| 00.00 Uhr

Bayer Leverkusen
Bundesliga profitiert von Bayers Ausbildung

Bayer 04 Leverkusen: Bundesliga profitiert von Bayers Ausbildung
FOTO: imago sportfotodienst
Leverkusen. Bayer 04 gehört in der Ausbildung junger Fußballer zu den Top-Adressen in Deutschland. Aktuell spielen 20 ehemalige Talente des Nachwuchs-Leistungs-Zentrums in der Bundesliga, 15 in der zweiten und 25 in der dritten Liga. Von Markus Neukirch und Stefanie Sandmeier

Das Ende der Transferperiode am 31. August war auch für Bayers Nachwuchsabteilung ein wichtiges Datum. Jürgen Gelsdorf, Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums, und sein Team konnten einen Strich ziehen unter die Spielzeit 2014/15, die erstmals ohne U 23 stattfand. Die Entscheidung, die zweite Mannschaft abzumelden, wird innerhalb des Vereins weiterhin als richtiger Schritt angesehen. Denn nur wenige Spieler schafften auch wirklich den Sprung aus dem Regionalligateam in den Profikader. Von der 2014 abgemeldeten U 23 wechselten laut einer von Bayer 04 erstellten Statistik zwei in die zweite und fünf in die dritte Liga.

Bayer investiert stattdessen mehr in die Ausbildung der jüngeren Jahrgänge. Für wen es nach der A-Jugend (noch) nicht für die Lizenzmannschaft reicht, bekommt idealerweise in anderen Klubs über ein Leihgeschäft die Gelegenheit, sich auf einem höheren Niveau als in der vierten Liga zu entwickeln. "Unser Anspruch ist es, nach Möglichkeit viele Spieler für unser Lizenzteam auszubilden", erklärt Jörg Bittner, Sportlicher Leiter der U 8 bis U 15 bei Bayer 04.

Die Rückkehr von Christoph Kramer beispielsweise sei ein schöner Beleg für das Konzept des Vereins. Der defensive Mittelfeldspieler wechselte 2011 auf Leihbasis zum VfL Bochum und später zu Borussia Mönchengladbach. Kramer reifte dort zum Nationalspieler, war aber immer Spieler von Bayer 04 - bis man ihn im Sommer wieder unters Bayer-Kreuz holte. Auch über die Rückkehr von Kevin Kampl freut sich die Fußballabteilung, der zwischen 1998 und 2010 ebenfalls in Leverkusen ausgebildet wurde, wenngleich der 24-Jährige letztlich von Borussia Dortmund zurückgekauft werden musste.

Bayers guten Ruf, in punkto Ausbildung junger Fußballer eine der Top-Adressen in Deutschland zu sein, bestätigen einige Zahlen. Derzeit spielen 20 ehemalige Talente des Nachwuchs-Leistungszentrums in der Bundesliga, 15 in der zweiten und 25 in der dritten Liga.

Neben den gerade erst gewechselten Gonzalo Castro (BVB), Stefan Reinartz (Eintracht Frankfurt) und Dominik Kohr (fest zum FC Augsburg) sind darunter prominente Namen wie Pierre-Michel Lasogga oder René Adler, die aus der Kaderschmiede am Kurtekotten stammen und jetzt für den HSV spielen. Lasogga hat bereits 81 Bundesligaspiele absolviert, Adler stand 75 Mal im HSV-Tor, zudem stand er 138 Mal für die Werkself zwischen den Pfosten.

Augsburgs Jan-Ingwer Callsen-Bracker kommt für Bayer 04, Mönchengladbach und Augsburg inzwischen auf 157 Bundesliga- und 15 Zweitligaeinsätze. Herthas Jens Hegeler hat auch schon 139 Partien im Oberhaus und 35 in der zweiten Liga absolviert (für Nürnberg, Bayer und Hertha). In Frankfurt spielt Bastian Oczipka (115 Bundesligapartien), in Ingolstadt Danny da Costa (66 Zweitligapartien). Marcel Risse kommt auf 111 Bundesligaspiele (neun Tore) für Mainz und Köln. Bei den Bayern ist Tom Starke dritter Keeper. Der Ex-Leverkusener hat für den HSV, Paderborn, Duisburg, Hoffenheim und den FCB immerhin 96 Bundesliga- und 102 Zweitligaspiele absolviert. Der verletzungsgeplagte Fabian Giefer stand nach 68 Spielen für Fortuna Düsseldorf bislang erst zweimal für Schalke in der Liga im Tor, achtmal für Bayer 04. Dazu kommen die Gelsenkirchener Leroy Sane und Marco Höger, Philip Heise (VfB Stuttgart), Johannes van den Bergh (Hertha BSC Berlin) und Marlon Frey, seit Kindertagen im Werksklub, dem Roger Schmidt eine Chance gibt.

Beim Blick in deren sportliche Vita fällt die lange Verweildauer auf, aber auch, dass sehr viele dieser Spieler aus der Region kommen. Allein neun dieser 20 Bundesliga-Profis waren mindestens zehn Jahre bei Bayer 04 im Verein. Die zuletzt gewechselten Castro und Reinartz suchten nach zwölf beziehungsweise elf Jahren im komfortablen Bayer-Umfeld noch einmal eine neue Herausforderung. "Dass viele so lange im Verein sind, macht uns stolz. Das zeigt, dass sich die Jungs bei uns wohlfühlen", sagt Bittner.

Laut "transfermarkt.de" haben die Bundesliga-Profis mit Leverkusener Wurzeln einen Marktwert von 73 Millionen Euro. Den qualitativen Beleg der Nachwuchsarbeit liefert eine Bachelorarbeit, die die Top 15 Nachwuchsabteilungen in Deutschland bezüglich ihrer Effektivität vergleicht. Demnach gab es in der abgelaufenen Saison 14 ehemalige Bayer-Talente (neun davon in der ersten und fünf in der zweiten Liga), die auf 17 oder mehr Einsätze in ihren Klubs kamen. Nur aus dem Nachwuchs von 1860 München und dem VfB Stuttgart brachten es mehr Spieler auf die entsprechende Anzahl. Bayern München ist Achter, Dortmund Zehnter. "Das ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit", fügt Bittner an. "Noch dazu, wenn man bedenkt, dass es um uns herum zahlreiche Leistungszentren gibt, gegen die wir uns behaupten müssen."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Bayer 04 Leverkusen: Bundesliga profitiert von Bayers Ausbildung


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.