. Aber Schmidt hat einen Plan, wie er die Torfabrik des BVB stilllegen will: mit einer ähnlich kompakten und stabilen Defensivleistung wie gegen den AS Monaco.

"Wir müssen uns selbst treu bleiben, aktiv sein und diese intensive Partie annehmen", fordert der Trainer, der vor allem von der "extremen Schnelligkeit" des Dortmunder Offensiv-Ensembles warnt. "Die Mannschaft hat unglaublich viel Talent", sagt der 49-Jährige und verweist auf Spieler wie Ousmane Dembélé (19), Raphael Guerreiro (22), Emre Mor (19), Christian Pulisic (18), Mario Götze (24) oder André Schürrle (25), der allerdings mit einer Innenbanddehnung ausfällt. Bester Torschütze ist Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang mit fünf Treffern. Die Westfalen gewannen mit der aktuell gefährlichsten Sturmreihe die letzten drei Ligapartien mit 14:2 Toren.

Ausgerechnet jetzt scheint ein Einsatz von Lars Bender und Ömer Toprak, der von Fatih Terim überraschend für die WM-Qualifikationsspiele der Türkei in der nächsten Woche berufen wurde, fraglich. Beide kehrten angeschlagen aus Monaco zurück - und beide haben dort ein richtig gutes Spiel gemacht. Bender gab ungewohnterweise den rechten Verteidiger und Toprak zeigte im Abwehrzentrum seine bisher beste Saisonleistung. "Ich kann keine Entwarnung geben, aber auch nicht ausschließen, dass sie rechtzeitig fit sind", erklärte Schmidt. Die Entscheidung fällt kurzfristig.

Aber auch Leverkusen hat bemerkenswertes Zahlenwerk zu bieten. Der Klub ist seit dem 1:4 gegen Bremen vom 2. März diesen Jahres zu Hause ungeschlagen und büßte in den folgenden sieben Heimspielen nur beim 0:0 gegen Augsburg Punkte ein. Der Faktor Heimspiel soll sich heute ebenfalls positiv bemerkbar machen (18.30 Uhr/Live-Ticker).

"Wir sind zuversichtlich, dass wir im eigenen Stadion mit unseren Fans im Rücken alle Möglichkeiten haben, als Sieger vom Platz zu gehen. Das ist unser großes Ziel", erklärt Schmidt. Er stützt sich dabei auf die Leistung in Monaco, die vor allem in der Defensive überzeugend war. Auch deshalb, sagte der Coach, "können wir aus diesem Spiel sehr viel Positives mitnehmen. Wir nähern uns unserer Top-Form und sind sehr zuversichtlich".

Quelle: RP
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