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Bayer Leverkusen
Aránguiz kann auch ein Krieger sein

Porträt: Charles Aranguiz: Bayer 04 Leverkusens neuer Vidal
Porträt: Charles Aranguiz: Bayer 04 Leverkusens neuer Vidal FOTO: ap
Leverkusen. Die Spielgenehmigung vom brasilianischen Fußball-Verband ist rechtzeitig gekommen, Charles Aránguiz könnte schon heute im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim sein Debüt im Bayer-Trikot feiern. Der Einsatz von Lars Bender ist fraglich. Von Stefanie Sandmeier

Die Frage nach seiner Mutter beantwortet Charles Aránguiz zunächst mit einem Lächeln. Mutter Mariana ist Fußball-Trainerin. "Sie hat mir alles gegeben. Es gab aber auch Phasen, in denen es mal gekracht hat", entgegnet der 26-Jährige schmunzelnd. Aber auf dem Weg zum Profi "war sie mir eine große Hilfe".

Leverkusens neuer Mittelfeldspieler wurde gestern offiziell vorgestellt. Der Chilene beantwortete zurückhaltend alle Fragen, lobte Bayer 04 als "seriösen Klub", der ihm von seinem Landsmann Arturo Vidal und Ex-Teamkollege Juan empfohlen worden sei. "Das Wenige", das er über die Werkself erfahren habe, habe ihn "beeindruckt", sagte Aránguiz, der trotz der zwischenzeitlich komplizierten und zähen Verhandlungen "immer den Wunsch hatte, dass der Transfer klappt" – und der sich offenbar auch die Spielweise von "Krieger" Vidal zu eigen macht: "Arturo ist ein sehr aggressiver Spieler, der in Europa seine Spuren hinterlassen hat. Ich werde auch zum Krieger, wenn es darum geht, den Ball zu erobern", sagte Aránguiz.

Stolz hielt der Chilene gestern sein neues Trikot mit der Nummer 20 in die Höhe und machte die ersten Schritte in der menschenleeren BayArena.

Gut möglich, dass er sich dort schon heute den Bayer-Fans präsentieren kann. Roger Schmidt schloss einen Einsatz des 40-fachen Nationalspielers im Auftaktspiel gegen die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr) zumindest nicht aus, für den noch am Freitagabend die Spielgenehmigung kam. "Charles hat Lust zu spielen. Und Chilenen sind sehr belastbar. Die Entscheidung, ob er schon gegen Hoffenheim zum Kader gehört, werde ich aber nach den aktuellen Trainingseindrücken fällen", sagte der Trainer. "Wir wollen ihn grundsätzlich so schnell wie möglich in unser Spiel integrieren, das geht im Angesicht der kommenden englischen Wochen am besten über Einsätze, und die soll Charles bekommen."

Womöglich steigen dessen Chancen, sollte Lars Bender ausfallen. Der Kapitän laboriert seit dem DFB-Pokalspiel in Lotte an einer Oberschenkel-Prellung und konnte in dieser Woche kaum trainieren. Bei ihm wird kurzfristig entschieden, ob er spielen kann. Der Kader ist breit genug. Womöglich wird Schmidt mit Blick auf das Hinspiel in der Champions-League-Qualifikation die Sicherheitsvariante wählen und den 26-Jährigen für das wichtige Aufeinandertreffen mit Lazio Rom schonen. Schmidt erklärte, dass Aránguiz als einer von zwei Sechsern vorgesehen ist, "dort kann er seine Fähigkeiten am besten einbringen. Mit seiner aggressiven und offensiven Art Fußball zu spielen und seinem klaren Bekenntnis zu Bayer Leverkusen hat er perfekte Voraussetzungen, auch in Europa seinen Weg zu gehen."

Die Innenverteidigung bilden Jonathan Tah und Kyriakos Papadopoulos, denen Schmidt noch einmal ausdrücklich sein Vertrauen aussprach: "Sie haben gezeigt, dass sie ihrer Aufgabe gewachsen sind", erklärte der Coach, der sich angesichts des Ligaauftakts auf ein "besonderes Spiel" freut und im Umschaltspiel den Schlüssel für den Erfolg sieht. "Der Fokus wird auf den Ballbesitzwechseln liegen. Da müssen wir schneller sein als der Gegner."

Quelle: RP
 
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