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Bayer Leverkusen
Der August entscheidet über Millionen

Fotos: Saisoneröffnung 2015 von Bayer 04 Leverkusen
Fotos: Saisoneröffnung 2015 von Bayer 04 Leverkusen FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. "In diesem Monat muss die Basis für große Ziele gelegt werden", sagt Geschäftsführer Michael Schade. Sportlich kann sich Bayer 04 mit einem guten Start Rückenwind für die Bundesliga holen und mit der Champions-League-Qualifikation satte Einnahmen sichern. Von Stefanie Sandmeier

Bayer 04 stehen wichtige Wochen bevor. Der Start in die neue Bundesligasaison am Samstag gegen die TSG Hoffenheim, aber noch wichtiger, die darauffolgenden Qualifikationsspiele zur Teilnahme an der Champions League sind das beherrschende Thema in Leverkusen. Die Werkself will auch die fünfte Play-off-Teilnahme dazu nutzen, über den Umweg in die Königsklasse einzuziehen.

Vier Tage vor dem Ligaauftakt mag das niemand so offen sagen, aber im aktuellen Fall ist nicht das nächste, sondern das übernächste Spiel, die Hinrunden-Partie bei Lazio Rom, das wichtigste. Geschäftsführer Michael Schade verdeutlicht, dass es für Bayer 04 um nichts weniger geht, als darum, im Konzert der europäischen Topklubs mitzuspielen. "Der August ist für uns wahnsinnig wichtig. Auf uns warten entscheidende Spiele. In diesem Monat muss die Basis für große Ziele gelegt werden", erklärte der 62-Jährige. "Was ich damit meine: Wir können uns mit Erfolgen entsprechendes Selbstvertrauen holen und den Grundstein für eine erfolgreiche Saison legen. Mit einem frühen Pokalaus und dem Scheitern in den Play-offs könnte man sich sonst die halbe Saison verspielen."

Mit dem Erreichen der zweiten DFB-Pokal-Runde hat die Werkself ihre erste Pflichtaufgabe in Lotte gelöst. Das zweite - und auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten viel wichtigere Ziel - ist die Teilnahme an der Champions League. Diese würde sich in doppelter Hinsicht positiv auswirken. Die Erfahrung, gegen Rom weitergekommen und auf internationaler Ebene die erste Bewährungsprobe mit dieser jungen Mannschaft bestanden zu haben, würde der Werkself sicher Rückenwind für die Bundesliga geben. Ganz abgesehen davon, ist die Champions League das deutlich lukrativere Geschäft. Sollte Bayer 04 gegen Lazio Rom die Königsklasse erreichen, sind dem Verein zwölf Millionen Euro für die Teilnahme garantiert. Jeder Sieg in der Gruppenphase bringt 1,5, der Einzug ins Achtelfinale 5,5 Millionen. Ganz nebenbei schüttet die Uefa über ihr Premiumprodukt Gelder aus einem Marketing-Pool aus; dem Play-off-Sieger winken überdies zwei Millionen Euro fürs Weiterkommen.

Der Vergleich mit der Europa League macht die Wertigkeiten der beiden Wettbewerbe deutlich. Dort bekommen alle Teilnehmer unabhängig vom Erfolg 2,4 Millionen. Jeder Sieg bringt gerade 360 000 Euro, der Achtelfinal-Einzug 750 000 Euro. Schade macht deutlich: "Die Qualifikation ist für uns sportlich wichtig, weil wir international auf Topniveau spielen und erfolgreich sein wollen. Aber natürlich ist die Champions League auch aus finanziellen Gesichtspunkten lukrativ." Der Geschäftsführer fügt allerdings hinzu, dass die Europa League, die immer Mindestziel ist, finanziell kein Beinbruch wäre. "Wir müssen ein Team auf die Beine stellen, das international spielen kann. Wir planen daher nie so kurzfristig, dass wir unsere Ausgaben davon abhängig machen, ob wir Ende August für die Champions League qualifiziert sind oder nicht", sagte Schade.

Möglicherweise intensiviert man bei Bayer dann noch einmal die Suche nach einem Innenverteidiger. Gewöhnlich ändert sich nach der Qualifikation, wenn feststeht, wer Champions League spielt, bei einigen Vereinen die Personalplanung, und der Markt kommt wieder in Bewegung. Der Transfer von Charles Aránguiz macht aber auch eine interne Lösung wahrscheinlich. Mit dem Chilenen ist das Mittelfeld nun noch komfortabler besetzt. Roger Schmidt dachte bereits laut darüber nach, gegebenenfalls Lars Bender als Innenverteidiger einzusetzen.

Quelle: RP
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