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Bayer Leverkusen
Die Rückkehr des verlorenen Son

Das ist Heung-Min Son
Das ist Heung-Min Son FOTO: dpa, ar ase hpl
Leverkusen. Der Südkoreaner Heung-Min Son machte einst bei Bayer 04 auf sich aufmerksam. Es folgte ein Nacht-und-Nebel-Transfer Richtung Tottenham. Am Dienstag  (20.45 Uhr) kehrt er in die BayArena zurück - als Gegner in der Champions League. Von Stefanie Sandmeier

Die Nachricht wurde an jenem 26. August 2015 zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt bekannt. Wenige Stunden vor dem Play-off-Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen Lazio Rom sickerte durch, dass Heung-Min Son vor dem Wechsel zu Tottenham Hotspur steht. Der Südkoreaner, der bereits im Abschlusstraining fehlte und vom Verein damals als "krank" entschuldigt wurde, brach in Leverkusen Hals über Kopf seine Zelte ab, um dem Lockruf der Nordlondoner zu folgen. Für eine Transfersumme von 30 Millionen Euro.

Dass sich die Trauer um den Verlust des Mittelfeldspielers anschließend in Grenzen hielt, mag auch an dieser Ablöse liegen - nicht zuletzt aber an der Tatsache, dass der Klub sich dafür nicht nur Kevin Kampl, sondern auch noch Chicharito leistete. Beide Transfers haben sich bekanntermaßen bewährt. Insofern wird sich niemand als Verlierer fühlen. Heung-Min Son jedenfalls tauchte gestern gut gelaunt erstmals seit seinem plötzlichen Verschwinden wieder in der BayArena auf, wo er mit seinem neuen Team heute Abend (20.45 Uhr) spielen wird.

Der Offensivmann, der in 87 Einsätzen für die Werkself 29 Tore erzielte und in seinem Heimatland ein echter Fußball-Popstar ist, freute sich über seine Rückkehr an den Rhein: "Als ich die Auslosung gesehen habe, hatte ich positive Gedanken. Ich hatte eine schöne Zeit in Leverkusen", sagte er. Knapp acht Jahre spielte er in Deutschland, erst beim Hamburger SV, zuletzt bei Bayer 04. "Ich bin glücklich, wieder hier zu sein - und wenn ich ehrlich bin, auch etwas nervös."

Eigentlich wollte Son längst wieder in Deutschland spielen. Nach einer enttäuschenden ersten Saison in Tottenham hatte er seinen Klub im Sommer um einen Wechsel gebeten. Die "Spurs" und Interessent VfL Wolfsburg wurden sich aber über die Ablöse nicht einig. Son blieb schließlich doch - und setzte sich durch. In dieser Spielzeit erzielte er wettbewerbsübergreifend fünf Treffer in sieben Partien, gab zwei Vorlagen. Als erster asiatischer Spieler wurde der 24-Jährige in der Premier League "Spieler des Monats".

Mit jeweils zwei Toren gegen Stoke City und den FC Middlesbrough trug "Sonny" überdies dazu bei, dass sein Klub in der Liga oben mitspielt. Obendrein erzielte er in der Champions League den Siegtreffer beim 1:0 in Moskau. Dass sein prominenter Stürmerkollege Harry Kane verletzt fehlt, geriet deshalb zuletzt fast in Vergessenheit. Der vielseitig einsetzbare Son füllt die entstandene Offensivlücke gut aus. Davon konnte sich Roger Schmidt selbst überzeugen, als er in London Tottenhams 2:0 über Manchester City Anfang des Monats verfolgte.

Er kennt die Qualitäten des Südkoreaners aus erster Hand. "Ich habe ihn ein Jahr trainieren dürfen - er ist ein toller Spieler und eine tolle Persönlichkeit. Ich freue mich, dass er jetzt sein Potenzial auf den Platz bringt." Das könne er auch gerne weiterhin tun. "aber natürlich nicht gegen uns", sagte Schmidt.

Son erklärte den Journalisten seinen Leistungssprung bei Tottenham mit dem Rückhalt, den er von seiner Mannschaft und auch Trainer Mauricio Pochettino spüre. "Die erste Saison war schwer, ich musste mich nach den Jahren in Deutschland erst an die Premier League gewöhnen", sagt Son. Inzwischen spiele er mit mehr Selbstvertrauen. "Und alles läuft viel besser."

Quelle: RP
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