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Bayer Leverkusen
Für Bayer 04 gibt es weiterhin nur einen Rudi Völler

Das ist Rudi Völler
Das ist Rudi Völler FOTO: ddp
Leverkusen. Je nach Länge der Liste hätte Rudi Völler wahrscheinlich ziemlich gute Karten, es in die Aufzählung der bekanntesten Deutschen zu schaffen. Seine Popularität hat sich Leverkusens Sportchef über Jahre verdient. Er war erfolgreicher Stürmer, Weltmeister und DFB-Teamchef. Aber er ist vor allem das Aushängeschild von Bayer 04 - und als solches seit fast zwei Jahrzehnten mit dem Verein verbunden. Von Stefanie Sandmeier

1994 kam Völler auf der Zielgeraden seiner Karriere aus Marseille nach Leverkusen und wechselte danach ins Management. Bis auf die Zeit zwischen 2000 und 2004, als er die deutsche Nationalmannschaft trainierte, und ein Intermezzo bei AS Rom, blieb er dem Verein treu. Seit 2005 zieht Völler die Fäden als Sportdirektor. Gestern gab Bayer die vorzeitige Vertragsverlängerung des 56-Jährigen bis 2022 bekannt.

Nach Geschäftsführer Michael Schade (2018) und Trainer Roger Schmidt (2019) bindet der Verein auch Völler langfristig. "Wir wollen Konstanz und Kontinuität in der Führung", erklärt Werner Wenning, Vorsitzender des Aufsichtsgremiums. "Außerdem ist Rudi Völler nicht nur eine weltweit bekannte Persönlichkeit im Fußball, sondern in der breiten Öffentlichkeit auch das Gesicht von Bayer 04."

Böse Zungen behaupten: Er ist das einzige Gesicht des Werksklubs, der trotz seiner langen Geschichte und konstanten Zugehörigkeit im europäischen Wettbewerb stets um Anerkennung kämpft. All das aber macht Völler nach so vielen Jahren nichts mehr aus. "Ich bin mit Unterbrechungen jetzt über 20 Jahre mit Bayer 04 verbunden und fühle mich in diesem Klub und in meiner Rolle sehr wohl. Wir haben in dieser Zeit viel erreicht", entgegnet er. Das Zeichen ist klar: Völler will bis zum Ende seiner Laufbahn bleiben.

Der gebürtige Hanauer steht über den Dingen. Meistens zumindest. Es sei denn, er sieht Trainer oder Mannschaft ungerecht behandelt. Dann kann die Stimmung schon mal schnell umschlagen. Wie es sich anfühlt, wenn Völler sich Luft verschafft, haben vor allem Journalisten und Schiedsrichter über die Jahre erfahren. Im inszenierten Fußball-Geschäft gibt es nur noch wenige Originale wie ihn, die klare Ansagen machen und offen Kritik üben. Die mag auch mal überzogen sein; aber Völler bleibt sich treu. Kritiker verbinden mit ihm jene Siegermentalität, die sie "Vizekusen" seit Jahren absprechen. Mit Roger Schmidt, an dem er trotz Krise festhielt, sieht er das Team auf dem richtigen Weg. Das große Ziel bleibt ein Titel - am realistischsten der Pokal.

Womöglich ist der Wechsel Christoph Kramers zu Borussia Mönchengladbach, wo er bereits leihweise spielte, der erste Transfers nach Völlers Vertragsverlängerung.

Quelle: RP
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