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Donnarumma-Wechsel als Dominostein
Torwart-Beben bringt Leno ins Spiel

Porträt: Bernd Leno – Leverkusener Torwart-Juwel mit DFB-Ehren
Porträt: Bernd Leno – Leverkusener Torwart-Juwel mit DFB-Ehren FOTO: dpa, bt hak
Düsseldorf. Italiens Ausnahmetalent Gianluigi Donnarumma hat mit seiner Ankündigung, den AC Mailand verlassen zu wollen, den Transfermarkt für Torhüter in Bewegung gebracht. Das Ergebnis ist ein Szenario, das an ein Dominospiel erinnert. Mittendrin: Bernd Leno.

Der 18 Jahre alte Donnarumma hatte zuletzt eine Verlängerung seines 2018 auslaufenden Vertrages bei Milan abgelehnt. Der Klub war angeblich nicht bereit, die Grenze von fünf Millionen Euro Jahresgehalt für das Eigengewächs zu überschreiten. Real Madrid soll diese Grenze indes nicht abschrecken. Die "Königlichen" sollen Donnarummas Berater Mino Raiola laut einem Bericht der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" einen Fünf-Jahres-Vertrag mit einem Jahresgehalt von acht Millionen Euro vorgelegt haben. Da Milan noch eine Ablöse kassieren will, steht der designierte Erbe von Gianluigi Buffon im Tor der italienischen Nationalmannschaft vor einem sofortigen Wechsel nach Madrid.

Die "Königlichen" haben dem Anschein nach im Werben um Donnarumma die Nase vorn, wenngleich es namhafte Konkurrenz auf dem Transfermarkt gibt. Mehreren Medienberichten zufolge sind auch der französische Vizemeister Paris St. Germain, bei dem der deutsche Nationaltorwart Kevin Trapp unter Vertrag steht, sowie Italiens Meister Juventus Turin an Donnarumma interessiert. Allerdings will Juventus das Talent erst im Sommer 2018 verpflichten. Als Nachfolger von Buffon, der dann seine Karriere beenden könnte. Donnarumma würde ihn dann ablösefrei bei Juve beerben, falls er doch noch sein letztes Vertragsjahr in Mailand spielen sollte. Das gilt aber als mehr als unwahrscheinlich.

Und deshalb kommt auch Bernd Lenos jetzt ins Spiel. Wie die "Bild" berichtet, habe Milan schon Kontakt zu Bayer Leverkusen aufgenommen, um Leno als Donnarumma-Nachfolger in die Lombardei zu locken. Dem Bericht zufolge steht eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro im Raum. Leno besitzt beim Werksklub keine Ausstiegsklausel, liebäugelt aber wohl mit einem Tapetenwechsel, um sich einen der drei Torhüterplätze im deutschen WM-Kader zu sichern, da Leverkusen nach einer schwachen Saison in der kommenden Spielzeit nicht international vertreten sein wird. Mit Milan könnte Leno immerhin in der Europa League Werbung in eigener Sache betreiben. Seine Konkurrenten im Kampf um die Plätze hinter Manuel Neuer vom FC Bayern, Marc-André ter Stegen (FC Barcelona) und Trapp, können bei Bundestrainer Joachim Löw in der Champions League punkten.

Für Bayers Manager Jonas Boldt ist ein Transfer zu diesen Konditionen allerdings kein Thema. "Bernd Leno wird für diese Summe in diesem Sommer nirgendwo hingehen", betont er auf Nachfrage der RP. Die Wechselwahrscheinlichkeit für die kolportierte Ablöse beziffert er auf "null Prozent". Das kann allerdings freilich auch so gedeutet werden, dass bei einem deutlich höheren Angebot ein Transfer infrage kommen könnte. Es sei indes sehr wahrscheinlich, dass sich der AC Mailand mit einem gefragten Torhüter wie Leno beschäftige, sagt Boldt.

(can)
 
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