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Bayer Leverkusen
Bremer Brandt feiert Happy End

Einzelkritik: Kramer und Bender haben die Hoheit über das zentrale Mittelfeld
Einzelkritik: Kramer und Bender haben die Hoheit über das zentrale Mittelfeld FOTO: dpa, crj nic
Bremen. Der Leverkusener Mittelfeldspieler erzielt beim 3:0 in seiner Geburtsstadt ein Tor per wunderschönem Freistoß. Es gibt aber auch Kritikpunkte an seiner Leistung - vor allem im ersten Durchgang. Von Patrick Scherer

Freistoß, Tor - dieses Muster kennen sie in Leverkusen. Der Mann, der diesen Job fast immer mit an Perfektion grenzender Genauigkeit ausführt, ist Hakan Calhanoglu. Nach dem 3:0 in Bremen sprach der türkische Nationalspieler wieder über einen wundervollen Treffer nach ruhendem Ball. Eigentlich alles, wie gewohnt. Doch: Es war nicht sein Freistoßtor, über das Calhanoglu plauderte, sondern das von Julian Brandt: "Ich habe mich sehr für ihn gefreut, weil er es eben auch kann. Er hat es gut gemacht", analysierte Calhanoglu, der das Tor zum 2:0 als Einwechselspieler beim Warmmachen verfolgte. Brandt selbst sah die Angelegenheit locker: "Eigentlich übe ich keine Freistöße im Training, weil es nicht meine Aufgabe ist. Aber heute wurde vom Trainer angeordnet, dass ich sie schießen soll, weil Hakan draußen saß, also habe ich es gemacht", sagte der gebürtige Bremer mit norddeutscher Nüchternheit.

In der Hansestadt weinen sie dem Talent nach, das sie nie für Werder gewinnen konnten, das aber dennoch eine enge Bindung zu seiner Heimatstadt hat: "Mir tut es auf der einen Seite leid für den Verein, bei dem ich die ganzen Spiele zu den glorreichen Bremer Zeiten geguckt habe. Auf der anderen Seite freue ich mich über das Tor und den Sieg."

Dabei hatte das Spiel für Brandt ähnlich begonnen, wie es fast immer der Fall ist, wenn der U19-Europameister die Chance in der Startelf bekommt: Die Nummer 19 fand nicht richtig ins Spiel, blieb blass. Bezeichnend dafür war die Szene in der ersten Halbzeit, als Brandt alleine auf das Bremer Tor zustürmte, sich den Ball aber zu weit vorlegte und so die Chance zunichte machte. Fein war hingegen sein Zuspiel auf Karim Bellarabi, der aber ähnlich unglücklich die Torgelegenheit vergab. So betrieb Brandt, der in seiner dritten Bundesliga-Saison den nächsten Schritt machen will, weiter Werbung für seine Rolle als Joker, in der er weitaus häufiger Glanzpunkte setzt. Seit Roger Schmidt die Werkself trainiert markierte Brandt wettbewerbsübergreifend sechs Tore und bereitete drei Treffer vor - darunter sind vier Jokertore und zwei Jokervorlagen. In der vergangenen Spielzeit kam Brandt in 25 Ligapartien zum Einsatz - dabei allerdings nur 44 Minuten im Schnitt. Das Ziel ist diesen Schnitt zu erhöhen. Derzeit liegt er nach sechs Spielen bei 53 Minuten.

Porträt: Das ist Julian Brandt FOTO: afp, pst-jlu

"Julian ist auf jeden Fall dabei, den nächsten Schritt zu machen. Er entwickelt sich in sehr schnellem Tempo. Er hat ja schon als jüngerer A-Jugendspieler Bundesliga gespielt", sagte Schmidt und führte aus: "Er ist ein toller Spieler mit hervorragenden Fähigkeiten im technischen Bereich und hat eine entsprechende Dynamik und Spielverständnis. Aber was ihn besonders auszeichnet, ist, dass er eine hervorragende Mentalität hat." Für den Trainer ist die Entwicklung Brandts noch längst nicht abgeschlossen. Als wichtiges Zeichen wertet Schmidt, dass Brandt sich getraut hat, den Freistoß zu schießen: "Das war ein sehr schwieriger Freistoß, weil er nah am Tor war. Da hat der Ball wenig Zeit, nach der Mauer herunterzufallen. Dann muss man ihn so butterweich reinzwirbeln. Das hat er gemacht."

Quelle: RP
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