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Bayer Leverkusen
Die Teilzeit-Matchwinner

Einzelkritik: Kießling stark – Son schwächelt
Einzelkritik: Kießling stark – Son schwächelt FOTO: ap
Leverkusen. Der 2:1-Siegtreffer für Bayer 04 gegen Hoffenheim war eine Co-Produktion von Admir Mehmedi und Julian Brandt. Beide Spieler saßen zunächst nur auf der Bank, bewiesen mit ihrem starken Auftritt aber, dass sie bereit für die Startelf sind. Von Patrick Scherer und Stefanie Sandmeier

Bei Bayer 04 fällt die Belohnung für gute Leistungen etwas anders aus. Nach dem 2:1-Erfolg gegen Hoffenheim zum Bundesligaauftakt rief Athletik-Co-Trainer Oliver Bartlett die Ersatzspieler zusammen, um auf dem Rasen der BayArena noch ein paar Sprints zu absolvieren.

Auch die eingewechselten Admir Mehmedi und Julian Brandt mussten noch einmal Vollgas geben. Keine Gnade für die Matchwinner. 30 Minuten zuvor wurden die beiden von den Fans der Werkself ausgiebig gefeiert. Mehmedi hatte Hoffenheims Fabian Schär mit einer simplen Körpertäuschung aus dem Konzept gebracht, legte den Ball in den Lauf von Brandt, der mit einem satten Flachschuss den Siegtreffer erzielte.

"Julian hat super abgeschlossen, das war aus dem Winkel nicht einfach", lobte Mehmedi den U 20-Nationalspieler. Und Brandt ließ es sich nicht nehmen, das Lob zu erwidern und Werbung für das Duo zu machen: "Admir hat mir das Tor überragend aufgelegt. Admir und ich verstehen uns sehr gut, auf und neben dem Platz. Ich fühle mich sehr wohl, wenn ich mit ihm zusammenspiele, das hat man auch bei anderen Situationen gesehen."

In der Tat sorgten beide nach ihren Einwechslungen (Mehmedi 60. Minute, Brandt 63. Minute) für Wirbel gegen immer schwächer werdende Hoffenheimer. Vor allem Mehmedi überzeugte als Ballverteiler und lieferte so einen Beleg seiner eigenen Einschätzung, dass er eher ein spielender Angreifer sei, denn ein klassischer Strafraumstürmer. Die Option, Hakan Calhanoglu dann wie gegen Hoffenheim als Sechser einzusetzen, der so direkter in die Spieleröffnung eingebunden ist, gibt Trainer Roger Schmidt noch mehr Flexibilität in einem Team, das ohnehin über sehr vielfältige, variable Akteure verfügt. "Wir haben sehr sehr viel Qualität in der Breite", betonte auch Mehmedi. "Natürlich will man als Spieler immer von Anfang an spielen, aber der Trainer kann nur elf aufstellen. Man ist froh, wenn man die Minuten bekommt. Heute haben Julian und ich sie genutzt."

Brandt setzte mit seinem Auftritt vor allem Heung-Min Son unter Druck. Der Südkoreaner hatte zuvor 63 Minuten nicht überzeugen können. Son verfügt zweifelsohne über große Qualitäten, manchmal wirkt er aber nicht gedankenschnell genug und verpasst es so, im richtigen Moment, das Spiel schnell zu machen. Ein Luxus für Schmidt also, solch ein Juwel wie Brandt in der Hinterhand zu haben.

Mit gerade einmal 19 Jahren startete Brandt, der im Winter 2014 aus Wolfsburg kam, am Samstag in seine zweite komplette Bundesliga-Saison. In der vergangenen Spielzeit stand der gebürtige Bremer in 25 Partien durchschnittlich 44,7 Minuten auf dem Platz und ließ vor allem gegen Saisonende seine Klasse aufblitzen, als er in den letzten sechs Partien drei Tore erzielte und eines vorbereitete. Dass er nun den nächsten Schritt machen möchte, ist nur logisch. Auch wenn er nach dem gelungenen Auftakt sich noch in Zurückhaltung übte: "Ich möchte auf meinen Leistungen der vergangenen Saison aufbauen und gesund bleiben."

Fit genug sind der Schweizer Nationalspieler Mehmedi, der bereits in der Vorbereitung überzeugte, und Brandt jedenfalls, nicht zuletzt durch die Einheiten mit Oliver Bartlett.

Zur Extraschicht mit Sprintübungen nach dem Spiel hatten die so harmonisch wirkenden Matchwinner dann aber doch eine geteilte Meinung. Während Brandt sagte, dass ein bisschen sprinten ja nicht schaden würde, war sein kongenialer Partner Mehmedi schon etwas erstaunt: "Ich wusste gar nicht, dass das hier gemacht wird", entgegnete der Zugang aus dem Breisgau mit einem Augenzwinkern. "In Freiburg sind wir nach Spielen immer nur Fahrrad gefahren."

Quelle: RP
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