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Vor allem die Offensive überzeugt
Das Zwischenzeugnis der Werkself

Bayer 04 Leverkusen: Das Zwischenzeugnis der Werkself
Heiko Herrlich kann mit der Hinrunde zufrieden sein. FOTO: dpa, bt nic
Leverkusen. Platz vier, Viertelfinale im Pokal und im eigenen Stadion ungeschlagen - für Bayer 04 lief die Hinrunde 2017/18 nach Plan. Ein Überblick. Von Dorian Audersch

Die Werkself hat nach schwierigem Start in die Saison die Kurve gekriegt und eine starke Hinrunde hingelegt. Inzwischen ist das Team um Trainer Heiko Herrlich seit 14 Pflichtspielen ungeschlagen. Wir haben uns die Mannschaftsteile genauer angeschaut.

Tor

Vor der Saison betonte Leno, im Schnitt maximal ein Gegentor pro Ligaspiel kassieren zu wollen. Das wären am Ende 34. Es ist dem Schlussmann nur in einem Burchteil der Fälle anzukreiden, dass es nach dem Halbjahr bereits 23 sind. Zuletzt steigerte sich Bayers Nummer eins und zeigte einige bärenstarke Partien, zum Beispiel in Stuttgart. Ramazan Özcan und Niklas Lomb spielen hinter Leno die stille, aber stets einsatzbereite zweite sowie dritte Geige - und können damit offenbar gut leben. 

Fazit Das Tor der Werkself war bis auf wenige Ausnahmen stets gut gehütet. Bei gleichbleibenden Leistungen wie zuletzt in Stuttgart oder Mönchengladbach wird Leno im Sommer mit zur WM nach Russland fahren. 

Abwehr

Die meisten Gegentreffer sind der bisweilen wackeligen Defensive geschuldet. Herrlich wechselt nach Belieben zwischen Dreier- und Viererkette. Am Anfang der Saison waren die Probleme in der Abstimmung groß. Jonathan Tah entwickelte sich aber schnell zu einer Bank in der Innenverteidigung, und Zugang Sven Bender ist längst in der Rolle des Abwehrchefs angekommen. Außen machten Wendell und Benjamin Henrichs - abgesehen von den Roten Karten - ihre Sache ordentlich. Ebenso wie Panagiotis Retsos, der aber noch Luft nach oben hat. Tin Jedvaj blieb bislang nur die Reservistenrolle, André Ramalho ist vorige Woche nach Salzburg gewechselt. 

Fazit Wenn die Werkself eine Baustelle hat, dann in der Abwehr. 23 Gegentore in 17 Ligaspielen sind zu viel. Herrlich wird mit Blick auf den Rückrundenstart gegen Bayern München am 12. Januar (20.30 Uhr) ab Dienstag sicher auch intensiv an der Defensivarbeit feilen.

Mittelfeld

Lars Bender und Dominik Kohr - es gibt ligaweit wohl kaum ein anderes Duo im defensiven Mittelfeld, das derart zweikampfstark ist. Und dann ist da noch Charles Aránguiz, den ein Muskelfaserriss nach guten Leistungen aus dem Tritt brachte. Julian Baumgartlinger kommt nur auf etwas mehr als 600 Spielminuten - zu wenig für den Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft. Außen vor sind Vladlen Yurchenko und Marlon Frey. Offensiv hat sich Kai Havertz wieder in die erste Elf gespielt. Er ist der Teenager mit den drittmeisten Spielminuten in der Bundesliga (976) - nur Leipzigs Dayot Upamecano und Dortmunds Christian Pulisic hatten noch mehr.

Fazit Lars Bender, Charles Aránguiz und Dominik Kohr sind zuverlässige Mittelfeldwühler mit Zug nach vorne. Danach kommt erstmal längere Zeit nichts - und dann Julian Baumgartlinger. Viele Bundesligisten wären wohl froh über eine derartige Auswahl. Das außergewöhnliche Talent von Kai Havertz ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Ihm gehört die Zukunft. 

Angriff

Ob man in der Chefetage eine Umbenennung in "Bailey 04 Leverkusen" erwägt, ist nicht bekannt. Sicher ist, dass Leon Bailey mit sechs Toren und vier Vorlagen in der Liga neben Kevin Volland (9/1) die prägende Figur ist. Wenn er spielt, geht immer was. Julian Brandt (4/3) zeigte ebenfalls eine gute Hinrunde, blieb aber bisweilen unter seinen Möglichkeiten. Argentinien-Transfer Lucas Alario begann stark, kam dann aber etwas aus der Spur. Für Joel Pohjanpalo ist es schwer, an Einsatzzeiten zu kommen. Vereinslegende Stefan Kießling steht in seiner letzten Saison auf dem Abstellgleis. Da wäre wohl beinahe auch Karim Bellarabi gelandet, doch nach seinem Leistungstief hat er sich wieder gefangen. Das gilt auch für Admir Mehmedi, der nachhaltig mit einem Wintertransfer zum Hamburger SV in Verbindung gebracht wird. 

Fazit Es gibt in der Bundesliga drei Teams, die bislang mehr als 30 Tore erzielt haben: Borussia Dortmund (39), Bayern München (37) und Bayer Leverkusen (34). Offensiv läuft es bei der Werkself.

Quelle: RP
 
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