| 17.26 Uhr

Bayer Leverkusen
Werkself demontiert Hannover und zieht an Gladbach vorbei

Einzelkritik: Kießling, Brandt und Papadopoulos die Notenbesten
Einzelkritik: Kießling, Brandt und Papadopoulos die Notenbesten FOTO: dpa, mb jhe
Leverkusen. Bayer Leverkusen marschiert weiter mit Siebenmeilenstiefeln Richtung Champions League. Die Werkself feierte mit einem 4:0 (2:0) gegen Hannover 96 in der Bundesliga ihren siebten Sieg in Folge und eroberte von Borussia Mönchengladbach den dritten Platz zurück, der ohne Umwege in die Königsklasse führt.

Während Bayer seinen Vereinsrekord aus der Saison 2001/02 einstellte und zudem im achten Heimspiel nacheinander gegen die Niedersachsen die Oberhand behielt, muss Hannover nach 13 Spielen ohne Sieg auf Relegationsplatz 16 weiter um den Klassenerhalt bangen. 96-Trainer Tayfun Korkut sitzt nach der neuerlichen Pleite trotz Vertrages bis 2016 mehr denn je auf einem Schleudersitz.

Ömer Toprak (20.), Julian Brandt (40.), Kyriakos Papadopoulos (50.) und Stefan Kießling (70.) erzielten vor 29.482 Zuschauern die Treffer für die Gastgeber, die Hannover nicht den Hauch einer Chance ließen. Nach einigen Annäherungen Richtung 96-Tor hatte Papadopoulos in der 18. Minute die erste klare Torchance für Bayer, als er per Kopf nur knapp das Ziel verfehlte. Nur zwei Minuten später gelang dem ehemaligen türkischen Nationalspieler Toprak ebenfalls per Kopf sein erster Saisontreffer. Nach einem Eckball von Hakan Calhanoglu war der Leverkusener Abwehrchef am kurzen Pfosten zur Stelle.

Während Bayer anschließend weiter den gegnerischen Strafraum belagerte, brachten die Gäste in der Offensive so gut wie nichts zustande. Bayer-Torwart Bernd Leno hätte vor der Pause an seinem Arbeitsplatz auch ein Buch lesen können, so harmlos waren die Niedersachen. Auf der Gegenseite vergaben Stefan Kießling, Papadopoulos und Heung-Min Son Chancen auf eine höhere Führung, ehe Brandt nach fantastischer Vorarbeit von Kießling zu seinem zweiten Saisontor kam.

Obwohl Korkut seinen Spielern unter der Woche ins Gewissen geredet und immer wieder auf den Ernst der Lage hingewiesen hatte, agierte sein Team auch nach dem Seitenwechsel fast apathisch. Die Roten ergaben sich wehrlos in ihr Schicksal, agierten ängstlich und ließen Bayer schalten und walten. Nach dem dritten Tor von Papadopoulos, der seine starke Vorstellung krönte, war die Begegnung entschieden. Kießling machte mit seinem achten Saisontreffer, der allerdings aus einer Abseitsposition fiel, das Debakel für die Niedersachsen perfekt.

Leverkusen musste sich lediglich vorwerfen lassen, aus seiner drückenden Überlegenheit immer noch zu wenig Kapital geschlagen zu haben. Im Zweikampf um Platz drei mit Mönchengladbach, das am Freitag beim 0:0 in Frankfurt Federn gelassen hatte, könnte am Ende die Tordifferenz den Ausschlag geben.

Während sich in einer homogenen Bayer-Mannschaft Brandt, Papadopoulos und auch Roberto Hilbert als Flankengeber hervorhoben, enttäuschte Hannover im Kollektiv.

(sid)
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