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Bayer Leverkusen
Die großen Bayern als große Chance

Einzelkritik: Bayer kann sich auf sein Sturm-Duo verlassen
Einzelkritik: Bayer kann sich auf sein Sturm-Duo verlassen FOTO: dpa, mjh nic
Leverkusen. Von den letzten sechs Heimspielen haben die Leverkusener nur eines gegen den Rekordmeister verloren. Die Werkself hofft auch morgen auf einen guten Tag. Punkte gegen die Münchener könnten der passende Anstoß für eine erfolgreiche Rückserie sein. Von Stefanie Sandmeier

Es gibt unterschiedliche Ansichten darüber, ob es den richtigen Moment überhaupt gibt, auf den FC Bayern zu treffen. Der Rekordmeister aus München liegt natürlich (wieder) vorne in der Tabelle. Weit vorne sogar. Der Vorsprung auf den dritten Platz beträgt bereits 18 Zähler. Den Rest dahinter führt Bayer 04 an, das auf Rang vier bereits 21 Punkte Rückstand aufweist. Eine kleine Welt.

Schade glaubt schon an Entscheidung im Titelkampf

"Gegen die gewinnt fast keiner", entgegnet Christoph Kramer. Angesprochen auf das Titelrennen, sieht Geschäftsführer Michael Schade die Bayern schon am Ziel: "Ich glaube, dass die Meisterschaft entschieden ist. Die Münchner werden die Saison relativ souverän zu Ende bringen", sagte er im Gespräch mit der Rheinischen Post und outete sich als jemand, der die Münchner anschaut. "Ich gucke mir die Bayern in erster Linie auf internationalem Niveau an, weil das interessante und spannende Spiele sind. Natürlich schaue ich nicht jedes ihrer Bundesligaspiele an. Das ist schon zeitlich nicht machbar", erklärte der 63-Jährige, der die Bundesliga unabhängig von deren Dominanz weiter interessant findet. "Trotz der Überlegenheit glaube ich nicht, dass man von Langeweile in der Liga sprechen kann, nur weil die Meisterschaft vorzeitig entschieden ist. Der Kampf um die internationalen Plätze und gegen den Abstieg bietet Spannung pur. Deshalb sind auch die Zuschauerzahlen in der Liga nach wie vor sehr gut. Das ändert sich vielleicht, wenn die Münchner mal sieben, acht oder neun Meistertitel hintereinander geholt haben."

Auf dem Weg zum nächsten Titel würden die Leverkusener allzu gerne zu den wenigen Teams gehören, die den Bayern Punkte abnehmen konnten. In einem Spiel sieht Schade den Rekordmeister durchaus als schlagbar. Das haben die zurückliegenden Partien in der BayArena gezeigt. Nur eines der letzten sechs Heimspiele ging verloren. Das letzte endete 2:0. "Wir gehen in die Partie zwar mit dem gebotenen Respekt, aber auch mit einer großen Portion Selbstvertrauen. Wir wollen etwas holen", fügt Schade an. "Allerdings gehen die Bayern immer als Favorit in ein Bundesligaspiel: egal gegen wen und egal wo."

Inwiefern der Sieg gegen Hannover 96 als Maßstab gelten kann, wird der Spielverlauf beantworten. Im Hinspiel (0:3) war Bayer 04 jedenfalls chancenlos. So oder so muss eine Steigerung her, wenn die Werkself nach dem Tabellenletzten auch gegen den Ersten Zählbares in Leverkusen behalten möchte. Dass sich die Bayern in den ersten Wochen dieses Jahres noch schwer tun und ihnen die ganz große Dominanz etwas abhanden gekommen scheint, hat mehrere Gründe. Das Verletzungspech ist sicher einer davon. Die Nebenkriegsschauplätze, die etwa durch den feststehenden Abgang Pep Guardiolas und den Wirbel um den Ex-Bayer-Profi Arturo Vidal entstanden, der erstmals seit seinem Wechsel 2011 von Leverkusen zu Juventus Turin in die BayArena zurückkehrt, sorgen für zusätzliche Unruhe.

Kampl zeigt sich zuversichtlich

Ob das Bayers Chancen auf einen Sieg erhöht? Kevin Kampl ist zumindest sehr zuversichtlich. Die Hinrunde hat gelehrt, dass bei dieser Leverkusener Mannschaft nichts unmöglich ist. "Wir werden versuchen, das Spiel zu gewinnen und nicht auf einen Punkt spielen. Wir wissen aber auch, dass es extrem schwer wird. Wir müssen den perfekten Tag erwischen, um die Bayern zu schlagen", sagt der Slowene.

Der Zeitpunkt dafür scheint tatsächlich nicht so schlecht. Die Werkself braucht für das Verteidigen von Platz vier allerdings eine Serie von Erfolgen, die in dieser Saison bisher jedoch nicht gelang. Nach Hoffenheim (1:1) und Hannover (3:0) heißt der Gradmesser nun München. Eine schwere Aufgabe, aber zugleich die große Chance, sich mit der passenden Leistung den Schwung für eine erfolgreiche Rückserie zu holen. Die letzte Saison hat gezeigt, was mit einer Serie möglich ist. Warum also nicht gegen die Bayern damit weiter machen? "Ich glaube schon, dass sie Respekt vor uns haben. Es ist für eine Mannschaft unangenehmer, wenn sie weiß, dass sie auf einen Gegner trifft, der gut drauf ist", sagt Kampl.

Quelle: RP
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