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Bayer Leverkusen
Der Werkself geht das Personal aus

Mainz - Leverkusen: Einzelkritik
Mainz - Leverkusen: Einzelkritik FOTO: dpa, fve htf
Leverkusen. Falls Jonathan Tah gegen Werder Bremen ausfällt, fehlen gleich drei Innenverteidiger. Entwarnung für das Spiel am Mittwoch konnte Markus Krösche auch bei den anderen Verletzten noch nicht geben: "Das ist schwer zu sagen". Von Stefanie Sandmeier

Wenn es nach Niederlagen niemandem so recht zum Reden zumute ist, schon gar nicht vor einer Kamera oder einem Mikrofon, ist es gut, Spieler wie Christoph Kramer zu haben. Leverkusens Mittelfeldspieler ist bekannt dafür, dass er sich auch - oder gerade - nach schlechten Auftritten stellt. Seine Kritik nach der 1:3-Niederlage in Mainz war unmissverständlich. "Mainz hat den Sieg heute mehr gewollt als wir", sagte der Weltmeister, der vor allem die fehlende mentale Stärke bemängelte. "Wir müssen im Kopf aufmerksamer sein. Wenn wir unsere Saisonziele erreichen wollen, haben wir bis zum 34. Spieltag nur noch Endspiele."

In eine ähnliche Kerbe schlug auch Rudi Völler, der angesichts der spielerischen Überlegenheit der Mainzer von einer "verdienten" Niederlage sprach. "Wir waren nicht so giftig wie die Mainzer in der ersten Hälfte. Die waren frech, sind gut draufgegangen, zwei Fehler in der Abwehr wurden eiskalt bestraft", erklärte Bayers Sportdirektor, der das Fehlen von Roger Schmidt an der Seitenlinie aber nicht als Erklärung für das mitunter konzeptlose Spiel und die zweite Niederlage in Folge sah. "Das ist eine Situation, die so ist, und mit der wir klar kommen müssen."

Fotos: Schmidt sieht Spiel von der Tribüne, Krösche steht an der Linie FOTO: dpa, fve htf

Auch am Mittwoch wird Co-Trainer Markus Krösche für den gesperrten Schmidt an der Seitenlinie stehen. Was Völler aber viel mehr beunruhigt ist die personelle Situation der Mannschaft, die sich angesichts der Verletztenmisere langsam aber sicher von alleine aufstellt. Nachdem bereits Stammkräfte wie Ömer Toprak und Kevin Kampl wegen Faserrissen vor einer Woche ausgefallen waren, standen in Mainz auch Kyriakos Papadopoulos (Kapselverletzung im Kniegelenk) und Stefan Kießling (Hüftprellung) wegen ihrer am Donnerstag beim Europa-League-Duell mit Sporting Lissabon erlittenen Verletzungen nicht zur Verfügung. Vor allem das Fehlen von Kießling machte sich bemerkbar, aus dem Sturmzentrum entwickelte die Werkself kaum Gefahr.

Auf der Innenverteidigerposition neben Jonathan Tah waren Schmidt und sein Stab also zum Improvisieren gezwungen. Die Wahl fiel auf André Ramalho, der allerdings erwischte wie seine Nebenleute keinen guten Tag, weil sie auf Mainzer trafen, die flinker auf den Beinen und handlungsschneller im Kopf waren. Dass mit Tah zur Pause der nächste Schlüsselspieler in der Kabine blieb, macht die Sorgen umso größer. Der 19-Jährige verpasste bisher kein Pflichtspiel und zählt aufgrund seiner beständig guten Leistungen in dieser Saison zu den Konstanten im Team der Werkself. "Jonathan hatte muskuläre Probleme", erklärte Markus Krösche. "Es war eine Vorsichtsmaßnahme, ihn aus dem Spiel zu nehmen. In unserer Situation, dass wir alle drei/vier Tage Spiele haben, können wir kein Risiko eingehen."

Nach Tahs Herausnahme war die etatmäßige Innenverteidigung dann endgültig außer Gefecht - Tin Jedvaj rückte ins Abwehrzentrum, was auf den Ausgang dieser Partie aber keine Auswirkungen mehr hatte. Einzig auf die Höhe. Der Kroate sorgte mit seinem Handspiel dafür, dass Mainz auch noch das dritte Tor erzielte.

"Es war klar, dass es in den vielen Englischen Wochen irgendwann einen personellen Aderlass geben würde", entgegnete Rudi Völler. "Diesen zu kompensieren, ist eine große Herausforderung. Umso wichtiger ist es, dass wir schnell wieder aufstehen und am Mittwoch punkten." Ob die Joker Benjamin Henrichs und Robbie Kruse eine Start-Option sind, wird sich zeigen.

Dann ist Werder Bremen zu Gast in der BayArena. Hoffnung auf personelle Besserung machte Krösche nach seinem ersten Auftritt als Schmidt-Ersatz allerdings nicht. "Das ist schwer zu sagen."

Für Völler besaß der Ausgang der Partie nur wenig dramatisches. "Ich bin mir sicher, dass es bis zum Saisonende sehr eng zwischen den Plätzen drei und acht zugehen wird" und pflichtete Kramer bei - von Weltmeister zu Weltmeister eben.

Quelle: RP
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