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Bayer Leverkusen
Schmidt braucht jetzt Ergebnisse

Schmidt kehrt nach Sperre auf Bayers Bank zurück
Schmidt kehrt nach Sperre auf Bayers Bank zurück FOTO: dpa, fg htf
Villarreal. Rudi Völler stieg, wie die meisten Mitglieder der Leverkusener Delegation, sichtlich mitgenommen in den Flieger. Bayers Sportdirektor war müde und sehr enttäuscht vom Abschneiden beim FC Villarreal. Von Stefanie Sandmeier

Die Profis samt sportlicher Leitung flogen gegen 1 Uhr am frühen Freitagmorgen wieder nach Deutschland in der Gewissheit, dass nach dem Achtelfinale in der Europa League wohl Endstation auf europäischer Bühne ist. "Wir brauchen nichts zu beschönigen. Was wir gezeigt haben, war zu wenig. Natürlich gibt es auch im Fußball Wunder, im Moment fällt es aber schwer, noch ans Weiterkommen zu glauben. Das ist ein negatives Pfund", sagte der Sportdirektor nach der 0:2 (0:1)-Niederlage beim spanischen Tabellenvierten.

Zuvor hatte auch Michael Schade deutlich gemacht, dass Bayer 04 "über weite Strecken eine nicht überzeugende Leistung und ein enttäuschendes Ergebnis" abgeliefert habe. "Wir wollen nichts schönreden. Wir haben es uns anders vorgestellt."

Die Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale sind für Bayer 04 damit nur noch minimal. Angeführt vom zweifachen Torschützen Cédric Bakambu (3. und 56. Minute) werden die Spanier auch in Leverkusen im Rückspiel am Donnerstag schwer zu knacken sein. Villarreal hat nicht nur in der Offensive mit Bakambu und Roberto Soldado enorme Qualität, sondern auch eine sehr gut organisierte Defensive, die den mitunter ideenlos agierenden Leverkusenern nur eine Torchance von Chicharito zugestand.

Villarreals Statistik ist beeindruckend: Das Team gewann sein fünftes Heimspiel in der Europa League in Serie ohne Gegentor. Was aus Bayer-Sicht Fragen aufwirft: Das Team kassierte im dritten Pflichtspiel hintereinander (vorher in Augsburg und gegen Bremen) in den ersten fünf Minuten ein Gegentor. Es war noch dazu das 23. Mal, das die Mannschaft wettbewerbsübergreifend mit 0:1 in Rückstand geriet. "Das ist eine schwierige Situation, aber es ist noch alles drin", meinte Nationalspieler Karim Bellarabi. Auch Stefan Kießling will noch nicht aufgeben: "Ich bin davon überzeugt, dass wir ein 0:2 aufholen können. Da muss aber viel passen."

Nach dem DFB-Pokal droht der Werkself nun aber im zweiten Wettbewerb das vorzeitige Aus. In der Bundesliga sind die Aussichten nicht besser. Die Werkself geht als Tabellenachter in den kommenden Spieltag und droht auch hier, sein Saisonziel, die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb, zu verpassen.

Völler steht bedingungslos hinter Schmidt

Das lässt die Kritik an Trainer Roger Schmidt weiter zunehmen, der nach seiner Drei-Spiele-Sperre nicht nur an der Seitenlinie auf Bewährung spielt. Nach drei Niederlagen und einem Unentschieden in den vergangenen vier Partien stehen Trainer und Mannschaft vor dem Heimspiel am Sonntag gegen den Hamburger SV unter enormem Druck.

"Alles andere als ein Sieg gegen Hamburg wäre zu wenig", sagte Torhüter Bernd Leno, der mit einer Parade in der Nachspielzeit noch eine höhere Niederlage verhinderte. Die Bedeutung dieser Partie ließ auch Rudi Völler durchblicken, der seinem Trainer öffentlich weiter den Rücken stärkt. Der 55-Jährige weiß aber selbst zu gut, dass am Ende des Tages nur die Ergebnisse zählen.

Sollte sich der Abwärtstrend allerdings auch gegen den HSV fortsetzen, wird die Luft für Schmidt (mit einem Vertrag bis 2019 ausgestattet) noch dünner. "Der Sonntag ist das, was zählt, um in der Bundesliga dranzubleiben", sagte Völler, der genau hinschauen und womöglich doch zum Handeln gezwungen wird, sollte Bayer Gefahr laufen, endgültig den Anschluss zu verlieren. "Wir müssen in den nächsten beiden Bundesligaspielen punkten und nach der Länderspielpause nochmal eine Aufholjagd starten. Wir dürfen nicht mit dem Schicksal hadern", schob er hinterher.

Gegen den HSV fällt Christoph Kramer aus. Er war in der 61. Minute von Antonio Rukavina mit dem Ball hart am Kinn getroffen und ausgewechselt worden. Die Situation weckte Erinnerungen an das WM-Finale 2014 in Brasilien, als er von Argentiniens Ezequiel Garay mit dem Knie am Kopf getroffen wurde und das Spiel für ihn zu Ende war.

"Alles gut", gab Kramer noch unmittelbar nach dem Spiel selbst Entwarnung. "Es fühlt sich an wie ein Boxschlag. Ich war kurz weg, aber in der Kabine ging es schon wieder."

Quelle: RP
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