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Bayer Leverkusen
Bayers fahrlässiger Umgang mit den Chancen

Bayer-Noten: Leno bekommt "mangelhaft" für unerklärlichen Patzer
Bayer-Noten: Leno bekommt "mangelhaft" für unerklärlichen Patzer FOTO: dpa, cas hak
Leverkusen. Trotz drückender Überlegenheit gegen Augsburg insbesondere in der zweiten Hälfte schaffte es Bayer nicht, das Spiel zu gewinnen. Selbst einen Handelfmeter brachte Hakan Calhanoglu nicht im Tor unter. Von Simon Janssen

Das mit der Bettruhe hatte Bernd Leno schnell abgehakt. "Nach Spielen schlafe ich immer schlecht. Heute werde ich noch ein bisschen schlechter schlafen", sagte Bayers Keeper mit breitem Grinsen im Gesicht. Das Grinsen war wohl Galgenhumor, denn für den 23-Jährigen gab es wegen seines unerklärlichen Patzers, der gegen schwache Augsburger zum 0:1 führte, nichts zu lachen. "Das passiert bestimmt jedem Torwart einmal, aber Augsburg macht aus nichts ein Tor - das ist doppelt bitter. Als Torwart hast Du da die Arschkarte", meinte der Pechvogel später, dem niemand einen Vorwurf machen wollte.

Bei seinem Luftloch in der 12. Minute wurden aber wohl böse Erinnerungen beim kommenden A-Nationalspieler wach: Vor genau einem Jahr fegte Leno gegen den SC Paderborn beim Herauslaufen über den Ball, Süleyman Koc musste das Leder nur noch ins leere Tor schieben. Rund drei Jahre zuvor machte Leno in der Champions League unfreiwillig auf sich aufmerksam, indem er Valencias damaligem Stürmer Jonas zehn Sekunden nach Anpfiff den Ball genau in die Füße spielte. Lenos Fauxpas leitete damals die 1:3-Niederlage ein. Macht in der Summe drei Torbeteiligungen, auf die der sonst so zuverlässige Schlussmann gerne verzichtet hätte. Hakan Calhanoglu erging es gestern nicht besser. Mit hängendem Kopf trottete der türkische Nationalspieler nach dem Abpfiff in die Kabine. Auch der 21-Jährige wird nach seinem kläglich verschossenen Handelfmeter in der 71. Minute nicht besser geschlafen haben als sein Teamkamerad Leno.

Nun muss sich Bayer 04 zwei Wochen mental etwas zerknautscht mit Tabellenplatz sieben zufrieden geben. Dass die Ansprüche in Leverkusen andere sind, wurde spätestens durch die Pfiffe der Fans nach dem Schlusspfiff deutlich. "Wir hätten ein schönes Wochenende haben können", sagte Sportdirektor Rudi Völler nahezu melancholisch, "wir haben uns heute wieder mal nicht belohnt, obwohl wir eine Klasse besser waren", schob der Sportchef hinterher und erinnerte an die erste Halbzeit gegen den FC Barcelona, in der Bayer 04 beste Gelegenheiten nicht genutzt hatte.

Das Problem mit der mangelhaften Chancenverwertung ist auch nicht an Trainer Roger Schmidt vorbeigegangen. "Wir schießen für die vielen Situationen, die wir haben, einfach zu wenig Tore."

Die Bilanz von lediglich acht Treffern in acht Spielen spiegelte zudem nicht die Gefahr wider, die Bayer im gegnerischen Sechszehner ausstrahle: "Bis auf Bremen, haben wir alle Spiele, die wir gewonnen haben, knapp gewonnen. Obwohl wir teilweise drückend überlegend waren. Wir müssen wieder positiver agieren und unseren Fußball spielen", sagte Schmidt. Ein Fußball, für den Schmidt personell gezwungenermaßen umstellen muss. Gegen Hamburg wird der 48-Jährige nicht auf Wendell zurückgreifen können. Der Linksverteidiger holte sich gestern seine fünfte Gelbe Karte ab. Zudem humpelte Innenverteidiger Jonathan Tah vom Platz. Er zog sich eine Einblutung im linken Adduktorenbereich zu, muss mindestens eine Woche mit dem Training pausieren und wird heute nicht zur U21-Nationalmannschaft reisen. Trainer Horst Hrubesch hatte Tah und Julian Brandt nominiert. "Hoffentlich kann er gegen Hamburg spielen", sagte Rudi Völler.

Auch die Nationalmannschaftsreise von Karim Bellarabi ist fraglich. Bayers Flügelflitzer fiel nach einem Zweikampf mit dem Ex-Leverkusener Konstantinos Stafylidis auf die rechte Schulter und musste in der 78. Minute ausgewechselt werden. Diagnose: Schulterprellung. Er wird intensiv behandelt, danach wird entschieden, ob es Sinn macht, dass Bellarabi die Länderspielreise mitmacht. Sport

Quelle: RP
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