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Bayer Leverkusen
Bayer fehlt die Reife

Monaco - Bayer: Einzelkritik
Monaco - Bayer: Einzelkritik FOTO: afp
Monaco . Zurück blieben viele hängende Köpfe. Der Frust saß tief, als die Profis von Bayer Leverkusen erst den Rasen und kurz vor Mitternacht dann das Stadion von Monaco verließen. Wie schon am ersten Spieltag in der Champions League gegen ZSKA Moskau (2:2), gab die Werkself einen verdienten Vorsprung aus den Händen. Von Stefanie Sandmeier

War es gegen die Russen eine 2:0-Führung, verschenkte die Werkself beim 1:1-Unentschieden im Fürstentum zwei Punkte in der Nachspielzeit. Macht in Summe nach zwei Partien nur zwei Punkte von möglichen sechs. Statt als Gruppenerster, reist die Delegation aus Leverkusen damit am Mittwochmorgen als Gruppendritter hinter Monaco (4) und Tottenham Hotspur (3), das parallel 1:0 in Moskau (1) gewann, nach Deutschland zurück. "Wir haben es über lange Zeit in diesem Spiel sehr gut gemacht, waren bissig und wollten unbedingt den Sieg", sagte Stefan Kießling. "Dann ist es ziemlich hart, noch so ein Tor zu kriegen."

Auch seinem Sturmpartner Chicharito, dem mit seinem Führungstreffer zum 1:0 sein 100. Tor in Europa gelang, war trotz seines Rekordes nicht zum Freuen zumute. "Das war sicher ein wichtiger in Moment in meiner Karriere, aber ich habe gemischte Gefühle. Wir haben zwei Punkte liegen gelassen", entgegnete der Mexikaner, der nun darauf setzt, dass "wir das Positive aus diesem Spiel ziehen und es gegen Dortmund besser machen".

Nach dem jüngsten 3:2-Erfolg in Mainz, als Bayer 04 selbst noch kurz vor Schluss den Siegtreffer erzielte, war es in der Champions League diesmal umgekehrt. "Man merkt, wie innerhalb von drei Tagen die Gefühlswelt hin- und hergerissen wird. Wobei man sagen muss: Vor drei Tagen haben wir es uns verdient, in Mainz noch zu gewinnen, heute hatten wir es nicht verdient, noch ein Tor zu kassieren, weil wir die bessere Mannschaft waren. Das tut weh", sagte Sportdirektor Rudi Völler, der die Entscheidung in der Gruppe erst am letzten Spieltag erwartet.

Aber eben genau dieser Umstand, dass es die Leverkusener zwar diesmal schafften, eine Partie über 90 Minuten dominant zu gestalten, aber eben im letzten Moment nicht konzentriert genug waren, um Kamil Gliks letzten Schuss in den linken Winkel zu verhindern, stieß bitter auf. Lars Bender bemängelte in diesem Zusammenhang die fehlende Reife. "Es ist ja klar, dass in den letzten Minuten mit langen Bällen agiert wird. Das hat auch Monaco gemacht. Lange Bälle sind unkontrolliert in der Luft, die fallen irgendwo runter, wenn du da nicht in der Nähe bist, lädt auch ein Innenverteidiger mal ab", ärgerte sich der Kapitän. "Wir sind eine Mannschaft, die schon ein paar Jahre international spielt, da müssen wir in diesen Momenten einfach ein Stück weit wacher sein."

Verloren sei deshalb aber noch nichts. Der Einzug ins Achtelfinale ist weiterhin möglich. "Man hat gesehen, dass wir konkurrenzfähig in der Gruppe sind, aber wir sollten jetzt die Spiele durchbringen", fügte Bender an. Nächster Gegner ist in drei Wochen Tottenham Hotspur. Vor der Länderspielpause hat Bayer 04 noch den Bundesligazweiten Borussia Dortmund zu Gast. Um den Anschluss an die Tabellenspitze nicht noch mehr zu verlieren, müssen die Leverkusener punkten oder besser einen Sieg einfahren. Der BVB hat schon fünf Punkte mehr auf dem Konto.

 
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