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Bayer Leverkusen
Werkself verabschiedet sich endgültig von Europa und muss zittern

Leno nicht zu beneiden - Chicharito schwach
Leno nicht zu beneiden - Chicharito schwach FOTO: dpa, pse htf
Freiburg. Bayer Leverkusen hat am 30. Spieltag 1:2 beim SC Freiburg verloren. Der Traum von der Europa League ist damit wohl endgültig geplatzt, die Werkself muss mehr denn je nach unten gucken. Von Dorian Audersch, Freiburg

Im Fußball ist in regelmäßigen Abständen von "Sechs-Punkte-Spielen" die Rede – und selten traf der Ausdruck aus der weiten Welt der Sportfachsimpelei so sehr zu, wie auf das Duell zwischen dem SC Freiburg und Bayer 04. Die Leverkusener waren mit der Gewissheit in den Breisgau gereist, dass sie ein Sieg im nach wie vor engen Rennen um die Europa-League-Plätze einen großen Schritt nach vorne bringen und etwaige Relegationssorgen wohl endgültig vertreiben könnte. Das ist nicht gelungen. Das 1:2 (0:1) lässt nun die Freiburger von Europa träumen. Leverkusen verharrt hingegen im unteren Drittel der Tabelle.

"Wir sind immer wieder für ein Tor gut, gewinnen ganz enge Spiele", sagte Nils Petersen bei Sky: "Wir haben Leverkusen nach dem 1:1 spüren lassen, dass hier mehr möglich ist. Aber dann haben wir eine Reaktion gezeigt." Ein sichtlich bedienter Kevin Volland sagte: "Die erste Halbzeit haben wir komplett verschlafen, gefühlt in der ersten Halbzeit keinen Zweikampf gewonnen. Nach der Pause haben wir das Spiel in der Hand und spielen dann kopflos - das müssen wir viel konzentrierter spielen. Jeder muss für sich kämpferisch und läuferisch alles für die Mannschaft geben. Mit Schönspielen reicht es nicht."

Bayers Coach Tayfun Korkut veränderte seine Startformation im Vergleich zum 0:0 gegen den FC Bayern geringfügig: Für den gesperrten Tin Jedvaj rückte Aleksandar Dragovic in die Innenverteidigung und Chicharito nahm nach mehrwöchiger Verletzungspause wieder seinen Platz im Angriff ein. Karim Bellarabi und Charles Aránguiz mussten hingegen vorerst mit einem Platz auf der Ersatzbank vorliebnehmen.

Edeljoker Petersen trifft bei Startelf-Einsatz

Die Anfangsphase kam zunächst ohne nennenswerte Torraumszenen aus. Einzig eine Abseitsstellung von Freiburgs Florian Niederlechner sorgte nach knapp zehn Minuten für erste Aufregung. Das hätte für Bayer 04 ein Weckruf sein müssen, war es aber nicht: Nur wenig später war es Nils Petersen, der nach einem schönen Spielzug der Gastgeber aus etwa elf Metern von links mit links die Führung für sein Team erzielte (11.) – passgenau in den rechten Winkel. Beinahe hätte der eigentliche Edeljoker Petersen einen schnellen Doppelpack geschnürt, doch Bernd Leno verkürzte geschickt den Winkel und parierte (15.).

Leverkusen kam direkt im Anschluss durch Kevin Volland zur ersten Torchance, doch sein Flachschuss war kein Problem für Keeper Alexander Schwolow (16.). Die Rheinländer hatten mehr Ballbesitz und gewannen mehr Zweikämpfe, allerdings ohne dabei zwingend zu sein. Die Breisgauer begnügten sich damit, abzuwarten und Nadelstiche zu setzen. Vor allem Petersen, der nach einem Katastrophen-Fehlpass von Julian Baumgartlinger auf Dragovic beinahe das 2:0 markiert hätte (24.), sorgte immer wieder für Unruhe in Bayers Defensive. Viel mehr als ein Schüsschen von Kai Havertz (32.) brachten die Gäste bis dahin nicht zustande. Havertz´ zweiten Versuch (43.) hielt Schwolow kurz vor der Pause erst im Nachfassen.

Im zweiten Durchgang erhöhte Leverkusen den Druck. Wendell prüfte Schwolow aus spitzem Winkel (47.). Kurz danach dann beinahe das 0:2, doch Freiburgs Onur Bulut verschluderte die Großchance (53.).

Volland vom Punkt erfolgreich

Weil aus dem Spiel heraus nicht viel zusammenlief, dürfte der Elfmeterpfiff nach einem Zweikampf zwischen Volland und Aleksandar Ignjovski von Schiedsrichter Felix Brych eine geradezu erlösende Wirkung für die Gäste gehabt haben. Der Gefoulte vollstreckte selbst und ließ Schwolow keine Chance (61.). Kurz danach zog der Torschütze aus der zweiten Reihe ab und der Ball touchierte den Außenpfosten (63.).

Plötzlich war Freiburg wieder am Drücker, doch die Doppelchance von Niederlechner und Janik Haberer (67.) brachte ebenso wenig ein, wie das Fast-Eigentor von Wendell, nachdem Leno eine Flanke von Niederlechner mit den Fingerspitzen erwischte (72.). Dann versackte das Spiel vorerst, ehe Pascal Stenzel aus spitzem Winkel Bayer doch noch den K.o. verpasste (88.).

Leverkusen liegt nun acht Punkte hinter Platz sechs, den Freiburg innehat. Der Vorsprung auf den Relegationsrang 16 beträgt nur vier Punkte.

 
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