| 09.29 Uhr

Bayer 04 gegen Dortmund
Stimmungslage unentschieden

Einzelkritik: Volland weiter treffsicher - Lars  Bender überzeugt kämpferisch
Einzelkritik: Volland weiter treffsicher - Lars Bender überzeugt kämpferisch FOTO: ap, mm
Leverkusen. Das 1:1 zwischen Bayer und BVB ist für beide Teams unbefriedigend. Für die Leverkusener, weil sie die bessere Mannschaft waren - und für Dortmund, weil es die Ergebniskrise nicht beendet. Trotzdem sind beide Trainer letztlich zufrieden. Von Dorian Audersch

Die Schlüsselszene aus der Partie zwischen Bayer 04 und dem BVB war ein Foulspiel - und zwar ein böses. Leverkusens Wendell traf Dortmunds Gonzalo Castro in vollem Tempo mit den Stollen voraus am Knöchel. Schiedsrichter Robert Hartmann zückte zunächst die Gelbe Karte, schaute sich die Szene dann in der "Referee Review Area" noch einmal an, und entschied sich dann doch für einen Platzverweis. Auch für Castro war die Partie beendet. Die genaue Diagnose steht noch aus, vermutet wird eine schwere Verletzung an den Bändern.

"Es sieht nicht gut aus", sagte BVB-Coach Peter Bosz nach dem Schlusspfiff und fügte hinzu: "für beide." Gemeint ist neben Castro auch Maximilian Philipp, der nach knapp zehn Minuten mit einer Knieverletzung ausgewechselt werden musste. Bei dem Ex-Freiburger ist ebenfalls eine längere Ausfallzeit zu befürchten. Auf Leverkusener Seite zog sich Charles Aránguiz einen Muskelfaserris in der linken Wade zu.

Der Rest des Spiels ist schnell erzählt: Leverkusen war bis zum Platzverweis kurz vor der Halbzeit klar die bessere Mannschaft, ging durch Kevin Volland in Führung (30.) und vergab gute Chancen auf das 2:0. Nach dem Seitenwechsel war Dortmund in Überzahl zumindest optisch überlegen. Der Ausgleich durch Andriy Yarmolenko (73.) war dennoch bis dahin der einzige gelungene Spielzug des kriselnden BVB. Es spricht Bände, dass Torwart Roman Bürki insgesamt zu acht Paraden gezwungen war. An ihm hat die erneute Sieglosigkeit diesmal nicht gelegen.

Drei Punkte aus den letzten sieben Ligaspielen - das ist zu wenig für die Schwarz-Gelben, bei denen Bosz seit Wochen im Kreuzfeuer der Kritik steht. Der Punkt in Leverkusen verschafft ihm etwas Luft, aber ein Ende des Negativlaufs ist nicht in Sicht. Zur Wahrheit gehört, dass Bayer 3:0 zur Pause hätte führen können. Dortmunds Leistung in den ersten 45 Minuten glich einem sportlichen Offenbarungseid: gehemmt, verunsichert, ideenlos. Nach der Roten Karte wurde es etwas besser.

"Wir haben mehr als eine Halbzeit in Unterzahl gespielt und sind deswegen froh über den Punkt, aber er fühlt sich nicht gut an", sagte Bayers Coach Heiko Herrlich. "Die Rote Karte geht in Ordnung, aber ich lege meine Hand für Wendell ins Feuer. Es sieht natürlich brutal aus, aber er wollte unbedingt den Ball treffen - und nicht den Spieler."

Das Remis beendet vorerst Bayers Aufholjagd Richtung Champions-League-Plätze. Ein Sieg gegen Dortmund wäre in dem Zusammenhang ein sprichwörtlicher "Big Point" gewesen. So muss sich Herrlich damit begnügen, dass sein Team in der Liga seit neun Spielen ungeschlagen ist, wovon allerdings fünf Partien unentschieden endeten. Das erklärt, warum er mit dem Ergebnis haderte. Leverkusen ist zwar in der Nähe der Tabellenregionen, die als Saisonziel vorschweben, aber es reicht noch nicht, um sich im oberen Drittel festzubeißen. "Die Spieler sind nicht zufrieden", sagte Herrlich, der gestern seinen 46. Geburtstag feierte. "Sie wissen, dass mehr drin war."

Peter Bosz hat andere Sorgen - vor allem in der Offensive. Philipp, Castro und Mario Götze sind verletzt, Pierre-Emerick Aubameyang plagen Hüftprobleme. Die Frage, wer am Mittwoch gegen Real Madrid (20.45 Uhr) Tore für Dortmund schießen soll, beantwortet der Niederländer mit Galgenhumor: "Das wird nicht Marco Reus sein, der ist auch verletzt." Dann wechselt er schnell zu Zweckoptimismus. "Wir brauchen einen Sieg für die Wende - und auch in Madrid ist das möglich."

Quelle: RP
 
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