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Bayer Leverkusen
Chicharitos Chance auf das historische Tor

Das ist Javier Hernandez "Chicharito"
Das ist Javier Hernandez "Chicharito" FOTO: KSMedianet / Bayer04
Leverkusen. Wenn heute Abend das Spiel gegen den FC Augsburg angepiffen wird, ist das mehr als eine gewöhnliche Partie. Wer auch immer das erste Tor erzielt, wird sich in die Geschichtsbücher eintragen - als 50.000. Torschütze der Bundesliga. Von Dorian Audersch

Geht es nach einschlägigen Wettanbietern, ist relativ klar, wer das 50.000. Tor in der langen Geschichte der Bundesliga erzielen wird: Chicharito. Der mexikanische Stürmer von Bayer 04 hat die niedrigste Quote bei der Frage nach dem historischen Tor. Immerhin: Auch Kevin Volland, Karim Bellarabi oder Julian Brandt sind in der engeren Auswahl. Dass der FC Augsburg gegen die Werskelf heute Abend (20.30 Uhr) das erste Tor des 21. Spieltags schießt, scheint Glücksspielern indes eher unwahrscheinlich.

Seit 1963 sind bislang 49.999 Treffer in der höchsten Spielklasse gefallen. Geht es nach Roger Schmidt, ist es freilich ein Spieler seiner Mannschaft, der das historische Tor erzielt. Die Geschichtsbücher sind für den 49-Jährigen dabei allerdings relativ irrelevant. Den Wirbel um die beinahe schon magisch anmutende Marke habe er zwar mitbekommen, aber er halte das für "leicht übertrieben", sagte der Trainer der Werkself vor der Abreise nach Augsburg. "Es wäre schön, wenn wir es schießen, weil es das 1:0 für uns wäre."

Dass der Coach ein schwieriges Spiel erwartet - geschenkt. Augsburg werde kompakt verteidigen, tief stehen und viel mit langen Bällen arbeiten. Laut Schmidt hat er sein Team darauf vorbereitet. Dennoch ist in dieser Spielzeit bereits häufiger auffällig geworden, dass sich Bayer 04 mit defensiv eingestellten Gegnern schwer tut. Zuletzt war das beim 0:1 gegen den Hamburger SV zu begutachten. Ein Fest für Fußballästheten ist also heute Abend nicht zu erwarten. "Wir wissen, was auf uns zukommt und müssen dieses Spiel annehmen", betont Schmidt.

Mit den anhaltenden Gerüchten um seine Person geht er gelassen um. Kurz vor dem 3:0-Sieg gegen Frankfurt wurde fälschlicherweise seine bereits beschlossene Entlassung verkündet und in der Winterpause soll es Kontakte zwischen den Verantwortlichen von Bayer 04 und Hoffenheims Coach Julian Nagelsmann gegeben haben. Gestern hieß es, dass Martin Schmidt vom FSV Mainz 05 seinen Namensvetter auf der Bayer-Bank beerben soll. Das Dementi aus Mainz folgte wenige Stunden später.

"Mich wundert das nicht mehr", kommentierte Roger Schmidt. "Das gehört zum Geschäft." Zu der Thematik müsse man Manager Jonas Boldt oder Sportchef Rudi Völler befragen. Letzterer reagierte mit beißender Ironie auf die Berichte: "Ich habe gehört, dass es eine Aufsichtsratssitzung bei Sky gegeben hat und Martin Schmidt Sportdirektor bei Bayern München werden soll." Übersetzt bedeutet das wohl: An der Meldung ist nichts dran.

Aller Voraussicht nach werden Tin Jedvaj und Aleksandar Dragovic die Innenverteidigung bilden - eine ungewohnte Konstellation. Ein Wackelkandidat ist Kapitän Lars Bender, den laut Schmidt seit dem Frankfurt-Spiel "allgemeine Beschwerden" plagen. Der 62-minütige Einsatz gegen die Eintracht war sein erster nach langer Verletzungspause. Ausfallen werden Jonathan Tah (Faserriss), Ömer Toprak (Gelb-Sperre) und Hakan Calhanoglu, der bis zum Ende der Saison gesperrt ist. Ob Kai Havertz dabei ist, blieb offen. Gegen Frankfurt überzeugte der 17-Jährige. Derzeit pendele das Talent aber zwischen Abitur-Stress und Bundesliga, sagte Schmidt.

Allerdings wäre es auch eine schöne Geschichte, wenn ein Teenager mit seinem ersten Tor in der Bundesliga direkt eine historische Marke aufstellen würde - in einer Reihe mit den Jubiläumstorschützen Günter Netzer (5000), Hans Ettmayer (10.000), Frank Mill (25.000), Stefan Beinlich (35.000) oder Cacau (45.000).

Quelle: RP
 
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